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Finaltag der Amateure |27.05.2016|18:00

Verrückte Hunde! Unsere Finaltag-Kultfiguren

Diese vier Kultfiguren sind auch am Finaltag der Amateure beteiligt: (von links im Uhrzeigersinn) Peter Pries, Thomas Seeliger, Christian Osebold und Frank Huber. [Foto: Arens / Jensen / Kämpf / www.appeltundhuth.de / Collage: FUSSBALL.DE]

Zeugwart Frank Huber versorgt die Spieler der SG Wattenscheid 09 mit Obst und drückt ihnen Sprüche. Trainer Thomas Seeliger war Bundesliga-Profi, wohnt 400 Meter vom Trainingsgelände seines Klubs Norderstedt entfernt und trifft auf seinen Ex-Verein Altona. Stadionsprecher Peter Pries ist die "Stimme des Moselstadions" bei Eintracht Trier und zudem Karnevalspräsident. Physiotherapeut Christian Osebold kam in der größten Krise zu Fortuna Köln und hat lange draufgezahlt, heute wird von seinen "heilenden Händen" geschwärmt - diese vier ungewöhnlichen Männer sind unsere FUSSBALL.DE-Kultfiguren des Finaltags der Amateure.

Frank Huber (SG Wattenscheid 09)

Der heimliche Chef der SG Wattenscheid 09 sitzt im Keller. Im Untergeschoss der Geschäftsstelle hat Frank Huber sein Reich. Und das betritt der 59-Jährige bereits früh morgens. Schließlich muss Huber einen Berg an Textilien waschen, falten und in Fächer einsortieren. Offiziell führt der West-Regionalligist das Schwergewicht als Zeugwart. Doch Huber ist mehr. „Ohne ihn läuft hier nichts“, sagen sie im Verein. Huber versorgt die Mannschaft mit Obst, drückt Spielern Sprüche und verfolgt jede Partie mit Kappe und Schal.

"Er ist hier nicht wegzudenken und er ist auf jeden Fall Fortuna-infiziert. Wer Ose vor dem Spiel in die Augen schaut, weiß genau, worum es geht"

Sein Engagement begann Mitte der 1990er-Jahre. Peter Kunkel trainierte damals Wattenscheids zweite Mannschaft. Er suchte einen Zeugwart und fragte bei seinem Nachbarn Frank Huber nach. „Ich hatte damals Bypässe bekommen und konnte meinen Beruf als Straßenbauer nicht mehr ausüben. Deshalb war ich über das Angebot froh und habe es angenommen“, erzählt Huber.

Seit mehr als 15 Jahren kümmert sich der Kult-Zeugwart nun um die Schmutzwäsche der ersten Mannschaft. Durch den Job entstanden viele Freundschaften. Auch zu den Altintop-Zwillingen Halil und Hamit, deren Karrieren im Lohrheide-Stadion begannen, hält Huber noch Kontakt. Zuletzt bekam er ein Trikot von Galatarasay Istanbul zugeschickt – mit persönlicher Widmung von Hamit Altintop.

Huber hat viel erlebt in Wattenscheid. Ein Highlight war das DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen. 2005 unterlagen die Schwarz-Weißen dem Team um Torsten Frings, Ivan Klasnic und Naldo mit 1:3. Huber hielt Wattenscheid auch die Treue, als der Klub in die sechstklassige Westfalenliga abgerutscht war. „Für mich ändert sich durch einen Abstieg nichts. Die Wäsche bleibt immer gleich“, sagt Huber und schmunzelt.

Trotzdem: Er würde seinen Spielern gerne noch mal die Trikots für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal rauslegen. Darum steigt bei ihm die Anspannung vor dem Endspiel im Westfalen-Pokal bei Rot Weiss Ahlen (Sa., ab 12.30 Uhr, Live-Konferenz in der ARD). „Ein Sieg wäre für den Verein sehr wichtig“, betont Huber.

