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15:108 Tore |25.02.2020|16:00

Prügelknabe Tasmania Berlin heute in 5. Liga

Symptomatisch: Tasmania-Keeper Heinz Rohloff holt einen Ball aus dem Netz.[Foto: imago]

Es gibt in der Geschichte Namen, die für unauslöschliche Ereignisse stehen. Titanic für den Untergang, Waterloo für eine verheerende Niederlage, Sedan für einen großen Sieg, Wembley für einen großen Betrug. Je nach Perspektive natürlich. Und es gibt Tasmania. Das Synonym für eine lächerliche Fußballmannschaft schlechthin, für Blamagen am Fließband, für Schützenfeste.

Tasmania 1900 Berlin nämlich, 1965 unter kuriosen Umständen aufgestiegen, ist seit her der schlechteste Verein der Bundesliga, klebt wohl auf ewig auf dem letzten Platz der Ewigen Tabelle. 15:108 Tore, 8:60 Punkte, nur zwei Siege, dazwischen 31 erfolglose Spiele, auswärts nur ein Punkt (ausgerechnet am gefürchteten Betzenberg gab es ein 0:0), zwölf Stunden ohne Tor – die Liste ließe sich noch ein Weilchen fortsetzen. Immer wenn ein völliger Nobody in die Bundesliga aufsteigt wie um die Jahrtausendwende  Energie Cottbus , der  SSV Ulm  oder die SpVgg Unterhaching, erhielten Tasmania-Spieler von 1965 Anrufe von Reportern, die sie fragten ob sie nun hofften, ihre Minusrekorde loszuwerden. Komischerweise wollen sie das heute gar nicht mehr.

"Wir haben so lange ausgehalten, jetzt kann es auch noch ein bisschen weitergehen", sagte der damalige Kapitän Hans-Günther Becker noch 2017 in einem TV-Interview voller Stolz darüber "dass immer noch über uns berichtet wird." Es ist jene Selbstironie, die schon in der Bundesligasaison zu beobachten war, etwa als Fans das 100. Gegentor mit einem goldenen Trauerkranz auf den Rängen "feierten".

Ein Bierchen auf die gute, alte Zeit

"Der Aufstieg Tasmanias in die Bundesliga wäre ein Wunder"

Die Haudegen von einst, die so oft geschlagen vom Platz trotteten, treffen sich noch immer am 11. November um 11.11 Uhr und trinken ein Bierchen auf die gute, alte Zeit von Tasmania 1900, das sechs Jahre nach dem Abstieg Bankrott meldete, sich auflösen musste und als SV Tasmania Neukölln am 3. Februar 1973 neugegründet wurde. Sie fingen ganz unten wieder an, in der C-Klasse (7. Liga), waren zwischenzeitlich zehn Jahre (1981 bis 1991) drittklassig. Heute spielen sie in der 5. Liga. Oberliga Nordost und heißen  SV Tasmania Berlin .

Tasmania 1900 aber war eigentlich immer erstklassig, fester Bestandteil der Stadtliga Berlin nach dem Krieg. Unter dem Namen FC Tasmania Rixdorf tauchten sie aber schon 1909 in der Tabelle der "Märkischen Meisterschaft" auf und gewannen sie auf Anhieb. Nach der Titelverteidigung 1910 durfte "Tas" erstmals an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teilnehmen und scheiterte erst im Halbfinale an Holstein Kiel, allerdings deutlich (0:6). Nach dem Meisterhattrick 1911 in Berlin war im Viertelfinale Schluss (0:4 gegen den Karlsruher FV). Die Umbenennung in Tasmania Neukölln brachte zunächst kein Glück und 1913 den Abstieg.

Nach dem Krieg entwickelte sich Tas zur Fahrstuhlmannschaft, war 1921/1922 und 1925 bis 1929 erstklassig, 1927 schafften sie den Klassenverbleib nur am grünen Tisch durch einen Protest. Das Abschlussergebnis von 1928/1929 war ein Vorgeschmack auf die Bundesliga: 7:29 Punkte und 24:72 Tore! 1930/1931 gab es den nächsten sofortigen Wiederabstieg, übrigens das Jahr in dem letztmals die Viktoria nach Berlin ging – an Hertha BSC. Im Nationalsozialismus gab es die Gauligen, Tasmania war in der Berlin-Brandenburg-Staffel erstmals 1940/1941 als Neuköllner SC Tasmania dabei, wieder leuchtete die Rote Laterne am Klubheim, mit 8:36 Punkten ging es zurück in die Zweitklassigkeit.

