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Beliebter Coach |29.07.2020|10:30

Al Khatir: Trainer mit bewegender Geschichte

Zain Alabidin Al Khatir (l.): Als Spieler und Jugendtrainer erfolgreich.[Foto: Bilder Privat / Collage FUSSBALL.DE]

Zain Alabidin Al Khatir ist derzeit wohl der glücklichste Mensch schlechthin in Niedersachsen. Nicht nur, was den Fußball betrifft. Für den 28 Jahre alten Sudanesen ist 2020 ein Jahr, das bereits jetzt einen weiteren höchst bedeutenden Pfeiler in die Biografie dieses Mannes gesetzt hat. Nicht wegen der Corona-Pandemie, nicht wegen der damit verbundenen fußballerischen Unbillen, sondern gleich mehrfach weit darüber hinaus.

Al Khatir nämlich hat sich sein erhofftes endgültiges Bleiberecht in Deutschland auf juristischem Weg doch noch erstritten. Nicht zuletzt wegen seines Engagements im Fußball. 2013 aus dem Sudan aus politischen Gründen geflüchtet, kam er 2015 nach unglaublicher Odyssee in Deutschland an. Von München über Sonthofen nach Niedersachsen, dort von Flüchtlingsunterkunft zu Flüchtlingsunterkunft geschoben. Heute lebt der Sudanese, der daheim in Omdurman an der Ahlia University einst Englisch studiert hat, in Gronau (Leine) in einer eigenen Wohnung und wird in Deinsen zum KFZ-Mechatroniker ausgebildet. Im September 2021 ist die Gesellenprüfung.

Fußballerisch führte der Weg zunächst zum SV Eime und TSV Deinsen . Schnell erkannte Al Khatir, der in Deinsen in einer Saison 20 Tore erzielen konnte, schon als Kind in seinem Heimatdorf in Nord Darfur viel und gerne gekickt hatte, dass er nachwievor gerne gegen den Ball tritt. "In einem richtigen Verein. Nicht auf dem Sand unserer Straße mit den Nachbarjungs", wie er zurück blickt. "Vereinsstrukturen gab es in unserer ländlichen Region nicht."

"Möchte sehr gerne etwas zurückgeben"

"Ich war schon immer fußballverrückt"

In der Hildesheimer Region entstand auch das Interesse, als Jugendtrainer wirken zu wollen. Weshalb er 2018 auch sehr gerne den Flüchtlingslehrgang des NFV in Barsinghausen nutzte, um sich ausbilden zu lassen. Was seine Leidenschaft noch stärker glühen ließ. Inzwischen hat der Sudanese als erster aus dieser Gruppe gemeinsam mit weiteren Flüchtlingen, etwa den Brüdern Omid und Ainullah Moradi aus Afghanistan, sogar seine C-Lizenz gemacht. Schriftliche Prüfung mit Bravour, ebenso jetzt nach Corona die Lehrprobe. "Kein Problem", sagt Al Khatir, der gerne lacht, stets gut gelaunt und bei seinen beiden aktuellen Teams im MTV 48 Hildesheim gut gelitten ist. Die freizeitorientierten E- und B-Junioren lieben ihren Coach, der jetzt mit ihnen in die zweite Saison geht.

Jeden Samstag trainiert er Kinder zwischen 7 und 11 Jahren. "Ich war schon immer fußballverrückt und bin Trainer aus Leidenschaft." Dabei geht das Engagement von Zain weit über den Fußballplatz hinaus. So holt er die Jungs zu Hause ab und fährt sie nach dem Training auch wieder heim. "Die Kinder brauchen das und ich mache das wirklich gerne", sagt er. "Ohne diesen Service könnten viele sonst gar nicht kommen." Für den Coach ist das keine große Sache. Im Gegenteil. "Ich bin so dankbar, dass ich hier in Deutschland mit offenen Armen empfangen wurde. Deshalb möchte ich sehr gerne etwas zurückgeben".

