Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Seitfallzieher |06.04.2021|14:30

Premiere 1989: Torwart schießt Tor des Monats

Trainiert beim SV Bad Heilbrunn auch die Nachwuchstorhüter: Gerald Hillringhaus.[Foto: privat]

Anzeige

Es läuft die 89. Minute im Bayernliga-Spiel zwischen Türk Gücü München und dem MTV Ingolstadt, als Gerald Hillringhaus nach vorne stürmt. Seine Mannschaft liegt 0:1 hinten, das soll nicht so bleiben. Als "Gerry" spektakulär zum 1:1 trifft, brechen alle Dämme – und der Torschütze geht in die Geschichte des deutschen Fußballs ein.

Gerald Hillringhaus ist der erste Keeper, der mit dem "Tor des Monats" ausgezeichnet wird. Hunderttausende Teilnehmer*innen bei der Abstimmung im Rahmen der ARD-Sportschau wählen im September 1989 den Seitfallzieher des Münchner Amateurtorhüters zum besten Treffer des Monats.

Zum 50-jährigen Jubiläum des Formats zeigte die Sportschau  am Sonntag in einer Sondersendung noch einmal die wichtigsten und kuriosesten Buden seit dem ersten "Tor des Monats" im März 1971. Gerald Hillringhaus, der mit 58 Jahren heute noch als Stand-by-Keeper beim SV Bad Heilbrunn aktiv ist und im Verein Einzeltraining für Nachwuchsschnapper gibt, erinnert sich an diesen unvergesslichen Tag.

FUSSBALL.DE: Herr Hillringhaus, wie oft sind Sie in den letzten Tagen auf Ihr "Tor des Monats" vom 23. September 1989 angesprochen worden?

"Unser Trainer hat noch geschrien: 'Was machst du da? Bleib im Tor!' Doch ich habe nicht auf ihn gehört – letztlich war das die richtige Entscheidung"

Gerald Hillringhaus:  Da war schon einiges los. Es gab einige Medienanfragen und natürlich den Dreh mit dem Sportschau-Team bei uns in Bad Heilbrunn auf der Anlage. Ich freue mich natürlich, dass in einer Sendung mit so vielen namhaften Fußballern auch über mich berichtet wurde.

Wie kam es vor nunmehr über 31 Jahren dazu, dass Sie als Torhüter den Spielausgang selbst in die Hand genommen haben?

Hillringhaus:  Das sind so Momente, die man nicht planen kann. Wir lagen 0:1 gegen Ingolstadt hinten, und es waren nur noch wenige Minuten zu spielen. Wir hatten eine Ecke, also habe ich mich auf den Weg nach vorne gemacht. Unser Trainer hat noch geschrien: "Was machst du da? Bleib im Tor!" Doch ich habe nicht auf ihn gehört – letztlich war das die richtige Entscheidung.

Das Ding hätte kaum ein Stürmer besser machen können.

Hillringhaus:  Die Ecke kommt von links in den Strafraum geflogen und ich lege mich quer in die Luft. Dass der Ball dann oben in den Winkel einschlägt, hätte ich auch nicht gedacht. Da gehört natürlich auch ein bisschen Glück dazu, aber es war schon eine schöne Aktion. Dabei sollte mich der Stürmer, der vorher das 1:0 für den MTV gemacht hat, eigentlich decken. Der hat das aber wohl nicht ganz ernst genommen (lacht) .

Hatten Sie schon immer versteckte Torjäger-Qualitäten?

Hillringhaus:  Zumindest habe ich in der Jugend lange vorne gespielt, ehe ich ins Tor gewechselt bin. Bei meinem ersten Verein, dem TSV Gilching-Argelsried, gab es nur zwei Nachwuchsteams, die C-Schüler und die A-Jugend. Samstags habe ich bei der Schülermannschaft im Kasten gestanden und sonntags bei den Älteren im Sturm gespielt.

War das "Tor des Monats" der größte Moment in Ihrer fußballerischen Karriere, vor allem, wenn man den Rummel bedenkt, den es jetzt um die Sondersendung zum 50-Jährigen gegeben hat?

Hillringhaus:  Es war einer der größten Momente, aber es gab auch einige andere, die ich gerne in Erinnerung habe. Ich habe ja im Fußball ziemlich viel erlebt, ob jetzt bei 1860 München, den Bayern oder später, als ich meine Heimat verlassen habe und auf Schalke sowie bei Tennis Borussia gespielt habe.

Erzählen Sie bitte!

