Brüder-Trio beim SV AKM Köln: "Ohne Fußball geht es nicht"
Dreimal ist in der Aufstellung des SV AKM Köln der Name Reiß zu finden. FUSSBALL.DE spricht mit den Brüdern Toni, Reimund und Marco auch darüber, wer der Beste ist.
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"Mädchen für alles" in Berzbuir: Jürgen Briem. [Foto: DFB]
Sie leben für den Fußball und verleihen dem Amateurbereich ein Gesicht. Aus vielen tausenden Bewerbern wurden sie ausgewählt, um die Werte, Arbeit und Passion des Amateurfußballs zu porträtieren. FUSSBALL.DE hat mit den Protagonisten der Kampagne "Unsere Amateure. Echte Profis." über ihre Geschichte und Leidenschaft für den Sport gesprochen. Heute: Jürgen Briem, der - fast - alle Vereinsjobs schon bekleidet hat.
Wer von sich selber behauptet, das "Mädchen für alles" zu sein, der darf sich in seiner Rolle nicht unwohl fühlen. "Mädchen für alles", das klingt irgendwie negativ, manchmal sogar abwertend. Im Falle von Jürgen Briem entspricht die Bezeichnung keiner dieser Assoziationen. Im Falle von Jürgen Briem ist es eine Art Auszeichnung, eine Anerkennung seiner Vielseitigkeit.
Denn der 43-Jährige hat in "seinem" Verein, dem FC Bergwacht Berzbuir, schon so manche Funktion innegehabt: Spieler (Jugend- und Seniorenbereich), Trainer, Betreuer, Teammanager, Ansprechpartner für Sponsoren und eben Platzwart.
"Hier wird der Fußball noch gelebt. Hier wird noch Einsatz gezeigt, die Leute sind mit Herzblut dabei. Ohne diese Basis gäbe es auch keinen Profifußball"
Doch auch eine andere Beschreibung trifft zu: "Ich bin Teil der Mannschaft, stehe mit den Jungs im ständigen Kontakt", berichtet Briem. Mit dem einen oder anderen Aktiven hat er selbst noch zusammengespielt, aktuell versucht er, wieder eine Alte-Herren-Mannschaft ins Leben zu rufen. Eines wird schnell klar: Die Arbeit im Verein und auf dem Platz ist fester Bestandteil seines Alltags.
Wenn der Tag als kaufmännischer Angestellter bei einem Versicherungsunternehmen vorbei ist, beginnt die ehrenamtliche Tätigkeit auf dem Sportplatz. Dazwischen noch kurz zusammen mit der Frau zu Abend essen. Willkommen im Amateurfußball. Oder wie Jürgen Briem es formuliert: "Hier wird der Fußball noch gelebt. Hier wird noch Einsatz gezeigt, die Leute sind mit Herzblut dabei. Ohne diese Basis gäbe es auch keinen Profifußball."
Was sich nach Aussagen fürs berühmte Phrasenschwein anhört, meint die "Allzweckwaffe" von Berzbuir jedoch absolut ernst. Sein Zitat zur Bewerbung als Gesicht der Kampagne unterstreicht diese Auffassung: "Ich habe versucht, mal nichts mit Fußball zu machen, es ist eine Woche gut gegangen. Danach stand ich wieder auf dem Platz."
Woher kommt diese Begeisterung? Warum opfert man sich für einen Verein auf, der lediglich eine Seniorenmannschaft im Spielbetrieb hat? "Als ich noch klein war, gab es für uns irgendwie nur den Fußball", sagt Briem. "Über die Zeit wuchs diese Verbundenheit und man bleibt dann einfach dabei." So schnell sind diese Fragen geklärt. Seit 1977 ist der heute 43-Jährige dem Sport verbunden, ohne Unterbrechung. Diesen Mann bringt so schnell nichts mehr aus der Ruhe.
Auch nicht, wenn ihm mal ein Fehler unterläuft. "Ich wollte damals vor dem Spiel noch kurz den Rasen mähen", erzählt er. "Dabei bin ich dann leider zu nah an das Tor gekommen und habe den Pfosten angefahren. Daraufhin ist das gesamte Tor zusammengestürzt." Malheur passiert, Problem gelöst: "Dann mussten wir eben Ersatz beschaffen."
Der gebürtige Dürener hat sich an solche Kompromisse gewöhnt. Denn wer seit über 20 Jahren im Amateurfußball unterwegs ist, kennt die kleinen und großen Hürden des Tagesgeschäfts. Bei der Bergwacht aus Berzbuir heißen diese Hindernisse unter anderem fehlendes Flutlicht und unbespielbare Plätze. "Im Winter müssen wir auf einen Bolzplatz im Dorf ausweichen, und ab November kann eigentlich kein Heimspiel mehr ausgetragen werden", erläutert Briem die Situation. "Dazu kommt, dass pro Saison zwei- bis drei Spiele abgesagt werden müssen. Aber das kann man dann nicht ändern." Wie gesagt: Unruhig schlafen lassen ihn diese Probleme nicht.
Fragt man nach der Meinung seiner Frau zum Aufwand, den der 43-Jährige für den Verein betreibt, klingt die Antwort ähnlich: "Sicherlich gab es auch schon das eine oder andere Mal kleine Auseinandersetzungen wegen dem Fußball. Aber das ist, denke ich, ganz normal und gehört auch dazu. Das legt sich dann auch wieder." Man findet Lösungen. Unaufgeregt. Ohne Hektik.
Wahrscheinlich lässt es sich auch nur so als Ehrenamtler im Amateurfußball gut leben. Wenn man sich nicht von jedem Widerstand aus der Ruhe bringen lässt, wenn nicht jedes Störfeuer zum Waldbrand wird. Jürgen Briem lebt es vor. Mit viel Hingabe, Hilfsbereitschaft und vorbildlichem Einsatz. Aber ohne Aufregung.
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