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Sport im Freien |13.04.2021|13:00

Aerosolforschung: DFB sieht sich bestärkt

Im Lockdown derzeit in vielen Bundesländern nicht möglich: Amateurfußballtraining in Gruppen.[Foto: imago]

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit großem Interesse das öffentliche Positionspapier der deutschen Gesellschaft für Aerosolforschung zur Kenntnis genommen. Darin haben führende Aerosolforscher*innen gegenüber der Politik in Bund und Ländern angemahnt, in der Bekämpfung der Pandemie den Unterschied zwischen Aktivitäten unter freiem Himmel und in geschlossenen Räumen stärker zu beachten. Der Anteil von Infektionen im Freien liege nur im Promillebereich. Der DFB sieht sich in seiner Haltung bestätigt und erkennt ein weiteres Signal für den organisierten Freiluftsport.

Dr. Rainer Koch, zuständiger DFB-Vizepräsident für den Amateurfußball, sagt: "Die Ausführungen der Gesellschaft für Aerosolforschung bestärken uns einmal mehr in der Position, die wir seit Monaten klar vertreten. Die Angst vor dem Amateurfußball als Corona-Treiber ist unbegründet. Das Infektionsrisiko auf dem Spielfeld unter freiem Himmel ist nach allen bisherigen Erkenntnissen und Untersuchungen minimal. Der Amateurfußball ist kein pandemisches Problem, sondern fester Teil der Lösung. Er ist wichtig für unsere Gesellschaft, er ist wichtig für die Gesundheit. Der Sport gibt Menschen Bewegung und Lebensfreude zurück, ganz besonders Kindern und Jugendlichen."

Koch richtet mit einer deutlichen Botschaft den Blick nach vorne: "Die Diagnose haben wir, und wir haben das Rezept. Der Ball muss wieder rollen. Der organisierte Vereinssport bietet hier mit seinen Strukturen und bewährten Hygienekonzepten einen sehr wichtigen Anker, ohne pandemische Risikoquelle zu sein. Im Gegenteil: Sport unter Aufsicht muss endlich als sinnvoll und notwendig begriffen werden."

Gegen die Krise und für den Weg zurück auf den Platz

"Sport unter Aufsicht muss endlich als sinnvoll und notwendig begriffen werden"

Der DFB setzt sich seit Monaten intensiv für sinnvolle Verbesserungen im Sinne des Breitensports in der Pandemielage ein. DFB-Präsident Fritz Keller wendete sich mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin und Regierung, die Konferenz der Präsidenten aus den Regional- und Landesverbänden ging mit einem gemeinsamen Appell an die Öffentlichkeit. Jede Landesregierung erhielt Post. Einen weiteren offenen Brief adressierten Fritz Keller und Rainer Koch an die 24.500 Vereine und 7,1 Millionen Mitglieder, die unter dem Dach des DFB organisiert sind.

Die Kerninhalte sind: Der Fußball unterstützt jegliche Maßnahmen zur nachhaltigen Bekämpfung der Pandemie. Der Fußball und der gesamte Amateursport können helfen. Ein anhaltendes Sportverbot im Verein schadet der Gesundheit - körperlich und psychisch. Das Infektionsrisiko bei Spiel und Training ist äußerst gering. Die Hygienekonzepte im Amateurfußball haben sich bewährt. Und: Der Fußball kämpft – gegen die Krise, für den Weg zurück auf den Platz.

In dem Schreiben der Gesellschaft für Aerosolforschung heißt es nun: "Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, müssen wir die Menschen sensibilisieren, dass drinnen die Gefahr lauert." Die Krisenkommunikation müsse sich auf diesen Umstand konzentrieren. Die begrenzten Ressourcen der Gesellschaft sollten daher auf eine Umsetzung sinnvoller Maßnahmen beschränkt werden.

Untersuchungen bestätigen minimales Infektionsrisiko beim Freiluftsport

Das geringe Infektionsrisiko während des Fußballspielens hatte zuletzt bereits eine gemeinsame Studie der Universität des Saarlandes und der Universität Basel unterstrichen. Im Zeitraum von August bis Dezember 2020 waren mehr als 780 Partien aus Profiligen und dem Amateurbereich mit mindestens einem SARS-CoV2-verdächtigen Spieler analysiert. Ziel war - neben der Erfassung infektiöser Spieler*innen in Spiel oder Training - eine Einschätzung des individuellen Infektionsrisikos für die Beteiligten. Dabei konnte nur in einem Fall eine Infektion mit SARS-CoV-2 während eines Spiels nicht gänzlich ausgeschlossen werden. "Diese Ergebnisse stehen auch im Einklang mit der umfangreich gesichteten internationalen Literatur, beispielsweise den kürzlich veröffentlichten Resultaten aus dem englischen Rugby", sagte Prof. Dr. Tim Meyer, Leiter der Medizinischen Kommission des DFB, vor wenigen Wochen.

Aktuell ist der Trainingsbetrieb im Fußball je nach Bundesland nur sehr eingeschränkt oder zum Teil gar nicht möglich. DFB-Präsident Fritz Keller und Vizepräsident Dr. Rainer Koch hatten in einem gemeinsamen Statement Ende März nach dem bisher letzten Bund-Länder-Gipfel erklärt: "Bei aller gebotenen Vorsicht angesichts steigender Infektionszahlen bedauern wir es sehr, dass aktuell abermals Verbote im Mittelpunkt stehen und nicht Lösungen, die Wege bieten, angemessen mit der Pandemie umzugehen. Denn die hat der Sport aufgezeigt. Gerade der Fußball verfügt über erprobte und funktionierende Konzepte, das haben die Wochen, als in Vereinen wieder trainiert werden konnte, zum wiederholten Male unter Beweis gestellt. Wir haben auch unsere etablierten Strukturen angeboten, wenn es beispielsweise darum geht, endlich breit angelegte Testungen umzusetzen."

Wie es dem Amateurfußball nach einem Jahr mit der Pandemie geht, hat der DFB kürzlich in einer großen bundesweiten Online-Umfrage ermittelt. Die Resonanz war gewaltig. Mehr als 100.000 Menschen nahmen teil, verteilt über nahezu alle Altersgruppen. Die Ergebnisse zeigen: Die Sehnsucht nach der Rückkehr auf den Platz ist gewaltig, die Herausforderungen für die Vereine sind es ebenfalls. 98 Prozent der Befragten vermissen den Amateurfußball, 96 Prozent die Aktivitäten in ihrem Verein. Besonders fehlen den Menschen die Gemeinschaft und das Gemeinschaftsgefühl (71 Prozent), noch mehr sogar als das aktive Fußballspielen selbst (68 Prozent).

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