1942 bis 1944 hielt man die Klasse als Sechster bzw. Siebter, die Saison 1944/1945 wurde nicht zu Ende gespielt, Tas wäre wohl sonst wieder mal abgestiegen, stand im Januar auf dem vorletzten Platz. Als nach dem Krieg die Berliner Oberliga, zunächst für das ganze Stadtgebiet, gegründet wurde, fehlte Tas in den ersten drei Jahren. 1949/1950 kamen sie wieder und blieben drei Jahre, dann fuhr der Fahrstuhl wieder herunter. Mit dem Aufstieg 1955 begann die Hochphase von Tasmania, das sich nun nicht mehr aus der Oberliga verdrängen ließ. 1958 erreichte sie zudem als erster Berliner Klub nach dem Krieg das Halbfinale des DFB-Pokals durch ein 3:1 und 1:1 gegen den VfL Osnabrück. Vor 13.000 Zuschauern unterlag sie erst nach einem Eigentor von Bäsler Fortuna Düsseldorf mit 1:2.

Mehrfach kurz vor dem Aufstieg

Doch schon 1959 wurde Tasmania wieder Berliner Meister. Helmut Fiebach steuerte 21 der 71 Treffer bei, zuhause verlor man kein Spiel. Damit zog der Westberliner Meister in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft ein, wo er an seine Grenzen stieß. Aus sechs Spielen holte Tasmania drei Punkte, trotzte immerhin dem späteren Vizemeister  Kickers Offenbach  vor 70.000 im Olympiastadion ein 2:2 ab und schlug Westfalia Herne 2:0. Blamiert hatten sie sich nicht und schon im nächsten Jahr wiederholten sie ihren Erfolg: Meister 1960 unter Trainer Fritz Maurischat, dessen Söhne Armin und Horst in der Mannschaft standen. Diesmal verdoppelte Tasmania ihre Punktzahl in der Endrunde auf sechs, gewann beide Spiele gegen den  FK Pirmasens  und das Heimspiel vor 70.000 im Olympiastadion gegen Werder Bremen, was die Hanseaten die Finalteilnahme kostete. Bundesminister Ernst Lemmer lobte: "Tasmania hat bewiesen, dass Berlins Fußball besser ist als sein Ruf." 

Zum Heimspiel gegen den 1. FC Köln (1:2) kamen sogar 90.000 Zuschauer. 1961 musste Tas allerdings der Hertha den Vortritt lassen und wurde Berliner Vizemeister, im DFB-Pokal schaffte man es bis ins Viertelfinale, wo sie erst am Kaiserslauterer Betzenberg gestoppt wurden (1:2 n. V.). 1961/1962 kamen sie ins Achtelfinale (0:1 bei Eintracht Frankfurt) und schon am 10. März 1962 holte sich der Klub seine dritte Meisterschaft binnen vier Jahren, mit einem 2:1 bei Hertha BSC vor 20.000 Zuschauer an der "Plumpe" im Stadion Gesundbrunnen. Mit Wolfgang Rosenfeld hatten sie einen neuen Topscorer (16 Tore), aber auch Kapitän Fiebach (14), Peter Engler (13) und Friedrich Schlichting (13) schafften es in die Top Ten der Torjägerliste 1961/1962. Mit dieser Mannschaft bestritt Tasmania im Herbst 1962 ihre einzigen Europapokalspiele.

Im allerdings nicht sonderlich populären Messepokal trafen sie auf DOS Utrecht und verloren beide Partien knapp (2:3 und 1:2) trotz jeweiliger Führung. Zum Rückspiel in Berlin kamen nur 2000 Zuschauer an jenem 17. Oktober. In der Saison, als die Bundesligateilnehmer ermittelt wurden, blieb Tasmania als Zweiter hinter der Hertha zurück und wurde nach der Ligareform Regionalligist. Dagegen legte sie vergeblich Protest ein, sie warf der Hertha Bilanzfälschung vor, was sich sogar als richtig herausstellen sollte. Zwei Jahre später… In der ewigen Oberligatabelle der BRD nimmt Tasmania den 48. von 164 Plätzen ein. Immerhin.

