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Irres Comeback |03.04.2017|11:41

2000 Zuschauer! Tim Wiese rockt die Kreisliga

Kompromisslos auch in der Kreisliga: Tim Wiese bei seinem Comeback. [Foto: Getty Images]

Im Kreisliga-Derby zwischen der SSV Dillingen und dem TSV Haunsheim laufen die letzten Minuten. 1:2 liegen die Gastgeber zurück, werfen alles nach vorne und drücken auf den Ausgleichstreffer. Ein Tor wäre eminent wichtig, schließlich steht Dillingen als Vorletzter der Tabelle mit dem Rücken zur Wand und braucht im Kampf gegen den Abstieg jeden Punkt.

Tim-Wiese-Sprechchöre hallen durch das mit mehr als 2000 Zuschauern prall gefüllte Donaustadion - ein Schmuckkästchen. Der Heim-Torwart im pinken Trikot mit der Nummer 99 auf dem Rücken macht sich bei jedem Eckball auf den Weg in den gegnerischen Strafraum. Er haut sich in die Luftduelle, peitscht seine Vorderleute nach vorne und läuft wieder zurück ins Tor. Die SSV Dillingen belohnt sich am Ende nicht für den aufopferungsvollen Kampf, das Lokalduell gegen Haunsheim geht mit 1:2 verloren. Tim Wiese zieht sich direkt nach dem Schlusspfiff erst einmal enttäuscht von der Niederlage zum Durchschnaufen in die Kabine zurück. Das Ganze ein Aprilscherz? Mitnichten!

Es war ein außergewöhnliches Kreisliga-Spiel am Samstag im schwäbischen Dillingen. Alle Augenpaare hatten beinahe nur einen im Blick, Tim Wiese. Der frühere Nationaltorwart und Bundesliga-Star feierte nach mehr als vier Jahren sein Pflichtspiel-Comeback auf dem grünen Rasen. Und das nicht für einen Profiklub, sondern im Amateurfußball, zwischen den Pfosten eines bayerischen Kreisligisten.

Großes Medieninteresse

"Was heute in Dillingen passiert ist, war Werbung für den Amateurfußball"

Das Spiel? Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte der SSV Dillingen und des TSV Haunsheim. Ein Highlight für den gesamten bayerischen Amateurfußball. Ein riesengroßes Medienspektakel mit zahlreichen Kamerateams und Fotografen. FIFA, BILD, SPORT1, Sky, Pro7/Sat.1, Bayerischer Rundfunk, SID, DPA, Augsburger Allgemeine, Augsburg.TV   - allesamt waren sie gekommen.

„Was heute in Dillingen passiert ist, war Werbung für den Amateurfußball“, sagte Dr. Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) und 1. DFB-Vizepräsident Amateure. „Natürlich ist Tim Wiese ein Highlight, das man nicht jede Woche haben kann. Der Amateurfußball muss aber mit der Zeit gehen. Dillingen hat in der Regel etwa hundert Zuschauer, heute waren über 2000 im Stadion. Wir können nicht damit rechnen, dass die Menschen Woche für Woche von alleine zum Fußballplatz kommen. In unserer eventisierten Gesellschaft müssen wir besondere Höhepunkte schaffen und einzelne Partien wie Derbys oder Relegationsspiele herausstellen. Dann kommen die Menschen auch gerne. Dillingen hat das großartig hinbekommen. Kompliment auch an Tim Wiese!“

„Der Amateurfußball rückt aufgrund des Profisports immer weiter in den Hintergrund. Ich bin froh, dass ich etwas dazu beitragen konnte, dem Amateurfußball heute eine so große Aufmerksamkeit zu verleihen. Die Kulisse mit den vielen Zuschauern war super und das Spiel für die Mannschaft, für den Verein und natürlich auch den Gegner ein absolutes Highlight“, sagte Tim Wiese, inzwischen aus der Kabine auf den Rasen zurückgekehrt, ins BFV.TV-Mikrofon.

Auch Dillingens 1. Vorsitzender Christoph Nowak war trotz der Niederlage zufrieden: „Schönes Derby, tolle Kulisse! Das zeigt, dass man im Amateurfußball durchaus noch was bewegen kann. Man muss einfach auch mal querdenken und Dinge angehen, die unmöglich erscheinen. Man muss kämpfen und nicht den Kopf in den Sand stecken und jammern. Ich möchte alle meine Kollegen ermuntern, kreativ zu sein.“

Im Netz und den sozialen Medien war das Comeback von Tim Wiese ebenfalls ein Renner: Alleine der Livestream auf der Facebook-Seite des BFV , der gemeinsam mit seinem Partner „Die Ligen“ erstmals ein Amateurfußball-Spiel in voller Länge übertragen hatte, erzielte bis Sonntagmorgen bereits eine Gesamt-Reichweite von mehr als 2,1 Millionen Usern und 560.000 Videoaufrufen, Tendenz steigend. 5157 Zuschauer waren in der Spitze zeitgleich dabei, es gab mehr als 3500 Reaktionen und 1900 Kommentare, 283-mal wurde der Livestream geteilt.

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