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Abenteuer|01.03.2020|10:00

Südafrika: Kicken im Township vor 700 Leuten

Leon Wohlfarth: "In den Townships wird Fußball gelebt."[Foto: privat/Woop/Collage FUSSBALL.DE]

Als Leon Wohlfarth kurz davor ist einzuschlafen, geht plötzlich das Licht in der Rundhütte an. Alle müssen aufstehen, ordnet der Mannschaftskapitän von Real Tembisa an. Wohlfarth schaut fragend seinen Mitspieler Rhee an. Was soll das? Klar, das hatte Rhee vergessen zu sagen: Das Team muss vor dem Spiel beim "June-16-tournament" im Dorf Prudhoe das spirituelle Ritual namens "Umuthi" durchführen.

Ein paar Monate später steht der 20-Jährige wieder auf dem Sportplatz des FC Frohlinde im Ruhrgebiet und erzählt die Geschichte seines Auslandsjahres im Südosten Südafrikas, das er nach dem Abitur eingelegt hatte. Und wie er plötzlich in der vierten Liga des Landes zum Einsatz kam und vor ein paar Hundert Zuschauern auf einem Rasenplatz gekickt hat, der nicht überall als Rasenplatz durchgehen würde. "Ich hatte bislang zwei Bänderrisse. Die habe ich mir beide dort geholt", sagt Wohlfarth, der seit Herbst wieder im Ruhrgebiet lebt und nun Sozialwissenschaften studiert.

"Umuthi", das Ritual, soll Glück bringen. Es ist eine Flüssigkeit, die von traditionellen Heilern hergestellt wird. In jener Nacht machte sich Wohlfarths Mannschaft von der Rundhütte auf in Richtung Fußballplatz. Der Torwart schmierte mit der Paste Pfosten und Latte ein, die übrigen Spieler verteilten es auf dem Feld. In der Kultur der südafrikanischen "Xhosa" sind diese Rituale tief verwurzelt. Jeder Verein hat ein anderes. Manchmal wird auch der eigene Körper mit dem Kräutergemisch eingerieben. Besonders die Stellen, die beim Spiel besonders geschützt werden sollen, Kopf oder Schultern zum Beispiel.

"Ich stand bei fast jedem Spiel im Mittelpunkt"

"Da war eine so krasse Energie vor 700 Zuschauern unter Flutlicht auf dem Feld"

Hier in Deutschland ist Wohlfarths Fußballerleben deutlich unspektakulärer. Er spielt in der Landesliga . Frohlinde steht im Mittelfeld der Tabelle. Vor ein paar Monaten war das noch anders. Eigentlich war der junge Mann mit der Freiwilligenorganisation ASC Göttingen 1848 e.V. vom Dachverband "Weltwärts" nach Südafrika gekommen, um eine Schule und ein Nachmittagsprojekt vor allem sportlich zu unterstützen. Von Montag bis Donnerstag im Township Nemeto, freitags an einer gut situierten High School in Port Alfred, zwei Autostunden nördlich des WM-Spielortes von 2010, Port Elizabeth, im Südosten des Landes.

Auf dem Schulhof in Nemeto wurde der Castrop-Rauxeler gefragt, ob er nicht mal zum Training des lokalen Klubs Mighty Forest F.C. kommen wolle. Klar. Und so wurde er der erste weiße Fußballer in der Liga seit Mitte der 1990er-Jahre. "Ich stand bei fast jedem Spiel im Mittelpunkt", erinnert sich Wohlfarth. "Das war natürlich ziemlich ungewohnt, ich habe es dennoch genossen, obwohl ich ständig mit dem letzten Weißen verglichen worden bin." Das Spielniveau vergleicht Wohlfarth mit der Landesliga in Deutschland.

Unvergleichlich ist der einheimische Spielstil "Kasi Flava" - zu Deutsch: der Geschmack des Townships. "Es geht zwar um Punkte und Siege, aber vor allem darum, den Zuschauern im Stadion mit spektakulären Tricks eine Show zu bieten", erklärt Wohlfarth. "Wenn die Leute fünf Tage auf einer Baustelle schuften, wollen sie samstags beim Fußball unterhalten werden." In Deutschland würden derartige Aktionen, bei denen der Gegner teils vorgeführt wird, wohl als Unsportlichkeit gewertet werden. Im Township gehört das dazu. "Ich habe dort Leute gesehen, die unfassbare Dinge mit dem Ball veranstaltet haben", so Wohlfarth. Auf dem Weg zum Spiel wird getanzt und gesungen. "In den Townships wird Fußball gelebt", sagt der Student.

Die Saison wird im südafrikanischen Sommer ausgespielt, der in die mitteleuropäischen Wintermonate fällt. Im Winter tourte Wohlfarth durch das Land, um bei regionalen Turnieren mitzuspielen. Da kann man als sogenannter "Import" auch bei anderen Teams mitspielen. Über Ostern steht wieder so ein Wettbewerb an, das "Easter Tournament". Im vergangenen Jahr sei man unglücklich im Viertelfinale ausgeschieden. "Da war eine so krasse Energie vor 700 Zuschauern unter Flutlicht auf dem Feld", erinnert sich Wohlfarth. Deshalb will er in ein paar Wochen wieder in den Flieger steigen und mitspielen - sollte sein Muskelfaserriss bis dahin ausgeheilt sein. Ob er denn trotzdem zur Unterstützung fliegen würde, wenn die Verletzung noch nicht auskuriert sei? Er versucht sich um eine Antwort zu drücken und gesteht schließlich: "Wahrscheinlich schon."

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