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Inklusion |16.07.2021|15:30

Inklusion im Sport: "Fußball als Türöffner"

Fritz Quien: "Die Begeisterung in den Gesichtern der Teilnehmer*innen zu sehen, ist unglaublich."[Foto: privat]

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Fritz Quien ist seit mehr als 17 Jahren als Trainer für Fußballer mit mentaler Beeinträchtigung bei der Landesauswahl Baden-Württemberg aktiv ist. Am Stützpunkt in Stuttgart trainieren alle vier Wochen Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit Handicap unter dem Dach des Projektes "Pfiff". Seit dreieinhalb Jahren gibt es dieses inklusive Training, das in Zusammenarbeit mit dem VfB Stuttgart, den drei Fußballverbänden in Baden-Württemberg und den Behindertensportverbänden entstanden ist.

Hauptberuflich arbeitet Fritz Quien als Lehrer. Durch seinen Einsatz für die Inklusion wechselte er vor ein paar Jahren von der Realschule an die Gustav-Werner-Förderschule in Ulm. Zusätzlich engagiert sich der 60-Jährige bereits seit mehr als zehn Jahren als Referent beim DFB-Junior-Coach. Für den früheren Spielertrainer des SV Asselfingen eine "absolute Herzensangelegenheit", wie er im Interview verrät.

FUSSBALL.DE: Herr Quien, wie bekommen Sie all diese unterschiedlichen Aufgaben unter einen Hut?

Fritz Quien:  (lacht) Ich habe das große Glück, von meinem Beruf als Lehrer freigestellt zu werden. So unterrichte ich nur eine bestimmte Anzahl an Stunden in der Schule und nutze die freie Zeit für die verschiedenen Projekte. Ohne Freistellung wäre es unmöglich, allem gerecht zu werden.

"Der Einsatz für Menschen mit Handicap ist eine absolute Herzensangelegenheit für mich geworden"

Wie kam es zu Ihrem besonderen Einsatz für Inklusion?

Quien:  Durch meine Tätigkeit im Fußballverband erhielt ich vor einigen Jahren die Anfrage, ob ich Menschen aus Behinderteneinrichtungen auf das Fußballtraining vorbereiten kann, weil sie eine Trainerlizenz erwerben möchten. Das habe ich getan und schon kam eine weitere Anfrage. Diesmal sollte ich eine Landesauswahl in Baden-Württemberg aufbauen und diese Auswahl trainieren. Auch da habe ich sofort zugesagt und seitdem hat sich mein Leben verändert. Der Einsatz für Menschen mit Handicap ist eine absolute Herzensangelegenheit für mich geworden.

Neben den drei angesprochen Jobs sind Sie auch als Referent beim DFB-Junior-Coach tätig. Erst letzte Woche waren Sie bei einem Lehrgang in Ulm vor Ort.

Quien:  Der Junior-Coach ist ein tolles Projekt vom DFB, in dem Jugendlichen in 40 Stunden das Handwerkszeug als Trainer vermittelt wird. In Ulm ist der Lehrgang am Anna-Essinger-Gymnasium in der 9. Klasse Pflicht. Da coronabedingt nicht wie üblich zwei Schulen am Ende des Lehrgangs ein Fußballturnier spielen konnten und ich an der Förderschule als Lehrer arbeite, dachte ich es sei eine gute Idee für beide Seiten, meine Förderschüler im Turnier spielen zu lassen, um so Jugendliche mit und ohne Handicap zusammenzubringen. Das haben wir dann gemacht und es hat super funktioniert.

Was zeichnet den DFB-Junior-Coach generell aus?

Quien:  Der Lehrgang ist einfach klasse. Hier wird Jugendlichen gezeigt, dass sie aktiv am Vereinsleben teilnehmen können. Ihnen wird gelehrt, wie man ein Fußballtraining auf die Beine stellt, wie man mit jungen Menschen umgeht und was es dabei zu beachten gilt. An der Schule in Ulm müssen die Schüler*innen ein Vereinspraktikum an den erfolgreich abgeschlossenen Lehrgang anhängen. Das sollte nicht nur hier, sondern überall so sein, denn nur so kann die Jugendarbeit in den Vereinen nachhaltig gefördert werden.

Welches Feedback gibt es von den frischgebackenen Junior-Coaches zum Lehrgang?

Quien:  Das ist immer wieder zum Schmunzeln, denn ich habe schon so oft von Teilnehmer*innen gehört: "Am Anfang war ich skeptisch, aber am Ende habe ich viel gelernt." Und so war es auch diesmal. Vor allem hinsichtlich dessen, wie man eine Sportstunde aufbaut, auf was Wert gelegt werden muss und welche Stellschrauben zu drehen sind, lernen die Schüler*innen viel dazu. Nicht zu vergessen sind dabei Rhetorik und Mimik, die Ansprache an eine Gruppe und somit die Akzeptanz als Coach. Das sind alles Dinge, die beim Junior-Coach gelehrt werden und dafür gibt es in 95 Prozent der Fälle positives Feedback.