Thomas Seeliger (FC Eintracht Norderstedt)

Thomas Seeliger hat im Fußball einiges erlebt. Zwölf Jahre war er als Profi unterwegs, spielte in der Bundesliga für den SC Freiburg, Fortuna Düsseldorf und 1860 München. Trotzdem spürt der Trainer vom FC Eintracht Norderstedt noch ein Kribbeln, wenn er dem Hamburger Pokalfinale am Samstag entgegenblickt. “Es ist immer schön, in einem Endspiel zu stehen”, sagt der 49-Jährige, der als Trainer bereits zum zweiten Mal nach dem Pokal greift. Im Jahre 2009 stand er mit Altona 93 im Pokalfinale und verlor. Es ist ein Wink des Schicksals, dass er mit Norderstedt nun ausgerechnet auf seinen Ex-Verein Altona trifft.

“Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr über Altona zu reden”, stellt er klar. Das Verhältnis zu seinem Ex-Arbeitgeber ist schwierig. Mehr als zwei Jahre war er Trainer, teilweise auch Sportlicher Leiter, des Traditionsvereins. Dann wurde er vor die Tür gesetzt. Seeliger hat das nicht vergessen. Doch der zweifache Familienvater blickt ungern zurück. Es ist vielmehr sein Anliegen, sich als Trainer weiterzuentwickeln. Vor gut einem Jahr hat er den Fußballlehrer gemacht. Zu seinen Mitschülern zählten Torsten Frings und Florian Kohfeldt, die Co-Trainer beim Bundesligisten Werder Bremen sind. Auch Seeliger sagt: “Wenn ich die Möglichkeit bekäme, bei einem Profiverein zu trainieren, würde ich das gerne machen.”

Bis dahin fühlt er sich bei Eintracht Norderstedt pudelwohl. Er wohnt rund 400 Meter vom Trainingsgelände entfernt. Der Jahresetat von ca. 300.000 Euro ist für einen Viertligisten zwar gering. Dafür herrschen, nicht zuletzt aufgrund eines großen Sponsors, ideale Trainingsbedingungen. Lange spielte der Verein sogar ganz oben in der Tabelle mit. “Dann hatten wir riesiges Verletzungspech. Alleine zwischen Oktober und Dezember hatten wir fünf Kreuzbandrisse”, sagt Seeliger, der mit seinem Verein letztendlich auf Tabellenplatz 11 der Regionalliga Nord landete.

Auch im Pokalfinale kann nicht die Bestbesetzung auflaufen. Es ist die Herausforderung eines Trainers, trotz der Verletzungsausfälle eine starke Truppe ins Spiel zu schicken. Gerne greift Seeliger darauf zurück, was er von seinen früheren Profi-Trainern gelernt hat: “Man nimmt von jedem etwas mit. Bei Volker Finke hat mich zum Beispiel das moderne Kurzpassspiel geprägt, bei Aleksandar Ristić die Disziplin und die Grundordnung.” Sollte er diesmal den Landespokal gewinnen, käme er dank des DFB-Pokals wieder mit dem Profifußball in Kontakt. Dass dort Sensationen möglich sind, weiß niemand besser als er: Seeliger stand auf dem Platz, als Fortuna Düsseldorf 1995 den großen FC Bayern München aus dem Pokal kegelte.

Peter Pries (Eintracht Trier)

„Stimme des Moselstadions“: Diesen Titel hat(te) Peter Pries bei Eintracht Trier inne. Insgesamt zwei Jahrzehnte lang war er zunächst als Stadionsprecher und bis zuletzt als Moderator der Pressekonferenz aktiv. Jetzt ist für den 72-Jährigen in dieser Mission aber Schluss: „Es sollen auch mal Jüngere machen. Dem Verein werde ich aber wohl erhalten bleiben. Wie genau, das werden wir noch besprechen.“ Höhen hat der in Westpreußen geborene, in Holstein aufgewachsene und einst berufsbedingt an die Mosel gekommene Pries bei den Trierern genauso mit gemacht, wie Tiefen. Egal, ob der lang ersehnte Zweitligaaufstieg 2002, der bittere Abstieg der Eintracht drei Jahre später – und zahlreiche Überraschungen im DFB-Pokal: Meist war er ganz nah dabei. Unvergessen sind hier für ihn gerade die Erfolge in der Saison 1997/98, als die Blau-Schwarz-Weißen nach Siegen unter anderem gegen den damaligen UEFA-Cup-Sieger Schalke 04 (2:1) und Weltpokalsieger Borussia Dortmund (1:0) als Drittligist sensationell ins Halbfinale einzogen. Dort flogen sie erst nach einem Elfmeterkrimi gegen den MSV Duisburg raus. „Damals fuhr ich als einer der offiziellen Vertreter des Vereins zu den Live-Übertragungen der Auslosungen in die Studios von ARD und ZDF. Mit den Verantwortlichen des DFB habe ich mich dann jeweils augenzwinkernd für die nächste Runde verabredet. Das ging dann ja lange gut und wir hatten Riesenspaß dabei…“

