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Aufstieg erklärt|05.07.2019|12:30

Vier aus 91: So läuft der Aufstieg in Liga 3

Aufstiegsregelung in den Regionalligen: Wer steigt wie auf in die 3. Liga?[Foto: Thomas Böcker/DFB]

Die Chance auf den Aufstieg in die 3. Liga haben in der kommenden Saison exakt 91 Mannschaften aus den fünf Regionalligastaffeln. Nur vier Vereine dürfen am Ende über den Sprung in die dritthöchste Spielklasse jubeln. Wie werden die Aufsteiger in der bevorstehenden Spielzeit ermittelt? Und wie ist das Prozedere in den nächsten Jahren? FUSSBALL.DE gibt einen Überblick über den aktuellen Stand.

Mit der in wenigen Tagen beginnenden Saison 2019/2020 endet die Übergangslösung, die auf dem Außerordentlichen DFB-Bundestag 2017 in Frankfurt/Main mit deutlicher Mehrheit beschlossen wurde. Diese sieht für die Spielzeiten 2018/2019 und 2019/2020 jeweils vier (statt wie bis dahin nur drei) Aufsteiger aus den fünf Regionalligen vor - und damit auch einen Absteiger mehr aus der 3. Liga. Zuvor hatten jeweils die fünf Meister der Regionalligen sowie der Zweitplatzierte aus der Südwest-Staffel in drei ausgelosten Playoffduellen jeweils in Hin- und Rückspielen die drei Aufsteiger in die 3. Liga ausgespielt.

Meister aus Nord und Bayern steigen 2020 direkt auf

In der vergangenen Spielzeit schafften durch die geltende Übergangsregelung drei Regionalligameister den direkten Sprung in die 3. Liga. Im Westen sicherte sich der FC Viktoria Köln den Titel, im Südwesten der SV Waldhof Mannheim und im Nordosten kehrte der Chemnitzer FC als Meister nach nur einem Jahr Abstinenz in die dritthöchste deutsche Spielklasse zurück. Die Meister aus der  Regionalliga Nord (VfL Wolfsburg U 23) und Regionalliga Bayern (FC Bayern München U 23) spielten den vierten Aufsteiger in zwei Entscheidungsspielen aus. Trotz eines 1:3 im Hinspiel in Wolfsburg setzte sich der FC Bayern II dank eines 4:1 im Rückspiel vor heimischer Kulisse durch.

In der bevorstehenden Spielzeit müssen die Meister aus dem Norden und der Regionalliga Bayern nicht in die „Verlängerung“. Die Erstplatzierten erhalten erstmals einen direkten Aufstiegsplatz. Gleiches gilt für den Titelträger der Regionalliga Südwest , der erneut direkt aufsteigen darf, da der Südwesten im Rahmen der Übergangslösung auf seinen zweiten Playoffplatz verzichtet hatte. Entscheidungsspiele bestreiten 2020 deshalb der Meister der  Regionalliga West  und der Regionalliga Nordost .

Eine dauerhafte Neuregelung des Aufstiegs in die 3. Liga soll beim DFB-Bundestag am 27. September in Frankfurt verabschiedet werden. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter Vorsitz der beiden Interimspräsidenten Dr. Rainer Koch (Poing) und Dr. Reinhard Rauball (Dortmund) hatte sich damit vor einigen Wochen befasst und unterstützt den von Vereinsvertretern der Regionalligen und 3. Liga miterarbeiteten und auf einer abschließenden Tagung präferierten Vorschlag.

Auf Basis der Anzahl an Einwohnern, Vereinen und Mitgliedern würden mit Beginn der Saison 2020/2021 demnach die Regionalliga West und die Regionalliga Südwest künftig jeweils einen direkten Aufstiegsplatz erhalten. Die von Flächenländern geprägten Regionalligen Nord, Nordost und Bayern würden zusammen ebenfalls zwei Aufsteiger stellen. Der Modus zur Ermittlung dieser beiden Aufsteiger soll durch die Fachgremien der für Nord, Nordost und Bayern zuständigen Verbände im Einvernehmen mit den Vereinen festgelegt und ebenfalls beim DFB-Bundestag beschlossen werden.

