Sechs Tore im Kreispokal, insgesamt schon 28 Treffer in der Vorbereitung – und das nur in sieben Spielen. Bakir Kubilay ist gut drauf, der Goalgetter der Sportfreunde Haverkamp hat einen Lauf vor dem gegnerischen Kasten. Kein Wunder, denn mit Vorlagen füttern ihn Mitspieler mit einem prominenten Namen.
Der B-Ligist ist nämlich die neue fußballerische Heimat von Mutlu und Serdar Özil. Der ältere Bruder des Weltmeisters von 2014, Mesut Özil, und der Cousin des Fenerbahce-Istanbul-Stars, sind vor zwei Jahren von Firtinaspor Gelsenkirchen zu den Sportfreunden gewechselt. Bakir Kubilay profitiert nun von den technischen Fähigkeiten der Özil-Verwandtschaft und seinen anderen Teamkollegen.
Und zwar so sehr, dass er einen klassenhöheren Gegner mal eben im Alleingang aus dem Kreispokal geschossen hat. 6:1 hieß es am vorigen Sonntag auf der Sportanlage Lohmühle im Duell beim A-Ligisten Westfalia Buer .
In Haverkamp, einem Stadtteil im Nordosten Gelsenkirchens, wo der einstige Schalke-Star Reinhard "Stan" Libuda aufwuchs, wollen die Sportfreunde an bessere Zeiten von früher anknüpfen. Neben Mutlu und Serdar Özil ist es eben vor allem Bakir Kubilay, der Hoffnungen auf einem baldigen Aufstieg in die Kreisliga A macht. "Wir haben eine gute Mannschaft zusammen und können auf jeden Fall oben mitspielen", meint der 27-Jährige.
"Vor dem Tor bin ich eiskalt"
Schon als kleiner Junge kickt Bakir Kubilay auf der roten Asche auf dem Sportplatz an der Reckfeldstraße in Gelsenkirchen-Bismarck. Weil er talentiert ist, wechselt er in der C-Jugend zunächst zur SSV Buer, dann klopft der FC Kray aus Essen an und sogar Rot-Weiss Essen lädt ihn zum Probetraining ein.
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Ein Wechsel an die Hafenstraße kommt aber nicht zustande, sodass Bakir Kubilay ein wenig auf Wanderschaft geht. In den A-Junioren schließt er sich zunächst dem DSC Wanne-Eickel an, dann lockt ihn Firtinaspor Gelsenkirchen, wo er bereits mit den Özils zusammen in einem Team spielt und Mesut gelegentlich am Platz vorbeischaut. Die nächste Station ist Zonguldakspor Bickern, die Herner schießt er mal eben mit 49 Saisontoren in die Kreisliga A. Dann kehrt er zu den Sportfreunden Haverkamp zurück. "Hier bin ich zu Hause, hier fühle ich mich wohl", nickt Bakir Kubilay.
Fußball ist in der Familie immer ein Thema. Papa Rasim kickt früher selbst bei Firtinaspor und ist dort zwischenzeitlich auch Bakirs Trainer. Sein Bruder Ridvan ist beim Landesligisten Erle 08, dem früheren Klub von Ex-Schalke-Nationalspieler Rüdiger "Abi" Abramczik, am Ball. "Wir haben auch oft zusammen trainiert, wenn kein Mannschaftstraining war", verrät Bakir Kubilay.
Er weiß, dass er mit seinen Fähigkeiten locker auch ein, zwei Ligen höher spielen könnte. "Wir sind sehr froh, dass wir Bakir haben", nickt Haverkamps Vorsitzender Adem Kirazli, Trainer der ersten Mannschaft in Personalunion. "Er hat auf dem Platz immer eine Idee und ist von den gegnerischen Abwehrspielern schwer zu halten." Beim Sechserpack im Kreispokal in Buer spielt Bakir Kubilay vor allem seine Antrittsschnelligkeit aus. Dann lauert er 30, 40 Meter vor dem gegnerischen Kasten und muss nur steil geschickt werden. "Und vor dem Tor bin ich eiskalt", meint der Knipser lachend.
Bakir Kubilay weiß, dass er nicht jeden Sonntag sechs Treffer raushauen wird und auch nicht 28 in sieben Spielen, wie bisher in der Vorbereitung. Für das erste Punktspiel an diesem Sonntag bei der Spielvereinigung Middelich-Resse aber hat sich der Angreifer schon einiges vorgenommen. "Drei Tore sind auch okay", kündigt Bakir Kubilay grinsend an.
Autor/-in: Günter Schneider