Der Karneval ist die zweite große Leidenschaft für Pries. Nach wie vor ist er Präsident des Landesverbands Rhein-Mosel-Lahn und „Vize“ des rheinland-pfälzischen Landesverbands für karnevalistischen Tanzsport. In Trier überreichte er als Ober-Fastnachter früher Orden an Fußballgrößen wie Fritz Walter (2001), Markus Merk (2004) und die damaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun (1998) und Theo Zwanziger (2009). Die närrische Lockerheit half Pries auch schon oft im Stadion oder bei der Pressekonferenz, um die erhitzten Gemüter mit einem lockeren Spruch wieder zu besänftigen. „Aus der Saison habe ich im Eifer des Gefechts auch schon mal die Session gemacht“, erinnert sich Pries schmunzelnd an einen Versprecher.

Bei der Eintracht ist er fast schon 40 Jahre lang Mitglied. Den Traditionsklub sieht er aktuell auf einem guten Weg: „Mit 63 Punkten und Platz fünf in der Schlusstabelle der Regionalliga Südwest sind wir sehr zufrieden.“ Dem Finaltag der Amateure – Samstag, 14.30 Uhr, trifft die Mannschaft von Trainer Peter Rubeck in Wissen auf die SG HWW Niederroßbach/Emmerichenhain – fiebert er entgegen: „Die Live-Übertragung bietet unserem Verein eine tolle Plattform. Der A-Ligist wird sich bestimmt enorm wehren gegen uns. Ich bin aber sehr optimistisch, dass wir zum 15. Mal den Rheinlandpokal gewinnen.“

Christian Osebold (SC Fortuna Köln)

Kurz nach seinem Einstieg beim SC Fortuna Köln folgte erstmal das große Nichts. Ein halbes Jahr lang musste Physiotherapeut Christian Osebold keinen Wirbel mobilisieren, keinen Verband anlegen und keine verkrampfte Wade massieren. Der Kölner Traditionsklub, damals noch die souveräne Nummer eins der Ewigen Zweitliga-Tabelle, war finanziell klamm und hatte das Team vom Oberliga-Spielbetrieb abgemeldet. „Das waren schon spezielle Zeiten“, sagt Osebold, der den Rückschlag gefasst aufnahm. Schließlich hatte er einige Monate zuvor, im Sommer 2004, mit dem Beginn seines Engagements bei dem Südstadt-Klub wissentlich ein leckes Schiff betreten. Und ein Loch in die private Kasse riss die Zwangspause auch nicht. Geld hatte er nämlich in den ersten Wochen bei der Fortuna ohnehin nicht verdient. „Ich befand mich damals noch in der Ausbildung und habe meine Tätigkeit bei der Fortuna eher als Einblick in die Praxis verstanden“, sagt er.

Ein Freund, der für den Südstadt-Klub spielte, hatte Osebold erzählt, dass man dort einen Physiotherapeuten suche. „Als es kein Geld mehr gab, hat mein Vorgänger gesagt, dass er nur noch am Wochenende bereitstehen würde“, sagt Osebold, „für mich waren die Rahmenbedingungen aber in Ordnung.“ Kurz darauf saß er erstmals bei einem Pflichtspiel auf der Bank. Es ging gegen die Reserve des Wuppertaler SV . Osebold machte seine Sache offenbar gut, einen Konkurrenten gab es nicht und schon war er Teil des Teams hinter dem Team. Der anschließenden Zwangspause folgte der Neubeginn an der Vorgebirgsstraße in Köln-Zollstock. Und natürlich, auch Osebold war wieder dabei. Abends setzte sich der damals Anfang 20-Jährige in Bergisch Gladbach in die Bahn und fuhr zu den Trainingseinheiten der Mannschaft.

