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Comeback |09.05.2021|11:30

Blutkrebs: "Härteste Zeit meines Lebens"

Manuel Schmidt: "Die Unterstützung war unbeschreiblich und hat mir viel Kraft gegeben."[Foto: SpVg. 1920 Köln-Flittard]

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Manuel Schmidt war im Spätsommer 2018 Trainer eines Bezirksligisten aus Köln. Doch von einem auf den anderen Tag fühlte sich der heute 40-Jährige schlecht. Die Diagnose der Ärzte war niederschmetternd: akute Leukämie. Die Tage und Wochen danach waren für ihn ein Kampf gegen den Tod - die große Fußballerfamilie hat ihn dabei mit einer riesigen Welle der Solidarität unterstützt. Zweieinhalb Jahre später hat Schmidt den Blutkrebs besiegt. Im Sommer wird er den Bezirksligisten SpVg. 1920 Köln-Flittard übernehmen. Für Schmidt fühlt es sich wie der Beginn eines zweiten Lebens an.

Der 18. September 2018 war ein schöner Dienstag, Spätsommer, angenehme Temperaturen, viel Sonnenschein. Manuel Schmidt war um 18.24 Uhr noch guten Mutes, als sein Handy klingelte. Er freute sich darauf, gleich das Training seiner Mannschaft VfL Rheingold Poll zu leiten, die zwei Tage zuvor einen wichtigen Sieg in der Bezirksliga gefeiert hatte - 6:3 gegen den SV Frielingsdorf . Um 18.28 Uhr, nachdem Schmidt sein Telefonat beendet hatte, war sein Leben ein anderes. Plötzlich hatte er direkte Bekanntschaft mit dem Tod gemacht. Ein Arzt hatte ihm mitgeteilt, dass er eine akute myeloische Leukämie (AML) habe. Kurz gesagt: Blutkrebs.

"Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, nachdem ich aufgelegt hatte, war: 'Das war es. Jetzt ist alles vorbei.' Ich musste mich erstmal hinsetzen, so geschockt war ich." Die Tasche, die er fürs Training gepackt hatte, blieb in der Ecke stehen. Über Monate und Jahre brauchte er den Inhalt nicht mehr. Plötzlich ging es nicht mehr darum, mit seinen Bezirksligafußballern aus dem Kölner Süden eine neue Taktik für Eckstöße einzustudieren, Kondition zu bolzen. Plötzlich war für Schmidt selbst der Moment gekommen, als für ihn der große Kampf begann – für das Leben, gegen den Tod, mit damals 38 Jahren.

Krankenhaus statt Traningsplatz

"Ich wollte nicht, dass mich meine damals zwölfjährige Tochter plötzlich mit Glatze sieht. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, dass sie mir die Haare abrasiert"

Der verhängnisvolle Anruf, der im Rückblick lebensrettende Anruf, kam aus der Kölner Uniklinik. Er war kurz, vier Minuten, meint sich Schmidt zu erinnern. Aber er war prägend, heute kann Schmidt in vier Sätzen zusammenfassen, was der Arzt ihm möglichst schonend, aber doch ehrlich, beizubringen versuchte: "Herr Schmidt, Sie haben Leukämie. Kommen Sie bitte sofort vorbei. Wir müssen so schnell wie möglich mit der Behandlung starten. Uns bleibt keine Zeit."

Selbst im Rückblick fällt es Schmidt schwer, die Geschehnisse einzuordnen. Freitags hatte er sich schlecht gefühlt. Etwas schlapp, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen, seine Lebensgefährtin meinte, er sei sehr blass. Corona war damals noch kein Thema. Vielleicht eine Erkältung? Eine Grippe? Irgendeine Infektion? "Seitdem ich als Trainer tätig bin, habe ich noch nie ein Training oder gar Spiel meiner Mannschaft wegen einer Erkrankung verpasst. Aber in diesem Zustand wäre ich nicht in der Lage gewesen, an der Seitenlinie zu stehen", erzählt Schmidt. Samstags wurde es nicht besser. Er bereitet seinen langjährigen Assistenten Alexander Schauf darauf vor, die Verantwortung übernehmen zu müssen. "Aber sonntags ging es plötzlich wieder aufwärts", erinnert sich Schmidt. "Ich vermute, es waren das Adrenalin und die Anspannung vor der Begegnung, die mich gepusht haben." Also betreute er die Mannschaft und feierte mit ihr den ersten Saisonsieg. Am Sonntagabend allerdings verschlechterte sich sein Zustand wieder deutlich, am Montag ging er zum Arzt, der ihn wegen der unklaren Symptomlage in die Uniklinik verwies: "Dort wurde ein großes Blutbild gemacht, das die Diagnose Leukämie hervorbrachte."

