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Magazin|09.01.2016|16:30

Video-Hit: Großkreutz und der Notausgang

Unvermittelter Eklat: Marcel Großkreutz (rechts) wehrt den Schlag des wütenden Zuschauers ab. [Foto: Screenshot YouTube]

Etwas mehr als 80.000 Aufrufe sind für ein Video auf YouTube eigentlich nicht der Hit. Wenn es aber nur um die Zwischenrunde bei den Dortmunder Fußball-Hallenstadtmeisterschaften geht ist die Zahl doch erstaunlich hoch. Der Clip, der aktuell für Furore sorgt und hier zu sehen ist, zeigt eine Szene, wie ein Spieler nach einem kuriosen Zwischenfall von einem Zuschauer unerwartet attackiert wird. Der Name des Spielers: Großkreutz. Marcel Großkreutz spielt beim Dortmunder Landesligisten VfL Kemminghausen. Den Klub leitet Martin Großkreutz, Vater von Weltmeister Kevin Großkreutz und Onkel von Marcel.

Der Vorfall ereignete sich in der Halle Nord. Es lief das Spiel des VfL Kemminghausen gegen den SC Husen-Kurl. Marcel Großkreutz gerät beim Stand von 0:0 an der rechten Seite in ein Laufduell. Der Ball prallt an die Bande (besser gesagt: Wand) und der Spieler gegen eine Tür, die sich leicht öffnet. „Ich dachte mir nichts dabei und habe mich zum Weiterspielen bereit gemacht. Plötzlich kam ein Typ aus der Tür, und ich musste lachen, weil er sich offenbar erschrocken hatte. Auch die restliche Halle lachte“, erzählt „Sterni“, so der Spitzname von Marcel Großkreutz, später dem RevierSport.

"Ich war mir sicher, dass er mich veräppeln will"

Doch damit nicht genug. „Er war aufgebracht und fragte mich, ob ich behindert sei und ob ich ihn nicht gesehen hätte“, schildert Großkreutz: „Da war ich mir sicher, dass er mich veräppeln will, weil ich ihn natürlich gar nicht sehen konnte, weil er ja hinter der Tür stand. Ich lachte und überlegte, ob ich ihn kennen würde. Dann fragte er mich, warum ich lachen würde und versuchte mich zu schlagen, doch ich konnte seinen Schlag zum Glück abwehren.“ Gegenüber FUSSBALL.DE führt er weiter aus: „Die Ordner haben den Mann aus der Halle geführt, hinter der Tür ging es ja direkt zum Parkplatz. Damit war die Aktion eigentlich auch vorbei und für mich kein Thema mehr.“

Aber weit gefehlt. Am Tag darauf hat Großkreutz hunderte Nachrichten auf seinem Handy. Die lokale TV-Produktionsfirma SportLive hat jedes Spiel des Turniers gefilmt und das Material auf YouTube hochgeladen. Einige Turnier-Clips werden rund 1.000-mal aufgerufen, das Video „Großkreutz und der Notausgang“ aber geht steil.

Weltmeister in der Halle

Nicht nur lokale und regionale Medien greifen das Thema gerne auf, auch die BILD springt auf den Zug, schließlich waren nicht nur hunderte Zuschauer Zeuge der Szene, es war auch ein Weltmeister vor Ort: „Ja, Kevin war auch in der Halle“, bestätigt Marcel Großkreutz.

Zum Neu-Stuttgarter hat er engen Kontakt. Kein Wunder, auch Kevin engagiert sich beim Großkreutz-Klub Kemminghausen. Vor dem Abflug ins Trainingslager des VfB nach Belek war Kevin Großkreutz auf Heimatbesuch in Dortmund und als Fan auf der Hallentribüne dabei. „Ich freue mich, dass Kevin wieder zurück in der Bundesliga ist“, sagt Marcel.

Allerdings gibt er zu, dass es für ihn komisch sein wird zu sehen, „wenn er nicht mehr für, sondern gegen Dortmund spielt“. Schon am 9. Februar kommt es für Kevin Großkreutz zum Wiedersehen mit seiner Liebe BVB, wenn der VfB die Borussia im Viertelfinale des DFB-Pokals empfängt. Zweieinhalb Monate später (Samstag, 23. April) treffen Stuttgart und Dortmund in der Bundesliga aufeinander, erneut im Schwabenland. Marcel Großkreutz ist ganz froh, dass der BVB in dieser Saison nicht mehr zu Hause gegen Stuttgart spielt.

Er selbst hofft darauf, dass sein prominenter Name keinen Anlass für weitere Aufreger geben wird – auch wenn der jüngste Vorfall bei den Hallenstadtmeisterschaften weniger damit zu tun hatte, dass Marcel mit Nachnamen Großkreutz heißt. „Ich spiele ja schon immer in Dortmund, daher ist das hier nichts Neues oder Ungewöhnliches.“ Aber: „Wenn wir zum Beispiel in Wanne 11 spielen, also im Schalker Gebiet, kommen schon mal Sprüche. Das hält sich aber alles in Grenzen, richtige Provokationen kommen selten vor.“

Nur einmal hat er seine Stadt für den Fußball verlassen, für ein Jahr beim Wuppertaler SV. In der Jugend war Marcel Großkreutz für den VfR Sölde, den TSC Eintracht Dortmund und Phönix Eving am Ball. In den Senioren hießen die Stationen Borussia Dortmund II, Wuppertal und ASC Dortmund, ehe er sich im Jahr 2013 dem VfL Kemminghausen anschloss.

In der Landesliga West ist der Großkreutz-Klub als Tabellenneunter mit fünf Siegen, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen in die Winterpause gegangen. Nach zwei Aufstiegen in Folge ist ein erneuter Durchmarsch des Teams von Spielertrainer Giovanni Schiatarella daher erst einmal kein Thema. Auch bei den Hallenstadtmeisterschaften bedeutete die Zwischenrunde das Aus für Kemminghausen – auf YouTube aber ist der VfL momentan vorne dabei - dank Großkreutz.