22.05.2012, 11:12 Uhr | FUSSBALL.DE, FUSSBALL.DE
Spieler des TSV Nieder-Ramstadt bejubeln den Führungstreffer. (Quelle: Melanie Mink)
Aus Nieder-Ramstadt berichtet Jörg Runde
Das war so ganz nach dem Geschmack von Hüseyin Güler. Mit seinem Treffer in der 59. Minute entschied der 34-jährige Angreifer des TSV Nieder-Ramstadt den "Modau-Klassiker" gegen den FC Ober-Ramstadt und wurde zum Matchwinner. Ein Gemisch aus Bier und Schweiß lief ihm über seine tätowierte Brust, dazu gab es ein kleines Tänzchen für die Fans. Güler ließ sich nach dem 1:0-Erfolg feiern. "So ein Sieg im Derby ist einfach der Hammer", sagte er mit einer leeren Flasche Bier in der Hand. Wie 13 weitere Teamkollegen kommt er aus der eigenen Jugend. "Wir wissen, dass es wichtig ist, gegen Ober-Ramstadt zu gewinnen", ergänzte er mit einem breiten Grinsen.
FUSSBALL.DE hat die Partie als Amateurspiel des Monats Mai mit fünf Kameras und zwei Reportern begleitet. Ab Donnerstag wird der Beitrag online zu sehen sein.
Außenseiter Nieder-Ramstadt gewinnt den "Modau-Klassiker". Ober-Ramstadt verpasst dagegen die vorzeitige Qualifikation für die Relegation zur Kreisoberliga. zum Video
Dass er damit dem Lokalrivalen aus Ober-Ramstadt die vorzeitige Qualifikation für die Relegation zur Kreisoberliga verbaute, ließ er unerwähnt. Für Häme war in diesem Moment kein Platz. Was wohl auch daran lag, dass Güler selbst einige Zeit für den Klub wenige Kilometer das Flüsschen Modau aufwärts spielte.
Güler sprach von einem guten Spiel, in dem der TSV Nieder-Ramstadt 70 Minuten die bessere Mannschaft war. "Dann haben uns die Kräfte verlassen und wir hatten in einige Szenen richtig Glück", analysierte er, um direkt anzufügen: "Und wir hatten einen richtig guten Torwart." In der Tat wurde Niklas Kühn in der Schlussviertelstunde zum zweiten Matchwinner. Gegen die immer stärker werdenden Ober-Ramstädter Angreifer um Top-Spieler Dennis König hielt er mehrere Male glänzend.
Und so strahlte am Ende auch Alper Göksal. Für den Trainer des TSV war es nach drei erfolgreichen Jahren mit einem Aufstieg und zwei Top-5-Platzierungen ein schöner Abschluss. Er verlässt das beschauliche Örtchen vor den Toren Darmstadts: "Das ist wirklich eine schöne Geschichte. Ich hatte hier eine tolle Zeit. Ein Derbysieg im letzten Heimspiel macht mich richtig glücklich."
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Richtig stolz sind sie in Nieder-Ramstadt über Göksals Nachfolger. Mit dem 75-jährigen Lothar Buchmann konnte ein echter Trainer-Fuchs an den Klub gebunden werden. Der ehemalige Coach von Eintracht Frankfurt, dem VfB Stuttgart und dem SV Darmstadt 98 lebt seit Jahren in Südhessen und betreut immer noch aktive Mannschaften. "Seine Verpflichtung kam auch in der Mannschaft super an. Einige Leistungsträger bleiben auch seinetwegen noch bei uns", sagt TSV-Vorstand Klaus Reibold zufrieden. Ziel ist es dann, ernsthaft um den Aufstieg in die Kreisoberliga mitzuspielen.
Hüseyin Güler gefällt die Entwicklung im Verein. Er weiß aber auch, dass die gestiegenen Ambitionen einige Veränderungen mit sich bringen. Buchmann gilt als Disziplin-Fanatiker und harter Hund. Lächelnd tätschelt der Türke deshalb seinen Bauch und sagt: "Da müssen noch ein paar Kilo runter. Sonst sind meine Zeiten als Matchwinner vorbei."
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