Ein Verein lebt von seinen Mitgliedern – und von Menschen wie Reiner Schwaier, der sich mit Leidenschaft und unermüdlichem Einsatz engagiert. Am Samstag ehrt der DFB im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund 125 Ehrenamtliche - auch Reiner Schwaier von der FSG Riedrode zählt dann zum "Club 100" . Für seinen Klub jongliert er zwischen Schiedsrichteramt, Leitung der Altherren-Abteilung, Gehfußball und der Bewirtung im Vereinsheim.
Ehrenamtliches Engagement ist das Fundament des Amateurfußballs – rund 400.000 Ehrenamtliche und insgesamt 1,7 Millionen freiwillig engagierte Menschen in Deutschland investieren täglich Zeit und Energie in ihre Vereine. Diese Ehrenamtlichen sind das Rückgrat des Vereinslebens und sorgen dafür, dass der Spielbetrieb reibungslos funktioniert. Sie halten den Spielbetrieb am Laufen, kümmern sich um Nachwuchsarbeit und sorgen dafür, dass Sportstätten gepflegt bleiben. Ohne diesen selbstlosen Einsatz wäre das Vereinsleben kaum denkbar.
Ein Leben für den Verein
Reiner Schwaier ist einer von denen, der alles für seinen Verein gibt – und das bereits seit 40 Jahren. Mit zarten 21 Jahren trat er erstmals als Schiedsrichter auf den Platz. Heute ist er immer noch aktiv und kümmert sich als Schiedsrichter-Beauftragter zusätzlich um seine fünf Kollegen und motiviert immer wieder neue Mitglieder, den Schiedsrichterweg einzuschlagen. Auch als Vorsitzender der Altherren-Abteilung zeigt Reiner großes Engagement. Mit der Ü 35 wurde er dreimal Kreispokalsieger, mit der Ü 40 zweimal. Beim Hessenpokal hat es dann zwar nicht für das Treppchen gereicht, aber die Teilnahme war stets ein großer Erfolg für den Verein.
Woche für Woche treffen sich 16 bis 18 Spieler im Alter zwischen 45 und 75 Jahren zum Gehfußball-Training – für Reiner eine Herzensangelegenheit. Sogar aus 25 Kilometern Entfernung reisen Sportbegeisterte an. Manche, die mit Anfang 30 aufgehört hatten, kicken jetzt mit 70 wieder mit voller Begeisterung. Reiner ist überzeugt, "Der Gehfußball ist die beste Erfindung, die in den vergangenen Jahren herausgebracht wurde." Und nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben ist die Gemeinschaft spürbar – nach dem Training bleibt man noch im Vereinsheim sitzen, redet, isst und trinkt gemeinsam.
"Der Gehfußball ist die beste Erfindung, die in den vergangenen Jahren herausgebracht wurde"
Mit der Einführung des Gehfußball-Teams konnte der Verein sogar den Gold-Staus beim DFB-Punktespiel erreichen und eine stolze Prämie gewinnen. Momentan absolviert Reiner einen Übungsleiterlehrgang für Gehfußball, um die Sparte weiterzuentwickeln. Sein Ziel: Noch mehr Menschen für diesen besonderen Sport begeistern und dem Verein weiterhin neue Impulse geben.
"Der Verein ist wichtig für unser Dorf – nicht nur sportlich, sondern auch kulturell", sagt Schwaier. Das große Fest am Vatertag ist ein Beispiel für die gelebte Gemeinschaft. Deshalb wird es ihm nie zu viel und er geht jedes Mal gerne auf den Platz und sorgt dort für Sauberkeit, leert Mülleimer und kümmert sich um alles, was anfällt.
Mit der Ehre, in den "Club 100" aufgenommen zu werden, hat Reiner nicht gerechnet. Doch alle, die ihn und sein Engagement kennen, wissen: Diese Ehrung hat er sich mehr als verdient.