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Kultfiguren im Amateurfußball |28.11.2014|14:00

Kultfigur rotschi: Stadionkasper zum Genießen

Höpfingens rotschi: Ein Stadionsprecher zum Genießen und Ausleihen [Foto: 2013 Getty Images]

Sein Vereinsvorsitzender bezeichnet ihn als einen „ausgetüftelten Rhetoriker“, bei Werder Bremen erinnern sie sich an ihn als „wortgewaltigen Antreiber“, er selbst nennt sich „Stadionkasper“. Nur unter seinem echten Namen kennt Gundolf Nohe eigentlich niemand. Beim TSV Frankonia Höpfingen ist „rotschi“ (ja, der Name wird wirklich klein geschrieben) ein Hansdampf in allen Gassen. Er gehört zum Vorstand, schreibt seit über 30 Jahren das Stadionblättchen, ist Kult-Stadionsprecher, verfasst Spielberichte und schreibt Gedichte. Rotschi ist eine Kultfigur des Amateurfußballs.

Rotschi – was heißt das eigentlich? „Das kommt von meinem Vater, der war hier im Ort Ratschreiber“, erklärt der 58-Jährige: „Das ist eine baden-württembergische Spezialität. Früher war in einem Ort wie Höpfingen der Bürgermeister ehrenamtlich und der Ratschreiber hauptamtlich, so etwas wie der Innendienstleiter der Gemeinde. Mein Vater war Ratschreiber bis zu seiner Pensionierung. Der Dialekt macht dann Rotschreiber daraus, am Ende blieb rotschi übrig. So einfach ist das…“

Der TSV Höpfingen wurde 2013/2014 als Team des Jahres eine Saison lang von der DFB-Website "Training & Wissen online" begleitet. Schnell wurde klar, das dieser rotschi eine Kultfigur ist. Einmal stand er ganz besonders im Mittelpunkt. Es war an einem grauen, regnerischen Novembertag vor etwa einem Jahr. Das Vereinsheim in Höpfingen war brechend voll. Die Kapelle stampfte den Klassiker "Gute Freunde kann niemand trennen". Und der ganze Verein sang mit. Jung und alt, Mann und Frau, Spieler und Trainer, Präsident und rotschi.

"Beim Spiel gegen Werder Bremen hatte ich scheinbar einen guten Tag erwischt"

Anlass war das Jubiläum "30 Jahre Höpfemer Sportecho“, Deutschlands kleinste Stadionzeitung, die rotschi liebevoll auf der Schreibmaschine erstellt. „Kein Tamtam“ hatte er sich von seinen Vorstandskollegen Jürgen Kuhn und Meik Böhrer gewünscht. Die hatten artig genickt. Und hinter seinem Rücken trotzdem etwas auf die Beine gestellt. So viel, dass rotschi nun eine Dankesrede halten wollte, aber für einen Augenblick nicht mehr konnte, weil er so gerührt war.

Interview mit Allofs und Schaaf

Wenige Stunden zuvor war er noch in ganz Höpfingen zu hören. Neben vielen anderen Funktionen im Verein ist rotschi auch der Stadionsprecher beim TSV. Und was für einer. Auf keiner Kirmes-Achterbahn hört man Ansagen mit mehr Schmackes und Schwung. Auf keinem Poetry-Slam gibt es Formulierungen mit mehr Grips und Finesse. Für seine Qualitäten als Stadionsprecher ist er bekannt, wird auch gern mal zu großen Events von anderen Vereinen ausgeliehen. „Ein paar Mal durfte ich auch schon auswärts bei diversen Benefizspielen moderieren“, erzählt rotschi, „einmal hat der FSV Mainz mit Jürgen Klopp in Hundheim gespielt, ein anderes Mal Hoffenheim in Rosenberg. Der Höhepunkt war aber natürlich das Spiel gegen Werder Bremen bei uns in Höpfingen. Scheinbar hatte ich da einen guten Tag erwischt und wurde sogar auf der Homepage von Werder erwähnt. Spontan konnte ich sogar noch Klaus Allofs und Thomas Schaaf interviewen. Das war natürlich ein echtes Highlight.“

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des „Sportechos“ waren sie alle gekommen. Spieler der ersten, zweiten und dritten Mannschaft. Der Vorstand. Alte Weggefährten. Ehrengäste. Als Höhepunkt des Abends erhielt rotschi die Goldene Ehrennadel des Badischen Fußballverbandes für sein 30-jähriges Engagement. Eine höhere Auszeichnung für das Ehrenamt kennen die Statuten nicht.

Goldene Ehrennadel des Badischen FV

Über 450 Ausgaben gab es seit dem 6. November 1983 vom „Höpfemer Sportecho“. „Aus einer Sieges-Schnapsidee in Horde wurde ein Dauerbrenner in Höpfi“, beginnt rotschi die Jubiläumsausgabe. Damals, nach einem Auswärtsspiel in Hardheim, kam ihm die Idee. Mit Schreibmaschine und Liebe fürs Detail füllt er seither sonntagvormittags vier DIN A5-Seiten. TSV Höpfingen pur. So aktuell, dass Ergebnisse und Überschriften oft von Hand geschrieben werden - und das @-Zeichen. Das gibt es nämlich auf der Schreibmaschine nicht. Kopiert wird seit 30 Jahren in der Firma Kuhn. Chef dort ist Höpfingens 1. Vorsitzender Jürgen Kuhn.

Rotschi brauchte nicht lange, um sich nach seinem Moment der Rührung wieder zu fangen. Er hatte an einen alten Weggefährten gedacht: Bernhard. „Er schaut irgendwo zu und kontrolliert, ob ich all seine gesammelten Sportechos ordentlich aufbewahre“, schreibt er auf der Titelseite. Rotschi findet immer die richtigen Worte. Auch diesmal bekam er schnell die Kurve. Bedankte sich ausdrücklich. Bei Jürgen Kuhn und Meik Böhrer. Dafür, dass sie so wenig Tamtam gemacht haben. Und bei seiner Frau Sonja. Dafür, dass sie so viel gemeinsame Zeit opfert, damit er seiner Leidenschaft „Höpfi“ nachgehen kann.

Eigentlich ging es an diesem Novemberabend gar nicht um 30 Jahre Höpfemer Sportecho. Es ging um Rotschi. Um Sonja. Um Jürgen und Meik. Um Bernhard. Um den TSV Höpfingen.

Alle Folgen der Kultfigur -Serie:

Teil 15: Horst Launert von den Sportfreunden Bulmke

Teil 14: Willi Pott von Rot Weiss Ahlen

Teil 13: Karsten Wettberg, der „König von Giesing“, vom ATSV Kelheim

Teil 12: Fritz Ohrem vom BC Bliesheim

Teil 11: Guido Silberbach vom SV Herbede

Teil 10: Kurt Maus vom Euskirchener TSC

Teil 9: Helmut Hübner aus Güstrow

Teil 8: Hako Kluckert vom MFFC Wiesbaden

Teil 7: Eugen Igel aus Hamburg

Teil 6: Paul Esser von Germania Erftstadt

Teil 5: Katharina „Oma“ Fachinger von Fortuna Mönchengladbach

Teil 4: Uwe Neunsinger vom TSV Neustadt/Aisch

Teil 3: Joachim Uhsemann vom SC Eltersdorf

Teil 2: Rainer Gangelhoff vom VfB Homberg

Teil 1: Uli Reisch vom SV Alemannia Waldalgesheim

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