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Vizeweltmeister |10.07.2018|17:05

Zehnkampf-Star spielt für Verbandsliga-Klub!

Sprintstark auf der Bahn und dem Rasen: Rico Freimuth.[Foto: imago, privat / Collage: FUSSBALl.DE]

Transferknaller in der sechsten Liga: Zehnkampf-Vizeweltmeister Rico Freimuth ist der neue Stürmerstar beim 1. FC Romonta Amsdorf. Am Montagabend nahm der 30-Jährige die Vorbereitung beim Klub aus dem 500-Seelen-Dörfchen in der Nähe von Halle auf. Freimuth nimmt mit dem Fußball eine kreative Auszeit von seinem Sport. Die Gegenspieler in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt können schon mal die schnellen Schuhe aus dem Schrank holen, denn Laufduelle gegen den Amsdorfer werden eine Herausforderung: Freimuth schafft die 100 Meter in 10,40 Sekunden, von seinem Antritt kann sogar Frankreichs WM-Stern Kylian Mbappé träumen – das zumindest behauptet der Leichtathlet selbst.

Im Interview mit FUSSBALL.DE fordert Freimuth daher nicht nur ein wenig mehr Objektivität bei der Einschätzung von Leistungssportlern abseits des Fußballers und verrät zugleich, wie er selber auf dem Platz glänzen will – schon im ersten Testspiel am Mittwoch gegen Inter Leipzig.

FUSSBALL.DE: Rico Freimuth, wie kamen Sie auf die Idee, vom Zehnkampf zum Fußball zu wechseln?

Rico Freimuth: Ich bin seit Kindesbeinen großer Fußball-Fan, habe als Kind selber im Verein gespielt und hatte jetzt wieder richtig Bock drauf. Der Bezug zum Fußball war auch immer da, weil einige Freunde und Bekannte in verschiedenen Vereinen spielen. Außerdem bin ich Bayern-Fan und bei Dr. Müller-Wohlfahrt, dem Doc der Münchner und der Nationalmannschaft, in Behandlung.

"Mbappé ist mit seiner Schnelligkeit auf dem Platz eine Waffe – und natürlich bin ich mit meiner Bestzeit von 10,4 Sekunden auf 100 Meter und auch auf den ersten Metern schneller als er"

Und wie sind Sie dann ausgerechnet in Amsdorf gelandet?

Freimuth: Das ist nicht weit weg von meinem Zuhause in Halle, außerdem kannte ich Trainer Farih Kadic und zwei Spieler schon vorher. Da der 1. FC Romonta in der Verbandsliga spielt, ist das vom Niveau her anspruchsvoll. Ich bin sehr ehrgeizig und ärgere mich über jeden Fehler, da kann ich von meinen Teamkameraden in Sachen Ballbehandlung auch noch eine Menge lernen, übe aber neben dem Mannschaftstraining auch noch individuell für mich.

Wie gut sind Sie denn am Ball?

Freimuth: Wenn man einmal Fußball gespielt hat, verlernt man es nicht. Ich bin mit fünf Jahren in den Verein gegangen, das war beim Meißner SV 08 in Dresden, und habe dort bis zu meinem 14. Lebensjahr gekickt, ehe ich in die Leichtathletik gewechselt bin. Aber natürlich kann und muss ich mich jetzt weiter verbessern, vor allem im Ball stoppen und im Dribbling.

Die Vorbereitung in Amsdorf hat gerade begonnen. Wie war denn das erste Training am Montagabend?

Freimuth: Sehr gut, es hat richtig Spaß gemacht! Für mich ist vor allem wichtig, jetzt alle Spieler schnell kennen zu lernen, die Abläufe im Fußballtraining zu lernen und mich mit meinen individuellen Fähigkeiten einzubringen. Meine Aufgabe ist ja ganz klar umrissen: Ich werde als Mittelstürmer auflaufen und warte auf Steilpässe der Jungs. Wenn ich dann einmal los gelaufen bin, kann mich kein Gegenspieler einholen.

Sie haben gesagt, dass Sie schneller sind als Frankreichs WM-Star Kylian Mbappé: Für die Verbandsliga ist das mal eine echte Hausnummer!

Freimuth: Ich habe das deshalb so offensiv formuliert, weil ich mich darüber ärgere, wie Fußballer oft überhöht dargestellt werden. Da fehlt mir ganz klar der Respekt für Leichtathleten, Schwimmer, Boxer oder viele andere Sportler. Ich habe auch mal gelesen, dass Timo Werner auf den ersten Metern schneller als Usain Bolt sein soll. Mit Verlaub: Das ist doch Unsinn! Usain Bolt hat in den vergangenen Jahren jeden Weltrekord gebrochen, und zwar nicht nur über 100 und 200 Meter, sondern auch über 30. Daher greifen solche Vergleiche zwischen Fußballern und Sprintern zu kurz. Ich habe mal bei einem Benefizspiel mit unter anderem Christoph Metzelder, Benedikt Höwedes und Sergio Pinto mítgekickt, da hat Benny Höwedes auch nur gestaunt und gesagt: 'Mann, bist du schnell!' Mbappé ist mit seiner Schnelligkeit auf dem Platz eine Waffe, ganz klar, aber genau das will ich beim 1. FC Romonta auch sein – und natürlich bin ich mit meiner Bestzeit von 10,4 Sekunden auf 100 Meter und auch auf den ersten Metern schneller als er.

Die Abwehrspieler in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt werden sicherlich nicht zimperlich mit Ihnen umgehen...

Freimuth: Darauf bin ich vorbereitet, hoffe aber darauf, dass das alles faire Sportler sind  – so wie ich. Sie werden ja wissen, dass sie mich bei der Ballannahme stören müssen, sonst bin ich weg.

Welche Ziele haben Sie sich beim Fußball und in Amsdorf gesetzt?

Freimuth: Ich möchte mit dem 1. FC Romonta eine gute Hinrunde spielen und möglichst viele Tore schießen. Danach gehe ich dann wieder in meinen eigentlichen Sport zurück und will mich wieder aufs Zehnkampf-Training konzentrieren.

Das heißt, Ihre Karriere als Zehnkämpfer ist nur unterbrochen und noch lange nicht zu Ende?

Freimuth: Nein! Über allem steht das Ziel, mich für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren. Und auf dem Weg dorthin brauchte ich einen neuen Kick. Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken beschäftigt, wie ich mein Trainingsprogramm um andere Facetten neben der Leichtathletik und dem Zehnkampf erweitern kann. Das habe ich in den letzten Jahren auch schon getan, in dem ich beispielsweise zum Boxen gegangen bin. Fußball lag jetzt auf der Hand, weil der Fußball mich in Sachen Grundlagenausdauer und Schnellkraft weiter bringt. Gerade jetzt in der Vorbereitung auf die neue Saison wird ja viel im Bereich Konditions- und Intervalltraining gearbeitet, davon werde ich später im Zehnkampf profitieren.

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