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Fanliebling |23.04.2017|20:00

Salifou: Aston Villas Liebling jetzt 6. Liga

Moustapha Salifou: Der frühere Publikumsliebling von Aston Villa spielt heute für Türkspor Augsburg. [Foto: Fotos Getty Images, privat; Collage FUSSBALL.DE]

„Sali-salifou...sali-salifou, bullet bullet proof, sali-salifou...sali-salifou” - diesen Song, zur Melodie des Welthits „Daddy Cool“ von Boney M., sangen einst Tausende von Aston Villa-Fans zu Ehren ihres Publikumslieblings Moustapha Salifou. 2007 war der Togolese vom Schweizer Fußballklub Wil 1900 für eine Ablösesumme in Höhe von 500.000 Euro nach England gewechselt. Der Höhepunkt seiner Karriere. Und das ein Jahr, nachdem sich sein Heimatland Togo das erste und bisher letzte Mal in der Geschichte des Landes für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert hatte. Heute, zehn Jahre nach seiner ersten Saison in der Premier League, spielt Salifou in Bayern in der Landesliga. Beim Türkspor Augsburg 1972 hat er zwar keinen eigenen Song, dafür aber Mitspieler aus aller Welt.

„Am Anfang waren wir nur Türken“, sagt Türkspors Sportlicher Leiter Erkan Bayro, „aber schnell kamen Spieler aus vielen anderen Nationen dazu.“ Zurzeit kicken Spieler aus zehn verschiedenen Nationen in der ersten Mannschaft: sie stammen aus Senegal, Türkei, Deutschland, Italien, Bosnien, Holland, Togo, USA und Kroatien. Ein echter Multikulti-Klub eben. „99% der Spieler können Deutsch, der Rest verständigt sich auf Englisch oder in der Sprache des Fußballs“, erklärt Bayro. „Salifou hilft dabei. Er ist so ein erfahrener, bodenständiger Typ und nimmt neue Spieler an die Hand, um sie ins Team einzubringen.“

Für Salifou selbst ist es kein Problem, sich in einer Mannschaft einzufügen. Er spielte in fünf verschiedenen Ländern Fußball und tut sich auch in Augsburg nicht schwer. „Mir geht es gut in dem Verein und ich komme mit allen sehr gut klar. Und ich habe ja schon oft international gespielt“, sagt der mittlerweile 33-jährige Mittelfeldregisseur. 66 Einsätze in der togolesischen Nationalmannschaft hat Salifou zu verzeichnen, dabei gelangen ihm sechs Tore. Ein Highlight war Togos Teilnahme an der WM 2006 in Deutschland mit Superstar Emmanuel Adebayor. Zu ihm pflegt Salifou immer noch guten Kontakt, obwohl er längst nicht mehr in der Nationalmannschaft spielt. „Mit ein paar Leuten habe ich mich immer schon sehr gut verstanden, und das ist auch heute noch so“, sagt Salifou.

Traum vom Trainerjob

"Die englischen Fans sind verrückt"

Togo qualifizierte sich damals überraschend für die Weltmeisterschaft, nachdem es den Senegal im Africa Cup hinter sich ließ. Nach Vorrundenniederlagen gegen Südkorea, die Schweiz und Frankreich nahm die togolesische WM-Reise aber ein frühes Ende. „Ich erinnere mich sehr gerne an die Zeit der WM zurück“, sagt Salifou, „aber auch mein erstes Tor für Oberhausen werde ich nie vergessen.“

Salifou war damals aus seiner Heimatstadt Lomé nach Oberhausen gewechselt. Rot-Weiß spielte 2002 in der 2. Bundesliga. Im Spiel gegen den Karlsruher SC setzte er in der 84. Minute den Schlusspunkt zum 3:1-Heimsieg. Über Stationen in Frankreich (Stade Brest 29) und der Schweiz (FC Wil 1972) zog es ihn dann 2007 auf die Insel zu Aston Villa. Sportlich lief es für ihn in den vier Jahren beim Top-Klub nicht besonders gut. Er verbuchte nur vier Einsätze, wurde aber von den Fans gefeiert. „Die englischen Fans sind verrückt“, sagt er und muss lachen. Mit viel Erfahrung, die er bei Villa sammeln konnte, kehrte er 2011 endgültig zurück nach Deutschland. Erst zum 1. FC Saarbrücken und dann zu 1860 Rosenheim.

Seinen Weg nach Augsburg fand Salifou über einen Freund. In Schwaben sieht er die Chance, seinen großen Traum zu erfüllen. Nach seiner aktiven Karriere will er bei Türkspor als Trainer weitermachen. „Neben dem Fußball lerne ich gerade besser Deutsch. Das brauche ich hier, um Fußball-Lehrer zu werden.“ Im Moment ist er im B2-Kurs.

Ober er heimlich noch vom Profifußball träumt? „Es gibt so viele junge, schnelle Spieler. Vielleicht noch in der Bayern- oder Regionalliga“, sagt Salifou. Denn genau dorthin möchte Türkspor. Im Moment stehen die Augsburger auf Platz drei der Landesliga Südwest mit vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Sie haben aber zwei Spiele weniger als der Zweitplatzierte FV Illertissen II und daher noch eine realistische Chance, aufzusteigen. Der Sportliche Leiter Bayro und Moustapha Salifou sind sich einig: „Das ist unsere Saison, wir glauben fest an den Aufstieg.“

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