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Kultfigur |16.12.2016|12:00

"Buchse" Wagener: Für den Klub singen gelernt

Deutsche Fußball-Lieder auf Schallplatte - mit unserer Kultfigur der Woche: Rolf Wagener von Concordia Wiemelhausen. [Foto: Bunse]

Wenn bei Rolf Wagener das Handy klingelt, dann drückt sich die Verbundenheit des Besitzers mit seiner Heimat auch musikalisch aus. Herbert Grönemeyers „Tief im Westen“, Bochums Hymne, macht schnell klar, wo der 72-Jährige hingehört. Doch eigentlich ist die Navigation noch viel zu unpräzise. „Concorde bin und bleibe ich, ich schwör`s mit Herz und Hand. Es schwingt sich stolz um meine Brust burgunderrotes Band“, trifft es noch besser.

Schon 1983 nahm Wagener deshalb selbst das Mikrofon in die Hand. Zusammen mit seinen Vorstandskollegen und dem Orchester des Bochumer Schauspielhauses brachte er das Vereinslied und andere Klassiker seines SV Concordia Bochum als Doppel-Langspielplatte auf den Markt.

Wir haben nachgehört. Ganz ehrlich: Ein Stimmwunder ist er nicht. Aber eine treue Seele. Seit 52 Jahren ist Wagener dem Fußball im Bochumer Stadtteil Wiemelhausen verbunden. Zunächst als Spieler, dann als Obmann und gefühlt schon immer als Außenminister des Klubs und seines Nachfolgers. Deshalb ist der ewige Concorde unsere FUSSBALL.DE- Kultfigur der Woche.

„Leider sind die Schallplatten nicht nur als Speichermedium ein Relikt aus einer anderen Zeit“, seufzt er. „Früher, da haben wir nach dem Training in der Kneipe vom Trainer noch eine halbe Stunde Gesangsunterricht verordnet bekommen, damit wir auch alle Lieder mitsingen konnten. Heute gibt es so etwas leider nicht mehr.“

"Ich habe die Einführung des Computers überlebt. Und die Fusion. Solange ich kann, mache ich weiter"

Einst schnürte Wagener sogar zusammen mit dem großen Willi Koslowski die Schuhe. Der Schalker Meisterspieler von 1958 verbrachte von 1972 bis 1974 die letzten zwei Jahre seiner aktiven Karriere als Spielertrainer an der Glücksburger Straße in Bochum. Während der 79-Jährige Koslowski längst zu seinen Königblauen zurückgekehrt ist und dort in der Poststelle bis ins hohe Alter seinen Dienst verrichtet, ist Wagener bei seiner Concordia bis heute der Mann für das Administrative. Auch wenn es den Ursprungsverein Concordia Bochum nicht mehr gibt. Denn nach einer Fusion mit dem einst verpönten Nachbarn TuS Wiemelhausen entstand 1997 für die 800 Mitglieder ein neuer Gesamtverein namens Concordia Wiemelhausen 08/10.

Wageners Eifer tat dies keinen Abbruch. Sein Arbeitsplatz ist das Geschäftszimmer im schmucken Vereinsheim – mit direkter Panoramasicht auf die runderneuerte Sportanlage des Bochumer Westfalenligisten. Von hier aus hat er alles im Blick. „Das Sozialräume, die Kassenhäuschen und zuletzt eine überdachte Tribüne für 300 Zuschauer. Wir haben das alles in Eigenleistung gestemmt“, sagt er stolz. Geplant und gebaut haben andere. Aber als Netzwerker im Hintergrund hat Wagener wie immer alle Fäden zusammengehalten.

Über 20 Jahre lang hat der ehemalige Angestellte der Duisburger Universität bei der Concordia das Amt des Obmanns alleine ausgeübt und war nebenher noch für Trikots und manchmal auch für das Training zuständig. „Aber seit der Fusion ist es auch für mich etwas einfacher geworden, weil wir inzwischen über einen toll abgestimmten Backoffice Bereich verfügen. Es war auf jeden Fall der richtige Schritt, die Kräfte zu bündeln.“ Vorbehalte hatte er nicht. Im Gegenteil: Er leistete im eigenen Verein Überzeugungsarbeit und nahm anschließend die neuen Mitstreiter mit offenen Armen auf.