Um künftig die beiden Aufsteiger aus dem Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu ermitteln, wurde ein rollierendes System vorgeschlagen. Das heißt: Im jährlichen Wechsel würde jeweils eine der drei Staffeln einen direkten Aufstiegsplatz erhalten. Die beiden anderen Meister würden dann den zweiten Aufsteiger ausspielen, sofern der DFB-Bundestag der Neuregelung zustimmt.

Fünf Regionalligen seit der Saison 2012/2013

Bei der Einführung der 3. Liga zur Saison 2008/2009 hatte es lediglich drei Regionalligen (Nord, West, Süd) gegeben, deren Meister jeweils den Sprung in dritte Klasse sicher hatten. Zur Spielzeit 2012/2013 wurden dann fünf Regionalligen als neuer Unterbau eingeführt. Die drei Aufsteiger wurden in drei Playoffduellen (Hin- und Rückspiel) ermittelt. Teilnehmer war neben den fünf Meistern auch der Zweitplatzierte aus dem Südwesten.

Die Bilanzen der fünf Staffeln in den Playoffspielen um den Drittligaaufstieg fallen recht unterschiedlich aus. Die Nase vorn hat der Nordosten, der in den Jahren 2013 bis 2018 fünf von sechs möglichen Aufsteigern stellte. Darunter war auch der aktuelle Bundesligist RB Leipzig (2013 gegen die Sportfreunde Lotte). Die TSG Neustrelitz (2014 gegen die U 23 des FSV Mainz 05) war der einzige Nordostvertreter, der sich bisher nicht durchsetzen konnte.

Fünfmal (bei sieben Versuchen) behauptete sich der Titelträger aus Bayern. Bemerkenswert: In den ersten beiden Jahren war der Vertreter aus der südlichsten Regionalliga (2013 der TSV 1860 München II gegen die SV 07 Elversberg sowie 2014 die U 23 des FC Bayern gegen Fortuna Köln) noch gescheitert. Dann aber setzten die bayerischen Teams zu einer Serie an und holten fünf Aufstiege in Serie.

Den Würzburger Kickers (2015) und dem SSV Jahn Regensburg (2016) gelang jeweils anschließend sogar der Durchmarsch bis in die 2. Liga. Auch die SpVgg Unterhaching (2017) und der TSV 1860 München (2018) behielten gegen die Konkurrenz die Oberhand. In diesem Jahr baute die zweite Mannschaft des FC Bayern die Serie weiter aus. Auch nach der kommenden Saison wird es einen (dann direkten) Aufsteiger aus Bayern geben.

Waldhof: Aufstieg im vierten Versuch

Der Norden und der Westen stellten zwischen 2013 und 2018 jeweils drei Aufsteiger. Auch Südwestklubs zogen dreimal in die 3. Liga ein. Allerdings schaffte dabei nur einmal der Meister (2014 die SG Sonnenhof Großaspach gegen die U 23 des VfL Wolfsburg) den Sprung. Einmal war es der Vizemeister (2013 die SV Elversberg gegen die zweite Mannschaft des TSV 1860 München), einmal mit der U 23 des FSV Mainz 05 (2014 gegen die TSG Neustrelitz) sogar der Drittplatzierte, weil die zweitplatzierte U 23 des SC Freiburg auf die Zulassung für die 3. Liga verzichtet hatte.

Von 2015 bis 2018 verpassten alle acht angetretenen Südwestmeister und -zweiten den möglichen Aufstieg in den Playoffs. Gleich dreimal hintereinander war der SV Waldhof Mannheim betroffen, zog dabei einmal sogar erst im Elfmeterschießen den Kürzeren (2017 gegen den SV Meppen). In diesem Jahr schafften die Mannheimer dann aber im vierten Anlauf den ersehnten Sprung in die 3. Liga - allerdings diesmal als direkter Aufsteiger.

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