Was danach geschah, hat sich in Schmidts Erinnerungen eingebrannt: Tasche packen – aber nicht fürs Fußballtraining, sondern für einen längeren Krankenhausaufenthalt: "Als ich dort dann in mein Zimmer gekommen bin, fiel mein Blick als erstes auf den Mann, der im Bett neben meinem lag. Er hatte als Folge der Chemotherapie alle Haare verloren. Da wurde mir endgültig klar, dass die härtesten Wochen und Monate meines Lebens vor mir liegen würden."

Moralische und finanzielle Unterstützung aus dem Fußball

Schmidt hatte sich vorher im Internet über seine Erkrankung informiert. "Im ersten Moment war Leukämie für mich die schlimmste aller Krebsformen, weil Blut im ganzen Körper ist und damit auch der Krebs überall in mir", sagt Schmidt. "Erst nach und nach habe ich realisiert, dass die Heilungschancen sehr gut sein können. Mit diesem Wissen ist nach und nach meine Zuversicht zurückkehrt." Hinzu kam, dass er vor allem aus der großen Fußballerfamilie extremen Zuspruch bekam. "Selbst ein halbes Jahr später hatte ich es noch nicht geschafft, alle Nachrichten zu beantworten. Die Unterstützung war unbeschreiblich und hat mir viel Kraft gegeben." Sein damaliger Verein hatte sogar ein großes Event organisiert, im Zuge dessen 1000 bis 1200 Menschen auf die Anlage kamen, um Schmidt moralisch, aber auch finanziell zu helfen.

Die Behandlung war genauso hart, wie es Schmidt befürchtet hatte. Schon früh während der ersten Chemotherapie verlor er die ersten Haarbüschel. "Ich wollte nicht, dass mich meine damals zwölfjährige Tochter plötzlich mit Glatze sieht. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, dass sie mir die Haare abrasiert", erzählt Schmidt. Die Chemotherapie war nötig, um die Krebszellen kurzfristig zu besiegen. "Erst als das gelungen war, konnten wir mit den Vorbereitungen für die Transplantation der Stammzellen beginnen", sagt Schmidt. In seinem Fall war schnell klar, dass es einen passenden Spender geben würde. "Der Akt der Transplantation hat letztlich nicht länger als zwei bis drei Stunden gedauert. Der ganze Prozess war dennoch extrem hart, weil mein Immunsystem im Vorfeld komplett auf Null gesetzt werden musste", erinnert sich Schmidt. Danach begann die bange Zeit des Wartens und Hoffens, dass sein Körper die neuen Stammzellen annimmt und die richtige Reaktion zeigt. "Nach knapp zwei Wochen war klar, dass es funktionieren würde. Das war natürlich eine unfassbare Erleichterung für uns alle."

Stammzellen spenden, Leben retten

Wenn Schmidt heute auf die schwerste Prüfung seines Lebens zurückschaut, nennt er zwei Dinge, die ihn auch in den dunkelsten und hoffnungslosesten Stunden angetrieben haben: "Das war erstens natürlich meine Familie, vor allem meine Tochter. Aber das war zweitens auch der Fußball. Ich habe wirklich unfassbaren Zuspruch erlebt. Das war mir teilweise schon fast peinlich. Aber für mich war immer klar, dass ich eines Tages auf den Fußballplatz zurückkehren werde. Auch deshalb habe ich Tag und Nacht gegen diese Krankheit gekämpft."

Soweit man das inzwischen sagen kann, hat Schmidt diesen Kampf gewonnen. Und auch seine anderen Wünsche werden sich erfüllen. Im Sommer wird er den Bezirksligisten SpVg. 1920 Köln-Flittard übernehmen und will den Verein möglichst kurzfristig in die Landesliga führen. Dafür trifft sich Schmidt, der als Qualitätsprüfer bei Ford arbeitet, bereits jetzt mehrmals täglich mit den Verantwortlichen des Vereins, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. 

Seitdem Schmidt am eigenen Körper erlebt hat, wie schnell das Schicksal zuschlagen kann, macht er unentwegt Werbung, sich als Stammzellenspender*in registrieren zu lassen. "Mir hat auf diesem Weg ein Mensch das Leben gerettet. Ich habe dieser Person einen Brief geschrieben in der Hoffnung, Kontakt aufnehmen zu können", sagt Schmidt. "Ich kann wirklich nur jeden dazu aufrufen, sich bei der DKMS anzumelden. Das ist im ersten Schritt total unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Erst wenn man tatsächlich als passender Spender für einen Leukämie-Patienten ausgemacht wurde, wird es etwas aufwändiger. Aber um ein Menschenleben zu retten, sollte es das einem Wert sein."

Wie man auf dem schnellsten und unkompliziertesten Weg Stammzellenspender*in werden kann, steht ausführlich beschrieben auf der Homepage der DKMS: www.dkms.de.

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