Für dieses Engagement dürfte damals nicht jeder Verständnis gehabt haben. Denn namhafte Spieler und großen Glamour gab es bei der Fortuna nicht mehr. Nach 26 Jahren in der Zweiten Liga war der Lack ab. Als Verbandsligist kämpfte ein Ensemble engagierter Amateure gegen den Abstieg. Und das nicht in den schmucken Arenen der Region, sondern auf schlichten Sportplätzen. „Wir sind nach Dürwiß, Geilenkirchen und Berrenrath gefahren“, erinnert sich Osebold. Doch das war ihm längst egal. Er war Teil der Fortuna und die Fortuna war ein Teil von ihm. Und ein paar Euro gab es irgendwann auch für den Job. „Angesichts meiner Fahrtkosten habe ich dennoch noch lange Zeit draufgezahlt, aber das war mir egal“, sagt er.

Osebold fieberte mit, packte mit an und war damit Teil des Aufschwungs: 2008 stieg der Klub erstmals wieder auf. Von der NRW-Liga ging es drei Jahre später in die Regionalliga West und im Sommer 2014 schließlich in die Dritte Liga. Fortuna Köln war zurück im Profifußball. Und Osebold war mit dabei. Er hatte ohne Wenn und Aber auf die richtige Karte gesetzt. Er hatte einen Job, der inzwischen ordentlich vergütet wurde und er hatte eine Stellung im Kreise der Spieler, die ihresgleichen sucht. „Er ist hier nicht wegzudenken“, sagt etwa Teamkapitän Daniel Flottmann, „und er ist auf jeden Fall Fortuna-infiziert. Wer Ose vor dem Spiel in die Augen schaut, weiß genau, worum es geht.“

Für den Kölner Trainer Uwe Koschinat ist der Physiotherapeut eine unverzichtbare Größe. „Er hat heilende Hände und er ist ein super Junge“, sagt der Coach. Diese Komplimente dürften den 32-jährigen Osebold stolz machen. Aber er hat sich die Anerkennung auch bitter verdient, in den Tagen des Erfolgs und vor allem in der Zeit, als Fortuna Köln vor dem großen Nichts stand.

Weitere Folgen unserer Kultfiguren -Serie:

Folge 92: Pokalsieger Pille Gecks: Dem 1. FC Köln weggerannt

Folge 91: Ewiger Klaus Wahl: Sugarboy und Stadionsprecher

Folge 90: Schiedsrichter Edgar Krause: Mit 88 pfeift er ab

Folge 89: Edelfan Werther: Koblenzer Kuhglocken-Legende

Folge 88: Manfred Müller: Elf Herzinfarkte und nicht fußballmüde

Folge 87: Steven Zepeda: Bisschen Badstuber, bisschen Tuchel

Folge 86: Josef Ring: Das Urgestein aus der Vulkaneifel

Folge 85: 75 Jahre Mitglied: Stralkowski ist “Die Eins”

Folge 84: Kultmasseur Reinhardt knetet seit 50 Jahren

Folge 83: Zeugwart Gürtler: Gegen das Grundgesetz Kölns

Folge 82: “Bubu“ Buschatzki: Für jeden Sieg gibt’s Bier

Folge 81: Esad Kahric: Der Thomas Schaaf der Bayernliga

Folge 80: Globetrotter Schick: Fußball in der Favela

Folge 79: Käpt’n Muck: 777 Spiele für seine Wurzener

Folge 78: Fitter Jacob: Derwall erkannte sein Talent

Folge 77: Daniel Kübler: Der Mann, der Frauenwünsche erfüllt

Folge 76: Wagners WM-Wette: 85-Jähriger seit 1974 Schiri

Folge 75: Julian Schiebe: Mit 21 schon Vizepräsident

Folge 74: Reini Boldt: Kult-Zeugwart mit sieben Kindern

Folge 73: Knopp in Koblenz: Tag und Nacht da für die TuS

Folge 72: Benno Kischnick: Linienrichter seit 50 Jahren

Folge 71: Der blinde Pressesprecher: Manuel Beck beeindruckt!

Folge 70: Ilse Kuck (81): Die Kassiererin der Herzen

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