12.01.2012, 10:11 Uhr
Bremens Boss Klaus Allofs (li.) und Ex-Spielmacher Diego verstehen sich nach wie vor sehr gut. (Quelle: imago)
Comeback des quirligen Brasilianers? Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs träumt von einer Rückkehr des ehemaligen Spielmachers Diego. "Sportlich gesehen hatten wir eine tolle Zeit mit ihm, er hat sich bei uns immer professionell verhalten", sagte Allofs der "Sport Bild". Zwar sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine wirtschaftlich realisierbare Konstellation für den Transfer ergibt, gering, aber "sollte sie sich ergeben, dann wäre das toll, und wir würden uns damit beschäftigen."
Offenbar denkt der 56-Jährige bereits über einen solchen Transfercoup nach. Entsprechende Gedankenspiele bestätigte Allofs nun: "Eine denkbare Konstellation wäre beispielsweise, wenn Wolfsburg ein Teil des Gehalts von Diego übernimmt", sagte Allofs, der jedoch klarstellt, "dass ich jetzt nicht auf den VfL zugehen werde, weil das in unseren Planspielen nicht angedacht ist".
In Wolfsburg besitzt der derzeit an Atletico Madrid ausgeliehene Spielgestalter noch einen Vertrag bis 2014. Demnach könnten die Bremer Diego im Sommer mit einer Kaufoption zunächst für ein Jahr ausleihen. Sein Marktwert wird auf etwa neun Millionen Euro taxiert. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Südamerikaner bei Werder auf einen Teil seines Gehalts verzichtet, um wieder fußballerisch glücklich zu werden. Ein solcher Coup wäre nicht ungewöhnlich, denn ehemalige Leistungsträger zurückzuholen, die in ihren neuen Vereinen unzufrieden waren, hat in Bremen Tradition. 2005 kehrte Torsten Frings in die Hansestadt zurück, drei Jahre später Claudio Pizarro sowie 2009 Tim Borowski.
Das Modell Diego könnte dabei ähnlich wie bei Pizarro greifen: Werder lieh den peruanischen Stürmer, dessen Unterhalt für die Norddeutschen zu kostspielig war, 2008 für ein Jahr vom FC Chelsea aus, der den Großteil von Pizarros Gehalt übernahm. Nur ein Jahr später kauften die Bremer den herausragenden Angreifer dann für nur zwei Millionen Euro.
Klaus Allofs fordert eine Leistungssteigerung - besonders von Marko Marin. zum Video
Diego kam 2006 für sechs Millionen Euro vom FC Porto und wechselte 2009 für 27 Millionen Euro zu Juventus Turin. An seine starken Leistungen im Werder-Trikot konnte der 26 Jahre alte Brasilianer aber weder in Italien, noch beim VfL Wolfsburg oder bei seinem jetzigen Klub Atletico anknüpfen. Um in der Zukunft die besten Spieler nicht mehr aus finanziellen Gründen verkaufen zu müssen, wollen die Bremer neue Geldquellen anzapfen. "Das ist unsere Aufgabe für die Zukunft, wir arbeiten schon intensiv daran", sagte Allofs.
Beim VfL Wolfsburg kassierte der Südamerikaner rund 7,5 Millionen Euro jährlich, und diese Summe soll er auch bei Atletico erhalten, an den Diego von Wolfsburg noch bis kommenden Juli ausgeliehen ist. Dort konnte er aber bislang nicht Fuß fassen: In 15 Ligaspielen der Primera Division traf der begnadete Techniker nur einmal. Zudem enttäuscht der Klub als Tabellenelfter.
So ist es unwahrscheinlich, dass die Madrilenen den Südamerikaner am Saisonende verpflichten. Ebenso, dass Wolfsburg noch Interesse an Diego besitzt, der aus der Autostadt flüchtete, weil er sich mit Trainer Felix Magath überwarf. Diego hatte sich geweigert, am 34. Spieltag der Saison 2010/2011 auf der Bank Platz zu nehmen - und den Trainer damit nachhaltig gegen sich aufgebracht.
Fest steht, dass für den wechselwilligen Wesley ein Ersatzmann gesucht werden muss. Der 24-jährige Brasilianer, der erst im Sommer 2010 für rund 7,5 Millionen Euro Ablöse kam, will noch in diesem Winter weg. Zudem hat Inter Mailand seine Fühler nach Flügelstürmer Marko Marin ausgestreckt. Innenverteidiger Naldo verkündete derweil seinen Verbleib in Bremen: "Ich bin sehr zufrieden, und ich werde auf jeden Fall bis Mai bei Werder bleiben", sagte der 29-Jährige.
Quelle: sid , FUSSBALL.DE
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