Was ist mit den restlichen fünf Prozent?

Quien:  Es gibt immer Jugendliche, die sagen: "Für mich war das nichts." Die kommen mit der entsprechenden Einstellung auf den Platz und die kann man auch nicht mehr einfangen. Aber es kann ja auch nicht nur trainerbegeisterte, jugendliche Fußball-Coaches geben.  (lacht)

Sie hatten beim letzten Lehrgang Ihre Förderklasse, also Menschen mit Handicap, dabei. Wie war das Feedback zu diesem speziellen Lehrgang?

Quien:  Die Schüler*innen des Anna-Essinger-Gymnasiums waren überrascht, was wir für super Fußballer in der Förderschule haben! Während des Spiels kam sogar eine Gymnasiallehrerin zu mir und meinte, meine Schüler*innen wären besser als ihre. Das war definitiv ein Highlight  (lacht)  und schön zu sehen, wie schnell sich das Blatt gewendet hat. Die direkte Begegnung zwischen beiden Gruppen hat dazu geführt, dass die Gymnasiasten ihre Gesundheit mehr zu schätzen wussten und ein besseres Verständnis für Menschen mit Handicap entwickeln konnten. Sie haben von einer Veränderung des Blickwinkels erzählt und wenn das hängenbleibt, haben wir viel erreicht.

Was läuft beim Thema "Fußball und Inklusion" schon gut und was müsste noch verbessert werden?

Quien:  Was gut läuft, ist das Pilotprojekt "Inklusion", das über die Sepp-Herberger-Stiftung gestartet wurde. Es ist richtig und wichtig, dass dieses Thema endlich publik wird und nächstes Jahr auch entsprechende Fortbildungen angeboten werden. Großen Handlungsbedarf sehe ich allerdings noch bei der Frage, wie wir Vereine dazu bringen können, eine Inklusionsgruppe zu gründen. Die Vereine haben sowieso mit Trainermangel, Platz- und Hallendefiziten zu kämpfen. Für eine Inklusionsgruppe braucht es wiederum Trainer, Hallenzeiten, usw. Das ist ein großes Problem, für das ich mir seitens der Fußballverbände und der Politik finanzielle Anreize wünsche, um die soziale Verantwortung der Vereine zu thematisieren. Viele Menschen mit Beeinträchtigung wollen Teil des Fußballs sein, bisher gibt es aber keine Möglichkeiten. Das muss sich schleunigst ändern.

Wie können sich Vereine für Menschen mit Handicap öffnen?

Quien:  Das ist eigentlich keine große Sache. Man müsste Menschen mit Handicap nur vermitteln: "Freitag um 13 Uhr ist der Platz für euch frei, ihr könnt kommen und Fußball spielen. Es ist jemand da, es sind Bälle da und es ist Equipment da. Kommt und spielt." Genau so machen wir es beim Projekt "Pfiff" auch und das funktioniert super. Die Menschen, die an den Sportplatz kommen, sind dann übrigens nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch mit Beeinträchtigungen. Damit ist z.B. auch der kleine, übergewichtige Junge gemeint, der gerne Fußball spielt, es aber nicht in die Fußballmannschaft schafft. Er kann kommen und spielen, so gut er kann und wie es ihm Spaß macht. Trifft dieser kleine Bursche am Platz auf eine Person mit geistigem und/oder körperlichem Handicap, ist es umso besser, denn das ist Inklusion pur. Da frage ich mich, warum Vereine diese Möglichkeit nicht anbieten könnten und sollten.

Würden Sie sagen, der letzte Lehrgang war beispielhaft dafür, wie einfach Fußball verbindet?

Quien:  Ja, natürlich. Die Begeisterung in den Gesichtern der Teilnehmer*innen zu sehen, ist unglaublich. Die Jugendlichen kommen auf mich zu, umarmen mich nach dem Spiel und sind überglücklich. Man sieht ihnen an, dass sie sich wertgeschätzt und auf dem Fußballplatz als Teil der Gesellschaft fühlen. Das ist wunderbar und exakt der Grund, warum ich all das mache.

Was kann in Ihren Augen speziell der Fußball in Sachen Inklusion leisten?

Quien:  Fußball ist meiner Ansicht nach die ideale Sportart für Inklusion. Beim Fußball kann jeder mitmachen. Wir spielen mit Rollstuhlfahrer*innen, mit körperlich und geistig Behinderten, Leuten mit Handicap und ohne. Jeder kann Teil des Spiels sein und das macht es so besonders einfach. Fußball ist die Sportart, die als Türöffner fungieren kann, denn unabhängig vom körperlichen oder geistigen Zustand kann der eine vielleicht grätschen, der Nächste sich in den Passweg stellen, ein anderer den Ball weiterschieben und wieder ein anderer das Tor schießen. Fußball bietet alles, was Inklusion braucht und genau davon brauchen wir mehr.

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