Hillringhaus:  Mit 16 Jahren vom kleinen TSV Gilching zu den "Sechzgern" zu wechseln, war schon eine große Veränderung für mich. Dort war ich 1982 beim Zwangsabstieg von der zweiten Liga dabei, das war eine unruhige Zeit. Vom FC Bayern bin ich dann ja erst acht Jahre später verpflichtet worden und habe nach den Jahren bei Türk Gücü und der Spvgg Bayreuth wieder eine neue Welt erlebt. Als ich 1991 zu meinem ersten Bundesliga-Einsatz kam, weil sich Raimond Aumann verletzt hatte, war das schon eine schöne Bestätigung für meine harte Trainingsarbeit in den vielen Jahren davor. Aber auch bei den Bayern gab es damals nicht nur rosige Zeiten.

Was meinen Sie genau?

Hillringhaus:  Natürlich war der Verein immer erfolgsverwöhnt, daher war es schon eine riesige Enttäuschung, dass wir 1992 nur den UEFA-Cup erreicht haben. Und dann sind wir schon in der zweiten Runde gegen B 1903 Kopenhagen rausgeflogen, weil wir das Hinspiel in Dänemark mit 2:6 verloren hatten. Das war so ein Spiel, in dem keiner seine Normalform erreicht hatte und unerklärliche Fehler passiert sind. So kam es zu einem der schwärzesten Tage der Bayern-Vereinsgeschichte – und ich war leider dabei. Aber es überwiegen die guten Spiele und die schönen Erlebnisse.

Sie scheinen kein Alter zu kennen. Mit über 40 standen Sie noch regelmäßig im Tor des SV Pullach und letztes Jahr, mit 58, feierten Sie sogar Ihr Comeback für den SV Bad Heilbrunn. Woher nehmen Sie Ihre Fitness?

Hillringhaus:  Das hat mehrere Gründe. Erstens habe ich immer auf meine Gesundheit geachtet und hatte auch das Glück, dass ich von schweren Verletzungen verschont geblieben bin. Hinzu kommt, dass ich hier in der Region Bad Tölz in einer Gegend lebe, die viele Gelegenheiten bietet, um sich zu bewegen und Sport zu treiben. Von daher freue ich mich, dass ich körperlich nach wie vor gut in Form bin – und es hoffentlich bleiben werde.

Sie trainieren beim SV Bad Heilbrunn auch junge Torhüter, wie man im Beitrag der Sportschau gesehen hat. Wissen die Kids, dass Sie einen Torschützen des Monats vor sich haben?

Hillringhaus:  Vorher wussten sie das wohl nicht, aber als das Kamerateam dann zu den Dreharbeiten auf den Platz kam, haben sie sich darüber schlau gemacht. Mir gefällt es, dass ich meine Erfahrungen an junge Fußballer weitergeben kann und bleibe so weiterhin aktiv.

Werden Sie auch noch einmal selber im Tor stehen, wenn wieder gespielt werden darf und Sie gebraucht werden sollten?

Hillringhaus:  Natürlich! Aber nur dann, wenn sich unsere Torhüter verletzen sollten und kein anderer zur Verfügung stehen sollte. Dann ziehe ich gerne wieder meine Handschuhe an. 

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.
Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Lieber Fußballfreund,

du möchtest gern einen Beitrag, z.B. Musik, Fotos, Videos, Daten oder einen Zeitungsartikel (nachfolgend „Inhalte“) hochladen? Wir möchten dich an dieser Stelle gern nochmal daran erinnern, dass die Verantwortung für die von dir hochgeladenen Inhalte bei dir liegt. Bitte vergewissere dich also zunächst, ob die Inhalte unseren Vorgaben entsprechen (siehe die ausführlichen Bestimmungen unter „Nutzungsbedingungen“ und „Inhalteverantwortung“) und insbesondere ob du über die entsprechenden Nutzungsrechte an den Inhalten verfügst. Diese liegen in der Regel bei Dritten und nicht bei dir, wenn du Inhalte aus dem Internet (z.B. Fotos bekannter Personen, Videos oder Zeitungsartikel) kopierst und hochlädst.

Bitte beachte: Wenn du die Nutzungsrechte an den Inhalten nicht berücksichtigst, kann es zu kostspieligen Abmahnungen und weiteren Forderungen gegen dich kommen. Sofern wir hiermit direkt konfrontiert werden, sind wir berechtigt, deine Daten zum Zwecke der Rechtsverfolgung herauszugeben und mögliche Forderungen an dich weiter zu berechnen.

Weiter