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Irre Karriere |15.02.2018|09:30

Robin Gosens: Plötzlich mit Bergamo gegen BVB

Bisher neun Erstliga- und zwei Europa-League-Einsätze für Atalanta Bergamo: Robin Gosens.

[Foto: imago/ZUMA Press]

Wenn Borussia Dortmund heute (ab 19 Uhr) in der Europa League auf Atalanta Bergamo trifft, wird in den Reihen der Italiener auch ein deutscher Akteur zu finden sein: Robin Gosens aus Elten am Niederrhein. „Vor vier Jahren habe ich noch im Amateurbereich gekickt, und nun spiele ich in einer europäischen Topliga", sagt der 23 Jahre alte Defensivspieler fast ungläubig.

Im Vorstellungsvideo sprach Robin Gosens zu seinen neuen Fans auf Englisch. „Italienisch muss ich erst noch lernen, aber ein paar Brocken kann ich schon“, so der 23-Jährige im vergangenen Jahr zu FUSSBALL.DE . Sprachunterricht nimmt Gosens seit dem Frühjahr 2017. Da verpflichtete Atalanta Bergamo den Defensivspieler aus Deutschland, der Europa-League-Teilnehmer stattete ihn mit einem Dreijahresvertrag aus. „Dieser Transfer ist für mich unglaublich“, sagt der Fußballprofi.

Gosens' sportlicher Lebenslauf ist für einen Spieler seiner Generation ungewöhnlich. Bis zu seinem 18. Geburtstag kickte er für kleinere Vereine vom Niederrhein. Seine Welt waren die Sportplätze. Ein Wechsel zu einem großen Klub stand nicht zur Debatte. Zunächst kickte er für Fortuna Elten , dem Klub aus seinem Heimatdorf. „Damals hat man schon gesehen, dass der Robin außergewöhnliches Talent hat“, sagt Gosens‘ alter Jugendtrainer Thomas Wissen. Er hatte den Jungen in der E-Jugend unter seinen Fittichen. In der D-Jugend verließ Gosens dann Elten. Er spielte aber weiter für Klubs aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Zunächst für den 1. FC Bocholt , später den VfL Rhede. Es schien auf eine Karriere im Amateurfußball hinauszulaufen.

2012 gab es den Wendepunkt in seiner Laufbahn. „Ich habe zum richtigen Zeitpunkt eine Topleistung abgerufen“, erzählt Robin Gosens. Damals spielte er mit der Rheder A-Jugend beim 1. FC Kleve. Die Partie sah auch ein Scout von Vitesse Arnheim. Eigentlich wollte er Spieler des Kooperationspartners aus Kleve beobachten. Am Ende empfahl er den Arnheimern aber Robin Gosens.

"Mir waren die Klubs aus meiner Heimat immer wichtig, deshalb habe ich dem Nachwuchs dort geholfen"

Auch wenn es Bedenken innerhalb der Familie gab, nahm er das Angebot an. Gosens wechselte in die Niederlande. Trainer Peter Bosz, von Sommer bis Winter 2017 Coach bei Borussia Dortmund, nahm das Talent sogar mit ins Trainingslager. Doch im Profikader von Vitesse war kein Platz für den Deutschen. Robin Gosens ließ sich zum FC Dordrecht ausleihen, schaffte mit dem Klub den Aufstieg und debütierte 2014 in der Eredivisie. In der niederländischen Topliga etablierte er sich als Stammspieler.

Nach Dordrechts sofortigem Wiederabstieg ging er 2015 zu Heracles Almelo. Robin Gosens pendelte von Elten aus zum Training. 100 Kilometer. Pro Strecke. Auch in seiner Freizeit widmete er sich dem Fußball. Die C-Jugend des SV Emmerich-Vrasselt hatte eine Zeit lang einen Profifußballer als Co-Trainer. „Das habe ich gerne gemacht. Mir waren die Klubs aus meiner Heimat immer wichtig, und deshalb habe ich dem Nachwuchs dort geholfen“, sagt Gosens.

Das Wort „Heimat“ fällt bei ihm häufig. Gosens war immer froh, wenn ihn sein kleiner Eltener Fanklub von der Tribüne aus anfeuerte. Die Ergebnisse seines ersten Klubs hatte er stets im Blick. Über die Leistungen seiner alten Teamkollegen aus Rhede und Bocholt hielt sich Gosens auf dem Laufenden. „Das ist seiner Art. Er nimmt sich überhaupt nicht wichtig“, sagt Jugendtrainer Thomas Wissen. Seinem alten Schützling fiel die Entscheidung auch schwer, die er vor einigen Monaten treffen musste. Da kam das Angebot aus Bergamo. Aus einer Stadt, die rund 1000 Kilometer von seinem Heimatort entfernt liegt. „Letztendlich haben viele Argumente für den Wechsel gesprochen. Bergamo ist eine tolle Stadt, die Serie A ist eine Topliga und Atalanta spielt zudem in der Europa League“, sagt Robin Gosens.

Die Vorfreude war groß: auf Auswärtsspiele bei Traditionsklubs wie dem AS Rom oder Juventus Turin. Auf Zweikämpfe mit Topstars wie Paulo Dybala, Edin Dzeko oder Weltmeister Sami Khedira. Auf die Stimmung der Tifosi. Neun Erstliga- und zwei Europa-League-Einsätze stehen für Robin Gosens bislang zu Buche, bei den jüngsten beiden Auftritten in der Serie A kam er allerdings nicht zum Einsatz.

Schon vor der Saison hatte der Atalanta-Profi auf Europacupduelle mit deutschen Klubs spekuliert. „Ich hoffe, dass wir in der Europa League einen Bundesligisten zugelost bekommen“, sagte er. Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen - heute bestreitet Bergamo im Dortmunder Fußballtempel das Hinspiel im Sechzehntelfinale. „Wir sind nicht der Favorit, aber wir können es Dortmund definitiv schwer machen“, sagt Gosens im kicker . „Unser Vorteil ist, dass wir das erste Spiel auswärts haben. Wenn wir da einen Punkt holen - zu Hause sind wir eine Macht.“

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