Nicht alle waren von der Idee begeistert. „Zu den Lokalkämpfen kamen früher schon mal an die 1000 Zuschauer. Schon Tage vorher gab es in den Geschäften und an den Theken kein anderes Thema mehr. Das ist dadurch natürlich alles weggefallen“, blickt Wagener zurück. Aber der Geburtenrückgang und die vielen alternativen Freizeitangebote haben auch vor den ehemaligen Kontrahenten keinen Halt gemacht. „Es hat gedauert, bis das in allen Köpfen angekommen ist. Aber wenn man sieht, wo der Klub nach zuletzt zwei Aufstiegen in Serie sportlich und mit seinen inzwischen 90 Sponsoren wirtschaftlich steht, spricht das für sich.“

Auch, wenn der Verein inzwischen breiter aufgestellt ist, ist bleibt für ihn noch genügend Arbeit übrig. Gerade, weil die Infrastruktur den neuen Aufgaben eines Sechstligisten erst noch nachwachsen muss. Deshalb ist Wagener weiterhin an vier bis fünf Tagen in der Woche für seine Concordia am Ball – oder besser am Schreibtisch. Und man sieht ihm den Spaß an seiner ehrenamtlichen Tätigkeit nach wie vor an. Wagener kontrolliert die Spielerpässe, organisiert Freundschaftsspiele für die vier Seniorenmannschaften. Und schaut im Vorbeigehen schon mal, ob auch die Wasserhähne nicht tropfen. Denn der Teufel steckt ja bekanntlich manchmal im Detail. Er nimmt an den Staffeltagen im Fußballkreis Bochum teil, ist stellvertretender Geschäftsführer und Spielausschuss-Obmann.

In die Hose geht bei ihm dabei höchst selten etwas. Dennoch kennt ihn Fußball-Bochum nur unter dem Namen „Buchse“. Das hat einen anderen Grund: Als Wagener dem SV Concordia Bochum als Spieler beitrat, waren die Hosen noch knielang und wurden in Einheitsgröße getragen. Auch in Wiemelhausen. „Und ich war ein schmächtiges Kerlchen. Deshalb rutschte das Beinkleid beim Laufen stets herunter. Meine Mitspieler waren meistens einen Kopf größer und breiter als ich und lachten sich schlapp. Einige scherzten, der Verein solle für mich doch mal eine passende Hose kaufen.“ Weil das aber nicht passierte und eine Hose in feinstem Ruhrgebietsdeutsch schon immer „Buchse“ hieß, hatte er schnell seinen Spitznamen weg.

Es gibt schönere Kosenamen, aber Wagener hat sich längst daran gewöhnt. Ist ja auch keiner mehr da, der ihn damit aufziehen könnte. Denn die anderen auf den LPs verewigten Stimmen sind längst verstummt und im umfangreichen Vereinsarchiv verewigt. Einzig er steht noch immer Sonntag für Sonntag auf dem Platz und sorgt für Ordnung im Vereinsleben. „Wir hoffen sehr, dass er uns noch lange erhalten bleibt. Er ist mit seiner Erfahrung unersetzlich und quasi unser Außenminister“, spricht Geschäftsführer Peter Krolak ganz Wiemelhausen aus der Seele. Allzu große Befürchtungen muss er nicht haben. „Ich habe die Einführung des Computers überlebt. Und die Fusion. Solange ich kann, mache ich weiter“, verspricht er.

Geschworen ist schließlich geschworen: „Rot-weiß bin ich und will es sein, dem Vater ich`s gelobt. Er gab dafür sein rotes Blut, das Weiß der Mutter Gut. Ich sog als Kind die Farben ein, rot-weiß mein Leben ward. Das Glück zog in mein Herze ein, der Fußball es bewahrt“, lautet die letzte Strophe des Vereinsliedes. Der Text kommt noch immer wie aus der Hüfte geschossen.

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