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Kultfan|17.12.2017|16:35

Der Ein-Mann-Fanclub aus der Kreisliga

Cooles Hobby und mittlerweile echter Lebensinhalt: Kevin Seifert gibt als wahrer Fußballromantiker alles für den TSV Trieb. [Foto: instagram.com/martinussdm/]

Wenn Kevin Seifert am Wochenende auf dem Sportplatz des TSV Trieb aufschlägt, hat er die Aufmerksamkeit der umstehenden Zuschauer sicher. In grüner Vereinsmontur, mit Megafon und Bannern bestückt sorgt er für Stimmung, singt und peitscht sein Team nach vorne. Er macht das mit hingebungsvoller Leidenschaft und Überzeugung, auch wenn er als Ein-Mann-Fanclub zumeist ganz alleine am Spielfeldrand steht.

Zirka 580 Einwohner hat die kleine Gemeinde Trieb im Südosten Sachsens, dazu einen Sportplatz und einen Fußballverein: den TSV Trieb 1887 . Der spielt in der Kreisliga B und zieht selten mehr als 50 Zuschauer an. Kevin Seifert, Logistikfachmann aus Plauen, ist aber stets einer von ihnen. „Es geht hier um die Basis des Fußballs“, erklärt er im Gespräch mit FUSSBALL.DE sein bedingungsloses Engagement. „Es ist wichtig, auch den kleineren Vereinen die Chance zu geben, zu überleben. Auch die brauchen Unterstützung.“

"Es ist wichtig, auch den kleineren Vereinen die Chance zu geben, zu überleben. Auch die brauchen Unterstützung"

Es sind Worte, die das Herz eines jeden Fußballromantikers erwärmen. Ähnlich verhält es mit der Hintergrundgeschichte. Seiferts Liebe zum Fußball und dem TSV reicht weit zurück. Schon von kleinauf kickte er in der DDR auf dem Bolzplatz. Später begeisterten ihn der 1. FC Köln und Pierre Littbarski. Seifert spielte selbst aktiv Fußball in Plauen und auch in Trieb. Auf große Auftritte und Erfolge musste er dabei meistens verzichten, dennoch blieb er den Vogtländern immer verbunden –aus einem eher kuriosen Grund. „Vor etwa 20 Jahren las ich einen Artikel in einer lokalen Zeitung über die schlechteste Mannschaft der Region. Seit über 60 Spielen war diese ohne Sieg“, erzählt der 38-Jährige. Besagte Mannschaft war der TSV. „In der Liga gab es vier Unentschieden in all der Zeit, im Jahr davor 14:168 Tore. Da war für mich klar: Ich will da hin und etwas bewegen.“

Seitdem ist er jedes Wochenende unterwegs und unterstützt seine Grün-Weißen. „Ich bin bei allen Spielen dabei“, unterstreicht der 38-Jährige – egal ob zuhause oder auswärts, egal ob Schneeregen oder Sonnenschein. „Wind und Wetter machen mir nichts aus.“ Mit dem Fahrrad fährt er in die naheliegenden Städte, manchmal ist er auch mit Bus und Bahn unterwegs. Von längeren Strecken lässt er sich nicht abschrecken, für den TSV ist ihm kein Weg zu weit.

Lebendes Statement für den Fußball an den Wurzeln

Während der Spiele spult er leidenschaftlich seine Show ab. „Ich singe mein Programm für die erste, manchmal auch für die zweite Mannschaft“, erklärt der gelernte Fachmann für Lagerlogistik. Fast einen halben Tag verbringt er so teilweise auf dem Platz. „Ein bisschen Zeit nimmt es schon in Anspruch“, sagt Seifert. Es ist eine charmante Untertreibung, denn sein Engagement endet nicht nach Abpfiff, sondern geht weit über den Stadionbesuch hinaus. Seifert schreibt auch die Spielberichte des TSV, erstellt zudem Fahnen und Shirts. Sein Einsatz stellt für ihn ein keine Arbeit dar. „Das ist okay. Es ist ein cooles Hobby und mittlerweile auch ein wenig Lebensinhalt“, erklärt der Plauener.

Es ist aber auch ein Statement, das Seifert mit seiner Begeisterung für Trieb und den Amateurbereich setzt. Es ist sein kleiner persönlicher Protest gegen die aktuellen Entwicklungen im Fußball. „Natürlich kann man auch Fan von größeren Klubs sein“, sagt der bekennende Anhänger des FC St. Pauli. „Das hat allerdings oft nicht mehr viel mit Fußball zu tun. Da ist man viel zu weit weg vom eigentlichen Geschehen. Man kann stattdessen auch vor Ort supporten, da, wo noch mit Herzblut gespielt wird. Es ist wichtig, den Fußball an der Wurzel nicht sterben lassen.“

Blicke aus der Meckerecke

Bei den anderen, den „normalen“ Zuschauern sorgt dieser leidenschaftliche Einsatz häufiger für verständnisloses Kopfschütteln. „Es stehen manchmal noch ein paar andere draußen“, sagt Seifert. „Diese typische Meckerecke, die selbst nie Fußball gespielt aber an allem etwas zu kritisieren hat.“ Diese schaue natürlich immer „mit einem gewissen Blick“ zu ihm rüber. Das ist dem 38-Jährigen aber egal, denn von Seiten des Vereins wird sein Engagement durchweg positiv aufgenommen. „Ich bin in der 12. Mann“, so Seifert. „Das pusht die Spieler.“ Zwar komme immer mal wieder ein dummer Spruch der gegnerischen Fans aber er bleibt seiner Linie treu. „Die Mannschaft kommt nach dem Spiel immer vorbei und bedankt sich für die Unterstützung, egal ob Sieg oder Niederlage.“ Man kennt sich, die Wertschätzung ist gegenseitig.

Mittlerweile ist Seifert Teil einer kleinen Erfolgsgeschichte. „Früher waren die Trainer in Trieb froh, elf Mann auf den Platz zu bekommen“, meint der 38-Jährige. Jetzt hat der Verein sogar den Aufstieg geschafft und steht in der Kreisliga B gesichert im oberen Tabellenmittelfeld .

Seifert will weitermachen, solange es geht. Das liegt dem 38-Jährigen persönlich am Herzen: Vorbild sein. Etwas erreichen. Zeigen, dass es auch in der Kreisliga möglich ist, Stimmung zu machen. „Irgendwann möchte ich einmal mit 100 Mann an der Seite stehen“, nennt er seinen größten Wunsch für die Zukunft des TSV Trieb. „Einmal volles Haus, einmal ganz viele Fans, die den Platz voll machen und mit supporten.“ Auch über einen weiteren Aufstieg in die Vogtlandliga würde Kevin Seifert sich freuen. „Der Verein dürfte regional gerne ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommen.“

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