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Serie "Familienbande"|15.04.2015|12:00

Wörns, Ziege, Lehmann: Söhne suchen ihren Weg

Drei Söhne, drei berühmte Nachnamen: David Wörns, Alessandro Ziege und Lasse Lehmann (von links). [Foto: Collage FUSSBALL.DE]

Benjamin Kirsten ist allen Vergleichen aus dem Weg gegangen. Er stellte sich ins Tor und konnte fortan nicht mehr gemessen werden an den vielen Toren, die sein Vater Ulf als Stürmer in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft geschossen hatte. Denn dass der prominente Name der Eltern nicht nur förderlich für die Karriere der Kinder ist, hat kürzlich erst Skiläufer Felix Neureuther in einem TV-Porträt zugegeben: „Es entstand schon ein großer Druck von außen.“ Und Vater Christian hat von dem „größten Problem“ erzählt, wenn „Eltern für die Öffentlichkeit so dominant“ sind: „Die Kinder dürfen nicht unter ihrem Namen zerbrechen“, sagte er. Und nannte es „eine Mörderansage“, wenn Felix bei Kinder- und Jugendskirennen als „Sohn von Gold-Rosi“, von Rosi Mittermaier, angekündigt wurde.

David Wörns hat das so noch nicht erlebt. „Bei unseren Turnieren werden selten die Nachnamen durchgesagt. Wenn aber mein Vater als Zuschauer begrüßt wurde, hat mich das schon auch stolz gemacht.“ David ist 13, Sohn des 66-maligen Nationalspielers Christian Wörns, und spielt seit letzten Sommer bei der SpVgg Unterhaching . Dort gibt es eine auffallende Häufung von Spielern mit prominenten Eltern: Bei den Profis Markus Schwabl, Sohn des langjährigen Löwen-Kapitäns Manni Schwabl und aktuellen Vereinspräsidenten, Pascal Köpke, der aber im Gegensatz zu seinem Vater, dem langjährigen Nationaltorwart Andi Köpke, als Stürmer aufläuft. Ähnlich hat es Lasse Lehmann gemacht, der Sohn von Jens Lehmann ist Offensivkraft in der A-Jugend. In der U17 spielt Alessandro Ziege, Spross des Europameisters Christian Ziege. Und in den unteren Altersstufen tummeln sich neben David Wörns auch noch Nick Salihamidzic, Lucas Copado und Yannick Oberleitner, Söhne früherer Bundesligaprofis.

Alle wollen sie ähnlich erfolgreich werden wie ihre Väter, ob der Name dabei nützt oder schadet? Grundsätzlich, sagt die Psychologin Felicitas von Elverfeldt, sei ein erfolgreicher Vater eher günstig für die Karriere des Sohnes: „Die Spielregeln der Welt der Erfolgreichen sind vertraut, Netzwerke gegeben, im Idealfall erscheint der Vater als Mentor.“ Alessandro Ziege sieht Vor-, aber auch Nachteile: „Mein Vater kann mir mit seiner Erfahrung helfen.“ Es gebe aber auch Neid und Vorurteile, „Leute, die glauben, ich spiele nur wegen meines Namens.“ Dagegen hilft nur eins: „Ich muss hart arbeiten, meine Leistung bringen, dann sind die Leute ruhig.“ Er habe gelernt, „damit umzugehen“. Auch David weiß, dass ihm wegen des Namens Wörns „bestimmt kein roter Teppich ausgelegt wird“.

Kaum Erinnerungen an die Spiele der Väter

„Manche behaupten, ich schlage die Bälle wie er früher. Aber darauf gebe ich nicht viel“

Auch er werde schon mal mit dem Vater verglichen, sagt Alessandro Ziege: „Manche behaupten, ich schlage die Bälle wie er früher. Aber darauf gebe ich nicht viel.“ Er will seinen eigenen, seinen ganz persönlichen Weg gehen. Den Vater hat er noch selbst spielen sehen, auf dessen letzter Profistation in Mönchengladbach. David war zwar als Kleinkind auch schon bei Spielen von Christian Wörns dabei, „erinnern kann ich mich aber daran nicht mehr“. Auf Video hat er einige Auftritte des Vater verfolgt, es macht ihn stolz: „Er war ja bei richtig guten Vereinen, das ist für mich Motivation, das auch zu schaffen.“

