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Serie "Familienbande" |13.06.2016|07:00

Die Mustafis: Vier Fußballer, ein Weltmeister

Jubel In Frankreich, Jubel in Bebra: Shkodran Mustafi brachte die DFB-Elf bei der EM gegen die Ukraine in Führung, nach der WM besuchte er Cousin Bekim (Foto rechts, links) mit der Siegermedaille. [Foto: Fotos Getty, privat; Collage FUSSBALL.DE]

Einst kickten sie gemeinsam beim Freizeitturnier auf der Biberkampfbahn Bebra, dann trennten sich ihre Wege. Während Shkodran Mustafi in Brasilien Weltmeister wurde und nun bei der EM in Frankreich das erste Tor für die DFB-Elf erzielt hat, pendelt Cousin Bekim zwischen Verbands- und Kreisoberliga. Auch zwei weitere Mustafis kicken in Osthessen.

„Er war Ehrgeiz pur, ein ganz anderes Kaliber als wir anderen“

Da gewinnt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gerade in Brasilien den Weltmeistertitel – und nur Minuten später rollt der Sportwagen eines Spielers hupend durch Osthessen. Den Autokorso in Bad Hersfeld führte am Abend des 13. Juli 2014 ein nagelneuer Audi R8 an. Am Steuer von Shkodran Mustafis Wagen saß Bekim, Cousin des Weltmeisters und gefragtester Mann an besagtem Abend. „Mein Cousin hat mir erlaubt, mit seinem Auto zu fahren, wir vertrauen uns“, sagt Bekim. Schließlich wurde er schon an der Seite seines Cousins Weltmeister. Waldhessen-Weltmeister allerdings.

2012 auf der Biberkampfbahn von Bebra setzten sie sich im jährlichen Turnier der Freizeit- und Hobbymannschaften gegen Becker’s Bühl Club durch. Juze Bebra II, angeführt von Kapitän Bekim, lag im Finale 0:1 zurück, dann drehten sie das Spiel noch. Der dritte Titelgewinn in Folge - mit prominenter Unterstützung. Schließlich spielte Shkodran zu diesem Zeitpunkt bereits in der Serie A bei Sampdoria Genua und lief für die deutsche U 20-Nationalmannschaft auf. Dennoch ahnten sie im Hause Mustafi nicht, dass Shkodran nur zwei Jahre später tatsächlich Weltmeister werden würde. „Das ging von heute auf morgen, damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Bekim.

Früh hatte Shkodran Mustafi, den hier alle nur „Donny“ rufen, seine Heimat verlassen. Trotzdem, oder gerade deshalb, hält er heute noch engen Kontakt nach Hessen. Mit 14 Jahren hatte es Shkodran in den hohen Norden gezogen, in das Fußballinternat des HSV. Drei Jahre später verließ er Deutschland. Über England und Italien landete er schließlich in Spanien. In Valencia zählt Shkodran längst zum festen Stamm. Ähnlich wie die Mustafis in der osthessischen Fußballszene. Sein jüngerer Bruder Adrian kickt in der Jugend der JFV Aulatal-Kirchheim , Cousin Bekim beim SV Asbach Bad Hersfeld und dessen Bruder Lulzim in der Kreisoberliga für die FSG Bebra , Shkodrans Heimatverein. „Wir sind alle fußballverrückt“, sagt der 27 Jahre alte Bekim.

Vererbte Fußball-Leidenschaft

Die Fußball-Leidenschaft ist vererbt. Shkodrans Vater war einst Torwart, auch dessen Bruder, Bekims und Lulzims Vater, spielte im Verein. „Aber sie sind als Gastarbeiter hierhergekommen, da war Fußball eben nicht alles“, erzählt Bekim. „Was sie selbst nicht durften, haben sie dann ihren Kindern ermöglicht.“ Dabei hat auch in Bekims Leben die Arbeit längst den Fußball verdrängt. Gerade erst hat er sich mit einem Bauunternehmen selbständig gemacht. Ganz bewusst nicht mit dem berühmten Nachnamen im Firmennamen, obwohl Mustafi nicht mehr nur in Osthessen längst zur Marke geworden ist. „Ich will wegen guter Arbeit wahrgenommen werden, nicht wegen des Namens“, sagt Bekim.

Derzeit baut er Shkodrans Haus in Bebra, der Rohbau steht bereits. Schließlich zieht es den 23 Jahre alten Weltmeister nach seiner Laufbahn wieder in die Heimat. „Er ist ein Familienmensch, wann immer er Zeit hat, kommt er hierher“, sagt Bekim. „Als er noch in Genua spielte, war er sehr häufig als Zuschauer hier, das war kein Problem. Aber Valencia ist eben doch ein bisschen weiter weg“, sagt Lars Stippich, Erster Vorsitzender des SVA Bad Hersfeld.

Gemeinsam gekickt haben Bekim und Shkodran nur zum Spaß auf dem Bolzplatz – auch wenn für den späteren Profi nicht unbedingt das Vergnügen im Vordergrund stand. „Er hat sich nie damit zufriedengegeben, zu verlieren, er wollte sich immer messen“, sagt Bekim. „Er war Ehrgeiz pur, ein ganz anderes Kaliber als wir anderen.“ Bekim erinnert sich an einen Urlaub mit seinem Cousin auf Mallorca. Wenn er und die Kumpels in den frühen Morgenstunden vom Feiern kamen, zog Shkodran die Laufschuhe an und ging sieben Kilometer joggen. „Disziplin ist alles. Aber er hat auch viel geopfert“, sagt Bekim. „Wer weiß, wohin mich mein Weg geführt hätte, wenn ich so ehrgeizig wäre wie er. Bei mir hat es nicht gereicht, es kann nicht jeder Fußballer werden.“

Trip nach Valencia

Im Moment pendelt er zwischen erster und zweiter Mannschaft, zwischen Verbands- und Kreisoberliga. „Wenn er regelmäßig trainieren kann, spielt er in der Verbandsliga und macht dort auch seine Tore“, sagt der Erste Vorsitzende Stippich. „Für die Kreisoberliga reicht es in jedem Fall.“ Zehn Tore hat Bekim in dieser Saison bislang geschossen. Dabei wird er nicht immer im Sturm eingesetzt. Aber Hauptsache, offensiv. „Bei mir gibt es nur den Weg nach vorne“, sagt Bekim Mustafi. Seinen Heimatverein Asbach Bad Hersfeld hatte er bislang nur für einen kurzen Abstecher nach Bebra verlassen, dann war er wieder zurückgekehrt.

Bekim nimmt sich schon mal ein Wochenende frei und besucht seinen Cousin in Spanien. Die Spiele gegen den FC Barcelona und Real Madrid hat er sich vor Ort angeschaut. Und neulich hat er Shkodrans Sportwagen die rund 1800 Kilometer nach Valencia gefahren. Schließlich ist das Wetter dort besser als in Genua, da kann man ein Cabrio öfter nutzen. Bis zum nächsten Autokorso ist es vielleicht ja wieder rechtzeitig zurück in Osthessen.

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