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Serie "Kultfiguren"|03.06.2016|14:00

Die Kuras: Nur mal kurz den Verein übernehmen

Mädchen und Junge für alles bei Arminia 09: Marlene und Wilfried Kura. [Foto: Fotos Kämpf; Collage FUSSBALL.DE]

Eigentlich hatte Marlene Kura nur einen Fußballverein für ihren Sohn gesucht – dann fand sie eine Lebensaufgabe. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich für die SpVg Arminia 09 Köln. Mit 65 Jahren ist sie immer noch Vorsitzende, Geschäftsführerin und Jugendleiterin. Und auch ihren Mann Wilfried hat sie zur Arminia gebracht. Die Kuras sind unsere FUSSBALL.DE-Kultfiguren der Woche.

Marlene Kura wusste, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb. Sohn Stefan war in seinem Bewegungsdrang nicht mehr zu bremsen und hatte die Liebe für Bälle und stramme Schüsse entdeckt. „Ich musste das Mobiliar unserer Wohnung retten“, sagt sie und die Erinnerung an den kleinen Steppke von einst und diese Tage Mitte der 1980er-Jahre lässt sie schmunzeln. Kura, die schon damals mit ihrer Familie mitten in der Kölner Innenstadt lebte, sah nur einen Ausweg: Sie musste einen Fußballverein für den Sohnemann finden, auf dessen Platz er sich austoben konnte.

Ein paar Kilometer weiter wurde sie schließlich fündig. Sie meldete Stefan bei der SpVg Arminia 09 Köln an. Und einmal dort begann auch sie eine kurze Fußballkarriere als Verteidigerin der Frauen-Freizeitmannschaft der Arminia. Doch nur ein Jahr später mangelte es an Mitspielerinnen. Das Ende der aktiven Zeit war gekommen. Die ehrenamtliche Karriere nahm zu diesem Zeitpunkt aber umso mehr Fahrt auf. „Man hat mich gefragt, ob ich vorübergehend einspringen kann“, erinnert sie sich an das Jahr 1985, als sie zur Jugendleiterin des Klubs wurde.

Eine wichtige Institution

"Die Mannschaft ist damals mit der Kutsche durch Zollstock gefahren und gefeiert worden. Das werde ich nie vergessen"

Von „vorübergehend“ kann mehr als 30 Jahre später wahrlich keine Rede mehr sein. Die inzwischen 65-Jährige ist immer noch Jugendleiterin, seit 1990 auch Geschäftsführerin und seit 2002 zudem Vorsitzende der Arminia. Damit ist Marlene Kura längst ein Teil des Vereins und der Verein ist ein Teil von ihr. Heute gibt es nur einen Tag in der Woche ohne Fußball. „Montag ist Enkel-Tag“, sagt die Pflegefachkraft im Ruhestand. Von Dienstagmorgen bis Sonntagabend dreht sich aber beinahe alles um die Arminia.

„Gott sei Dank wirbelt mein Mann eifrig mit“, sagt sie. In der Tat bewirtschaftet Wilfried Kura gemeinsam mit ihr das Vereinsheim des D-Ligisten. Zudem ist er als Platzwart und Jugendtrainer eine feste Größe in dem Klub, der in der Kölner Südstadt seine Ursprünge und seit mehr als 20 Jahren an der Fritz-Hecker-Straße in Zollstock seine Bleibe hat. Dort ist die 250 Mitglieder zählende Arminia eine wichtige Institution in einem nicht ganz einfachen sozialen Umfeld. Das liegt nicht zuletzt am Engagement des Ehepaars Kura. Die beiden organisieren beispielsweise mit einigen Mitstreitern einen eigenen Sankt-Martins-Zug rund um die Platzanlage und sie sorgen dafür, dass sich der Verein am Karnevalszug beteiligt. „Mir geht es vor allem um die Kinder und Jugendlichen“, sagt Marlene Kura, „wenn ich in diesem Bereich etwas aufbauen kann, macht mich das stolz.“

Auch Wilfried Kura hat sich nie darüber geärgert, dass seine Frau ihn Stück für Stück ebenfalls zum festen Bestandteil der „Arminia-Familie“ gemacht hat. Mindestens ein Jahr will er noch weitermachen. Zumal sich die Suche nach einem Nachfolger äußerst schwierig gestaltet. „Es hat mir bis zum heutigen Tag im Großen und Ganzen immer Spaß gemacht“, sagt der 70-Jährige, der vor den Meisterschaftsspielen mit dem Kreidewagen die Linien zieht, während der Partien die Würstchen auf dem Grill dreht und hinterher die Anlage aufräumt.

Am selbstgebauten Grill

Natürlich gab es auch Momente, die ihm mehr Last als Lust bescherten. Immer wieder musste er sich mit den bescheidenen finanziellen Möglichkeiten seines Klubs arrangieren. Bei der Pflege der Anlage war Improvisation gefragt. Dies galt umso mehr, als vor einigen Monaten auf der Anlage zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft werden mussten oder das Flutlicht über viele Wochen defekt war. „Wir haben uns immer wieder etwas einfallen lassen“, sagt er und zeigt nicht ohne Stolz auf die selbstgebauten Sitzmöbel am Platzrand und die Grillanlage, die er mit Hilfe einiger anderer Klubmitglieder zusammengezimmert hat.

Der jahrelange Einsatz der beiden Kuras blieb nicht unbemerkt - und auch nicht unbelohnt. Marlene Kura wurde vor wenigen Wochen mit dem Ehrenamtspreis des Fußballverbands Mittelrhein ausgezeichnet. Und auch Werner Jung-Stadié, Vorsitzender des Fußballkreises Köln und zudem Vorstandsmitglied der Arminia 09, geizt nicht mit Komplimenten. „Solche Menschen braucht es, um Vereine am Laufen und am Leben zu halten“, erklärt er. Ein weiterer Lohn für Marlene und Wilfried Kura sind die Erfolge der Seniorenmannschaft, auch wenn die großen Zeiten längst vergangen sind.

Mit Sohn Stefan im Tor gelang etwa Mitte der 1990er-Jahre der Aufstieg in die A-Liga. „Die Mannschaft ist damals mit der Kutsche durch Zollstock gefahren und gefeiert worden. Das werde ich nie vergessen, auch wenn es lange her ist“, sagt Marlene Kura. Ob ihr Klub in den kommenden Jahren noch einmal derart für Furore sorgen wird, ist offen. Klar ist aber, dass man bei Arminia 09 optimistisch in die Zukunft blicken darf, so lange es Menschen wie Marlene Kura und ihren Mann Wilfried gibt.



Weitere Folgen unserer Kultfiguren -Serie:

Folge 93: Verrückte Hunde! Unsere Finaltag-Kultfiguren

Folge 92: Pokalsieger Pille Gecks: Dem 1. FC Köln weggerannt

Folge 91: Ewiger Klaus Wahl: Sugarboy und Stadionsprecher

Folge 90: Schiedsrichter Edgar Krause: Mit 88 pfeift er ab

Folge 89: Edelfan Werther: Koblenzer Kuhglocken-Legende

Folge 88: Manfred Müller: Elf Herzinfarkte und nicht fußballmüde

Folge 87: Steven Zepeda: Bisschen Badstuber, bisschen Tuchel

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