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Bittere Bilanz |16.07.2017|13:10

383 Gegentreffer! Heessen hatte trotzdem Spaß

Die Frauen der SVE Heessen ließen sich die Freude am Spiel nicht nehmen - trotz 30 Niederlagen und 383 Gegentreffern. [Foto: privat]

Die Damenmannschaft des SVE Heessen aus der Bezirksliga Westfalen, Staffel 7, ist die erfolgloseste Mannschaft Deutschlands. Den Spaß am Spiel lassen sich die Fußballerinnen aus Hamm dennoch nicht nehmen.

Die Frauen des SVE Heessen gingen in jedem ihrer 30 Saisonspiele als Verliererinnen vom Platz. Besonders frustrierend lief die vergangene Spielzeit für die Torhüterinnen des Teams, die sage und schreibe 383 Mal hinter sich greifen mussten. Der Gegentorflut stehen lediglich zwölf eigens erzielte Treffer gegenüber. Die harten Fakten sprechen für sich und machen eines deutlich: Die Heesserinnen stellten in der vergangenen Saison das erfolgloseste Damenteam der Republik.

"Egal wie viele Dinger wir heute reinbekommen. Hauptsache wir haben Spaß"

Woche für Woche mussten die Spielerinnen des SVE mächtig Prügel einstecken. Im Schnitt galt es knapp 13 Gegentreffer zu verkraften. Wenig verwunderlich, dass sich die Mannschaft gerade zum Ende der Saison einiger besonderer Motivationstricks bediente. „Meistens hörten wir nach dem zweiten Gegentreffer einfach auf zu zählen. Wir haben uns dann gesagt: ,Egal wie viele Dinger wir heute reinbekommen. Hauptsache wir haben Spaß´“, verrät Spielführerin Sandra Nowak den psychologischen Kniff der Westfälinnen und ergänzt: „Wir haben so eine geile Truppe mit großem Zusammenhalt, da haben wir die sportlichen Rückschläge einfach weggesteckt.“

Wenn man sich mit der Horrorsaison der SVE-Frauen auseinandersetzt, muss man zwingend einen Blick auf die Vergangenheit des Klubs werfen. Nach der Gründung vor zehn Jahren schwebte die Mannschaft aus dem Norden Hamms lange auf einer echten Erfolgswelle. Gipfel des sportlichen Höhenflugs: 2014 stieg Heessen sensationell in die Landesliga auf. In der Premierensaison belegte der SVE einen achtbaren Tabellenrang, holte zudem den Kreispokal.

Der Erfolg weckte Begehrlichkeiten bei anderen Klubs, hinzu kamen Unstimmigkeiten im Trainerteam. So verließen vor der Saison 2015/16 neben den beiden Trainern nahezu alle Stammspielerinnen den Verein. Die Abgänge konnten nicht kompensiert werden. Nach einer größeren Verletzungsmisere im Laufe der Saison, mussten die Westfälinnen ihre Teilnahme am Ligabetrieb zurückziehen.

Nach dem folgenden Zwangsabstieg brach die ohnehin schon spärlich besetzte Mannschaft dann endgültig auseinander. Mit Sandra Nowak blieb lediglich eine Spielerin aus der einst so glanzvollen Landesligamannschaft übrig. Um einen weiteren Zwangsabstieg zu verhindern, sprangen im vergangenen Sommer viele Ehemalige in die Bresche und schnürten aus alter Verbundenheit und nach Jahren der Abstinenz wieder ihre Fußballschuhe. Unter den Rückkehrerinnen waren mittlerweile viele Mütter mit logischerweise begrenztem Zeitbudget. Wenig verwunderlich, dass der Klub nahezu nie ohne Personalsorgen in ein Spiel gehen konnte.

Häufig trat der SVE nur mit der Mindestanzahl von sieben Akteurinnen an. Ein weiterer Zwangsabstieg konnte so zwar gerade noch verhindert werden, sportliche Konkurrenzfähigkeit bestand jedoch nie. „Rückblickend war es illusorisch zu glauben, wir könnten den kompletten Neustart in der Bezirksliga schaffen. Dafür sind die Unterschiede zur Kreisliga im Frauenfußball einfach zu groß. Dort werden wir aber in der nächsten Saison wieder eine ordentliche Rolle spielen“, ist sich Herzblut-Heesserin Nowak sicher. Und selbst wenn es sportlich wieder schleppend laufen sollte, die Freude am Fußball werden sie beim SVE ganz sicher nicht verlieren.

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