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Duell der Ex-Bundesligisten|02.05.2015|08:15

Berliner Topspiel: Sogar Sydney live dabei

Jubelt Tebe auch im Topspiel? Im Internet kann jeder live dabei sein. Die Partie der 6. Liga wird per Stream übertragen. [Foto: Imago]

16.000 Kilometer liegen zwischen Berlin und Sydney. Der einfache Flug dauert mindestens 24 Stunden. Etwas zeitaufwendig für den Besuch eines Spiels in der Berlin-Liga. Aber es gibt Alternativen, dem Internet sei Dank. Am Sonntag um 14 Uhr steigt das Spitzenspiel der 6. Liga: Tabellenführer Tennis Borussia empfängt Verfolger SV Tasmania. Zwei frühere Bundesligisten kämpfen um den Aufstieg in die NOFV-Oberliga Nord. Spielort ist das Mommsenstadion. Weltweit zu verfolgen ist die Partie per Livestream – und zwar hier. Unter anderem hat eine nach Australien ausgewanderte Familie von TeBe-Anhängern schon angekündigt, den Stream zu nutzen. Um 22 Uhr australischer Zeit, 16.000 Kilometer von Berlin entfernt.

6. Liga, live im Internet, auf Englisch kommentiert von einem in Berlin lebenden TeBe-Fan aus England. „Das ist eine absolute Premiere im Amateurfußball, auf die wir sehr stolz sind“, sagt Denis Roters, Pressesprecher von Tennis Borussia: „Wenn Sky die Berlin-Liga nicht übertragen will, machen wir das eben selbst.“

"Wenn Sky die Berlin-Liga nicht übertragen will, machen wir das eben selbst"

Nicht nur in der Fremde lebende Berliner wollen das einmalige Angebot nutzen. So gibt es etwa in Stockholm einen von Schweden gegründeten Fanklub, zum englischen Amateurverein Nottingham United bestehen freundschaftliche Kontakte. „Das Interesse am Spiel ist auch unter den zahlreichen Freunden des Vereins im Ausland immens, vor allem aus dem englischsprachigen Raum“, sagt Roters.

Die Idee, das Berlin-Liga-Gipfeltreffen rund um den Globus zu senden, kam aus der bekanntermaßen umtriebigen Fanszene. Die Anhänger hatten ein Teil der notwendigen Ausrüstung selbst parat, den Rest besorgten sie für einen mittleren dreistelligen Betrag. Drei Kameras werden dabei sein, wenn sich im an Fußballtradition nicht eben armen Berlin zwei der einst ganz großen Klubs gegenüberstehen. „Tradition schreibt man mit T… TeBe – Tas“, so die Gäste-Fangruppe „Tasmaniacs“ in einer Spielankündigung. Mit „Absolute Giganten“, bewerben die TeBe-Fans das Spiel.

„Darauf hat die Amateurfußball-Szene in der Stadt seit Monaten hingefiebert“, sagt Horst Bläsig, Chefredakteur des Fachmagazins Fußball-Woche : „TeBe gegen Tas, dieses Spiel war über Jahrzehnte ein Schlager im Berliner Fußball.“ Tennis Borussia bestimmte die 50er Jahre, schaffte es in den 70ern zweimal in die Bundesliga. Tas ist viel mehr als nur der schlechteste Bundesligist aller Zeiten aus dem Jahr 1965/66, damals als Tasmania 1900. Zwischen 1959 und 1971 war der Verein fünfmal Berliner Meister und siebenmal Pokalsieger, nahm 1962 sogar am Messepokal (dem Vorläufer des UEFA-Pokals) teil. Beide ehemaligen Schwergewichte haben harte Zeiten mit argen sportlichen und finanziellen Problemen hinter sich, sind aber seit einigen Jahren wieder in kleinen Schritten auf dem Weg nach oben.

Kostet die Live-Übertragung im Internet vielleicht Zuschauer? Sofa statt Stadion? „Live dabei sein ist doch etwas ganz anderes“, sagt Pressesprecher Roters. Der Verein mobilisiert seit einigen Tagen auf seiner Facebookseite, schon nach 40 Stunden gab es 450 Zusagen für das Spiel. Fast doppelt so viele wie sonst üblich. Statt zwei öffnet TeBe vier Kassen, bei Bedarf eine fünfte. „Ohne es zu wissen, gehen wir von 1500 zahlenden Zuschauern aus. Das ist für die Berlin-Liga ein sehr guter Wert“, sagt Roters. Genau genommen wäre es ein fantastischer Wert. Der bisherige Saisonrekord liegt bei 783 Zahlenden, aufgestellt beim Saisonauftakt zwischen Stern 1900 und Tennis Borussia. Zum Vergleich: Am vergangenen Spieltag kamen in der fünftklassigen NOFV-Oberliga Nord rund 1200 Zuschauer – zu allen acht Begegnungen zusammen.

Am Tag nach dem Spiel soll diesmal nicht Hertha BSC oder dem 1. FC Union die Überschrift auf der Titelseite der Fußball-Woche gehören, sondern dem Sechstliga-Kracher. Lediglich eine Sache bedauert Chefredakteur Bläsig vor dem Traditionsduell: „Schade, dass nur einer der beiden Vereine aufsteigen kann.“ TeBe hat drei Punkte Vorsprung auf Tasmania und das bessere Torverhältnis. Weitere zwei Punkte dahinter liegt Hertha 06. Bei einem Heimsieg wäre Tebe vier Spiele vor Saisonende fast durch. Ansonsten gäbe es ein superspannendes Saisonfinale. Ob es dazu kommt, zeigt sich Sonntag ab 14 Uhr im Mommsenstadion. Beziehungsweise für die Fans in Sydney ab 22 Uhr Ortszeit.