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RSV Rhenania Bessenich |23.06.2015|13:45

Billig ist begehrt: Der Torwart auf Abruf

Kann die Finger nicht vom Ball lassen: Torwart Karl-Heinz Billig. [Foto: Kämpf]

Das Handy wird läuten. Und der Anrufer wird Hartmund Pitten sein. Das ist nicht bloß eine Ahnung. Karl-Heinz Billig weiß, dass es so sein wird. Und er weiß auch, was sein alter Freund will. „Er wird wieder sagen, dass Not am Mann ist und ich einspringen muss“, sagt Billig, „ich hoffe nur, er lässt mir wenigstens bis zum Herbst Zeit.“ Billigs Spielerkarriere ist also noch nicht vorüber. Der Torwart ist immer noch ein begehrter Mann. Und er kann nicht Nein sagen. Jedenfalls nicht, wenn ein alter Wegbegleiter um Unterstützung bittet und schon gar nicht, wenn es um Fußball geht. Auch nicht mit 51 Jahren.

Dass er inzwischen selbst der Bezeichnung Routinier längst entwachsen ist, ihn manche Gegenspieler schon vor fünf Jahren als Opa bezeichneten, stört ihn nicht. Genau wie der Umstand, dass die Mitspieler großenteils noch gar nicht auf der Welt waren, als er schon im Seniorenbereich spielte. „Alt oder jung ist kein Kriterium. Es gibt nur gut oder schlecht“, sagt er.

"Selbst beim 0:5 gegen den späteren Meister BC Bliesheim habe ich noch Schlimmeres verhindert"

Billig kann sich solche Aussagen erlauben, denn seine letzten vier Spiele für den Kreisligisten Rhenania Bessenich konnten sich sehen lassen. Viermal stand der Versicherungsangestellte im Endspurt der abgelaufenen Serie im Tor des Klubs aus dem Zülpicher Stadtteil und viermal hielt er beinahe alles, was zu halten war. „Nur beim Treffer zum 0:1 gegen den TB-SV Füssenich-Geich sah ich nicht gut aus“, sagt er. Doch das war zu verschmerzen. Zwar endete die Partie am letzten Spieltag der Saison mit einer 1:3-Niederlage, der Klassenerhalt war jedoch längst ausgemachte Sache.

Die übrigen Partien verliefen aus Billigs Sicht tadellos. „Selbst beim 0:5 gegen den späteren Meister BC Bliesheim habe ich noch Schlimmeres verhindert“, erklärt der 51-Jährige, der in der besagten Begegnung mehrfach die gegnerischen Angreifer in Eins-zu-Eins-Situation in beeindruckender Manier stoppte. „Er hat absolut überzeugend gespielt“, sagt auch sein Trainer Pitten, der weiß, dass er Qualität bekommt, wenn er Billig aufbietet.

In den 1980er-Jahren verfolgte er die Paraden des Torhüters noch aus einer anderen Perspektive. Seite an Seite spielten die beiden in der Verbandsliga, der damaligen vierten Liga, für den besten Klub der Umgebung, den Euskirchener TSC. Pitten war ein talentierter, torhungriger Angreifer, Billig ein junger, souveräner Torhüter und ihr Coach war kein Geringerer als der 74er-Weltmeister Heinz Flohe. Für den Keeper war es bereits das zweite Engagement bei dem 40 Kilometer südwestlich von Köln gelegenen Verein.

1981 hatte seine A-Junioren-Karriere mit dem Durchbruch im Seniorenbereich des Klubs einen perfekten Abschluss gefunden. Und bereits die erste Spielzeit endete mit dem Aufstieg in die Landesliga. „Das war eine tolle Zeit“, erinnert er sich an den Sommer 1982. Die deutschen Stars auf internationaler Bühne hießen damals noch Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner und traten im gleichen Jahr als Vizeweltmeister die Heimreise aus Spanien an.

Billig zählte indes zu jener Zeit zu den aufsteigenden Sternen Im Amateurfußball des Kreises Euskirchen. Doch natürlich konnte er nicht von seinem Hobby leben. Er begann eine Ausbildung im Versicherungswesen und beendete sein erstes Engagement beim ETSC. „Ich hatte einfach nicht mehr so viel Zeit für den Fußball“, sagt er. 1985 folgte die Rückkehr zu seinem Heimatverein und die gemeinsame Zeit mit Pitten und Flohe, doch irgendwann nahm der Beruf immer mehr Zeit in Anspruch.

Ein Jahrhundert-Ereignis

Während Pitten mit dem Wechsel zu Fortuna Köln durchstartete, trat Billig kürzer und heuerte in der A-Liga an, wurde 1988 Kreismeister mit dem SV Mutscheid. „Für den kleinen Klub war das ein Jahrhundert-Ereignis“, erinnert er sich. 1992 holte der Keeper die besagte Trophäe auch noch mit der Reserve des ETSC, ehe er der Arbeit folgte und nach Köln umzog und schließlich nicht weit entfernt von der Domstadt beim BC Berrenrath spielte. Über Rot-Weiß Ahrem und den SC Dirmerzheim fand er dann zum SC Germania Erftstadt-Lechenich.

Erftstadt war inzwischen zum Wohnort geworden und die Stadt zwischen Euskirchen und Köln schien für Billig auch der perfekte Ort, um das Ende der aktiven Zeit einzuläuten. Der Schlussmann begann seine Erfahrung weiterzugeben und arbeitete bis April dieses Jahres als Torwarttrainer bei Germania Erftstadt. Dann war aber auch das zu viel. „Ich habe im Job einfach eine Menge zu tun, bin ständig unterwegs“, sagt er, „da habe ich beschlossen, dass ein Cut her muss und ich aufhöre.“

Für ein paar Tage hielt er sich an die eigene Vorgabe. Und selbst als Pitten zum ersten Mal anrief, um ihn zu einem Comeback auf dem Platz zu bewegen, leistete er noch anfänglichen Widerstand. „Ich habe ihm gesagt: Hartmund lass mich in Ruhe. Ich werde bald 52.“ Doch ziemlich schnell siegte die Lust Fußball zu spielen. Zumal auch der Körper die Belastung noch mitmacht. „Ich bin von schweren Verletzungen verschont geblieben und habe mich immer fit gehalten“, erklärt der Erftstädter, der regelmäßig in den eigenen vier Wänden Fitnessübungen macht, laufen geht und 2006 sogar beim Köln-Marathon startete.

Da verwundert es nicht, dass seine Frau und sein 16-jähriger Sohn ihn manchmal fragen, ob er eigentlich noch alle Tassen im Schrank habe. Aber fünf Tage nach dem Sonntag ist eben immer noch zwei Tage vor dem nächsten Spiel. Und das wird kommen. Denn Trainer Pitten wird ihn anrufen. Und Keeper Billig wird sicher nicht Nein sagen.

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