Lasse Lehmann ist es ein bisschen leid, immer auf seinen berühmten Papa angesprochen zu werden: „Ich will lieber selber was erreichen, nicht immer erzählen, wie es ist mit meinem Vater.“ Auch wenn er seinen eigenen Weg gehen möchte, Tipps des Vaters nimmt er gerne an: „Er kritisiert mich zwar meist, ich lerne aber von ihm. Ich weiß, er hat viel Erfahrung und kann mir in manchen Situationen bestimmt helfen.“

Es gibt Kinder prominenter Eltern, die sich für ein völlig anderes Feld entschieden haben, um dort erfolgreich zu sein, ohne sich immer mit dem Erfolg ihrer Eltern messen zu müssen. Korbinian Beck, Sohn der einstigen Ski-Asse Maria Epple und Florian Beck, spielt Fußball. Wie Lucas Riglewski, dessen Vater Udo einst neben Boris Becker im Tennis-Daviscup antrat. Für Alessandro und David kam ein anderer Sport nie in Frage: „Seit er auf der Welt ist, ist der Ball sein bester Freund“, erzählt Hanna Wörns, die Mutter. Als er dann im Verein spielte, begann er im Offensivbereich, spielte im Mittelfeld, hin und wieder auch in der Verteidigung, wie es im Kleinfeldbereich eben üblich ist. „Das habe ich alles ganz gut gemacht, aber auf der Sechserposition habe ich am meisten Spaß“ Er weiß, dass sein Vater ein harter, recht kompromissloser Abwehrspieler war, auch David ist nicht zimperlich im Zweikampf: „Anders schaffst du es nicht.“

Der Vater schaut zu – wenn er Zeit hat

Schließlich will er nach oben kommen, dorthin, wo sein Vater einst war. „Ein Sohn wird sich immer mit dem Vater vergleichen und sich quasi an ihm messen“, sagt die Psychologin Elverfeldt und spricht von „lustvoller Rivalität“, der Vater dient als Vorbild: „Er gibt mir Hilfestellung, kritisiert auch“, sagt David. „Das ist wichtig für mich, damit ich den gleichen Fehler nicht immer wieder mache.“ Die Kritik sei „immer konstruktiv“, sagt auch Alessandro über die Unterstützung seines Vaters. Wann immer Christian Ziege Zeit hat, beobachtet er die Spiele des Filius, der mit Haching in der Bundesliga der B-Junioren spielt. Meist als Innenverteidiger, aber auch links in der Abwehrkette hat er schon Erfahrungen gesammelt, auf der Paraderolle seines Papas: „Das hat viel Spaß gemacht, aber innen habe ich Vorteile.“

Noch, sagen Lasse, Alessandro und David, verspürten sie keinen Druck wegen des Namens. Ausschließen aber lässt sich nicht, dass der schon mal zur Belastung werden kann. Bei den Bayern gibt es einen, der nicht unter dem Namen seines Vaters spielt, eines ehemals erfolgreichen Profis. Daran hat man in den Familien Wörns und Ziege noch nicht gedacht: „Das muss jeder für sich entscheiden“, sagt Hanna Wörns.

Frühere Spitzensportler stehen seltener in Verdacht, ihre Kinder zu etwas zu drängen, als „normale“ Eltern, die ihre eigenen unerfüllten Träume oft in die Kinder projizieren. Die Neureuthers haben dem Sohn zwar immer geholfen, sich aber bei Rennen meist zurückgezogen. Sie haben auch völlig akzeptiert, dass Tochter Ameli früh einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat. Wörns’ älterer Sohn Danny hat lange beim VfL Bochum in der Jugend gespielt, sich nach vielen Verletzungen aber auf das Abitur konzentriert: „Jeder hat seinen eigenen Weg und das ist auch gut so“, sagt die Mama.

Alessandro Ziege will es schaffen, unbedingt, aber er weiß auch: „Wenn nicht, werde ich zwar enttäuscht sein. Aber mein Vater wird trotzdem immer zu mir stehen.“ Dessen ist sich auch David Wörns sicher. Aber mit 13 hat er ohnehin noch viel Zeit. Und einen ganz langen Weg vor sich. Der noch viele Überraschungen bringen kann. Benjamin Kirsten übrigens war in der Jugend noch Stürmer.

Alle Folgen der Serie:

Florian Rudy: Großer Bruder sucht neue Heimat

Patrick Draxler: Aus Neid ist längst Stolz geworden

Schiri Marcel: Schalke hat doch einen Neuer

Köppel und Wohlers mischen die Kreisliga auf

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