Durch den Fußball in Deutschland voll angekommen

Im eigenen Team bei den Herren des TSV Gronau hat die Pandemie wie überall im März für ein jähes Saisonende gesorgt. Der Gewinn der lokalen Hallenmeisterschaft im Winter um den LDZ-Cup (Leine Deister Zeitung) ist somit der jüngste Erfolg für den 28-jährigen. "Wir haben mit unserem Kreisklassenteam sogar gestandene Bezirksligisten besiegt", ist der Sudanese stolz auf seine Mitspieler und sich und den fetten Pokal. Keine Frage: Durch den Fußball fühlt sich Al Khatir in Deutschland voll angekommen. Er spielt dort in der 1. und 2.Herren in der 1. und 2.Kreisklasse als Stürmer, "meist in der 2.Mannschaft in der 2.Kreisklasse."

Ausbildung und Wohnung stärken ebenso das Selbstvertrauen. Das alles sollte aber zunächst nicht vor der drohenden Abschiebung schützen, die jetzt Geschichte ist. Denn das zuständige Gericht in Hannover hat sein Urteil revidiert. Nicht zuletzt dank des Buches, das der junge Mann als Chronik seiner zwei Jahre dauernden Flucht geschrieben hat. Über Ägypten nach Libyen, in einem Schlauchboot übers Mittelmeer nach Italien, dann im Zug nach Deutschland.

Zwei Jahre war er unterwegs. Die Erlebnisse erschüttern. Brutalste Schleuser ohne Skrupel. Folter, eingesperrt als Geisel, Vergewaltigungen, Sklavenarbeit. Rettung auf See schließlich. Das Buch als therapeutische Hilfe, dieses alles zu verarbeiten. Vergessen kann er das Erlebte trotz aller positiven Freundlichkeit im heutigen Alltag nicht. "Mir haben so viele Leute geholfen. Ich bin unendlich dankbar. Danke, danke, danke, danke, vielen Dank." Lachen und Scherzen übertünchen nur das vom Schmerz zerfressene Innere.

Fluchterlebnisse im Buch festgehalten

Der ebenso markante wie treffende Titel für die 138 Seiten, verlegt vom Hildesheimer Arete-Verlag, lautet "Ums Überleben kämpfen". Das Buch-Projekt hat nicht nur funktioniert, es wurde zum Volltreffer. So sehr, dass der Berliner Levante Verlag eine arabische Version nachschob. Zahlreiche Lesungen hat Al Khatir über Norddeutschland hinaus bereits gemacht, war im Fernsehen (u.a. Hallo Niedersachsen auf N3), auf der Frankfurter Buchmesse.

Zuletzt interessierte sich Deutschlandradio Kultur. Seawatch-Kapitänin Carola Rackete hatte das Buch interessiert gelesen und ihn zu ihrem eigenen Medientermin nach Berlin als Gast in die Bundespressekonferenz eingeladen. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat das Buch gelesen und ein Dankesschreiben "für die authentischen Schilderungen" nach Gronau schicken lassen. Auch Kanzlerin Merkel hat sich für ihr Buchexemplar bedankt.

Schüchtern ist der diskutierfreudige und meinungsstarke Sudanese wahrlich nicht. Niemand flüchte freiwillig, sondern sehe sich dazu gezwungen, sein Leben aufs Spiel zu setzen, betont er immer wieder. In Berlin hat er sich vor versammelter Journaille für die erfolgreiche Rettung auf See bedankt. Im Namen aller Afrikaner, die rechtzeitig aus ihren Schlauchbooten geholt wurden. Einfach so, ungeplant und zur Überraschung aller Anwesenden.

Heute setzt er sich gegen Rassismus ein, wo er kann. Die Verhältnisse in den USA, spätestens seit George Floyd, haben ihn wachgerüttelt, um auch hierzulande alltäglichen Rassismus und Vorurteile gegen farbige Menschen stärker sichtbar zu machen. Al Khatir ist in gewissem Sinne unbeugsam, er liebt seinen Job und er ist Fußballer aus Leidenschaft, jetzt auch mit Trainerlizenz. Typisch Zain Alabidin Al Khatir.

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