Dann kam die Spielzeit 1963/1964, die der Klub als Meister mit vier Punkten Vorsprung vor Tennis Borussia beendete. Trainer Gunther Baumann hatte zwar seinen Wechsel nach Nürnberg schon eingetütet, coachte das Team aber noch in der Aufstiegsrunde. Der  kicker  schrieb: "Der Aufstieg Tasmanias in die Bundesliga wäre ein Wunder." Damit wurde es auch nichts, doch der Start (5:1 gegen Borussia Neunkirche) war verheißungsvoll und dann kam das Gastspiel an der Grünwalder Straße gegen die ambitionierten Bayern. Tasmania spielte unbekümmert auf, ging durch Fiebach in Führung und nahm ein 1:1 mit nach Hause. "Alles spricht von Tasmania", titelte der  kicker  nun und die jungen Bayern um Sepp Maier und Franz Beckenbauer hätten gewarnt sein müssen, als sie am 24. Juni 1964 ins Poststadion mussten. Die Austragungsstätten wechselten permanent, je nach Gegner und Anlass. Der heimische Sportpark Neukölln war für die Endrunde nicht geeignet.

Sensation gegen FC Bayern

Die Bayern kamen als Tabellenführer, Tasmania war aussichtsreicher Zweiter. Nach den 90 Minuten war es andersrum, Tasmania feierte ein furioses 3:0. Zwei Tore von Heinz Fischer und eines von Kapitän Fiebach sorgten für die Sensation. "Was sich gestern im Berliner Poststadion abspielte, hat im Berliner Nachkriegsfußball keine Parallele. Die Begeisterung schlug so hohe Wellen, daß das Spiel sogar drohte, vom Schiedsrichter abgebrochen zu werden. Hunderte von Zuschauern stürmten nach dem ersten und erst recht nach dem zweiten Tor Tasmanias das Spielfeld", berichtete der  kicker . Der frustrierte, sonst so wortgewaltige Bayern-Trainer Tschik Cajkovski verweigerte jeden Kommentar.

Plötzlich konnten noch drei Mannschaften aufsteigen, Tasmanias letzter Gegner Borussia Neunkirchen hoffte ebenfalls, und Bayerns Chancen waren gleich null. Tasmania ging als Tabellenführer ins letzte Spiel in Neunkirchen und vergab ihren Matchball knapp. Am Sonntag, den 28. Juni 1964, hielten die Berliner bis zur 86. Minute ein 0:0, dann zerstörte ein Mann namens Elmar May den Traum von der Bundesliga. Nicht Tasmania und auch nicht die Bayern, die St. Pauli 6:1 abfertigten, stiegen auf, sondern Borussia Neunkirchen. Trainer Baumann stelle fest: "Die Nervenbelastung meiner Jungs war einfach zu groß."

Im Sommer 1965 wurde der Traum von der Bundesliga dann doch noch wahr. Auf abenteuerliche Weise erhielten die Tasmanen, in der Meisterschaft nur Dritter geworden, ihre Bundesligalizenz. Nach Herthas Zwangsabstieg sollte Berlin trotzdem vertreten sein. Meister TeBe war in der Aufstiegsrunde gescheitert und Vize Spandauer SV verzichtete dankend. Tasmania bewarb sich, weil es 1964 Berliner Meister war. Nach der überraschenden Zusage rief man die Spieler über das Radio (Radio Luxemburg) und den "ADAC Fernruf" von den Urlaubsstränden zurück. Die Vorbereitung auf die Bundesliga betrug also nur zwei Wochen, es war der Anfang vom allseits bekannten Ende.

Auch der Transfer von Horst Szymaniak aus Mailand änderte nichts mehr daran, dass Tasmania in der Bundesliga Schiffbruch erlitt. Das erste Heimspiel gegen Karlsruhe gewannen sie noch mit 2:0, danach setzte es vor allem Prügel. Aber ganz so schlecht, wie sie gemacht wurden, waren die Kicker von Tasmania dann doch nicht.

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