Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Kultfigur|25.01.2019|15:45

Schetezka: Schiedsrichter mit sozialer Ader

Bernhard Schetezka (l.) leitet als Schiedsrichter unter anderem Partien der Blindenfußball-Bundesliga (r.).[Foto: privat/Wappen: SpVgg Mönsheim/imago; Collage: FUSSBALL.DE]

Als Serdal Celebi am 25. August 2018 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den MTV Stuttgart den Ball in den Winkel zimmert, wird Fußball-Geschichte geschrieben. Der fulminante Treffer des Kickers des FC St. Pauli wird nämlich zum "Tor des Monats" der ARD-Sportschau gewählt. Es ist das erste Tor eines Blindenfußballers in diesem Wettbewerb – und hat gute Chancen auch zum "Tor des Jahres" gekürt zu werden. Bernhard Schetezka ist bei diesem historischen Augenblick auf dem Burgplatz in Düsseldorf ganz nahe dabei. Er ist Schiedsrichter in der Blindenfußball-Bundesliga – und unsere Kultfigur der Woche.

Schiedsrichter ist Bernhard Schetezka, der früher lange selbst aktiv spielt und nachher verschiedenen Klubs in Süddeutschland trainiert, schon seit 1967. Ein persönlicher Schicksalsschlag bewegt ihn schließlich dazu, auch in der Blindenfußball-Bundesliga zu pfeifen. "Ich hatte vor achteinhalb Jahren einen schweren Motorradunfall. Danach habe ich gesagt: Bernhard, du bist noch einmal mit dem Leben davongekommen und wieder gesund. Jetzt gibst du von deinem Glück etwas an Menschen mit einer Behinderung zurück", lässt der Ruheständler tief in seine Seele blicken.

Am 1. Februar 1944 in Mainz geboren, schließt er sich als Jugendlicher der DJK Brasselburg an. Der Verein ist gerade gegründet worden, und zwar von einem Pfarrer. "Er war eigentlich Handball-Torwart", erinnert sich Bernhard Schetezka und führt lachend aus: "Das war der einzige deutsche Geistliche mit einer Trainer-A-Lizenz." Weitere Spielerstationen des Läufers, so nannte man früher den zentralen Abwehrspieler, bevor Franz Beckenbauer den Libero erfand, waren der TSV Fechenbach und der MSV Miltenberg .

Sportlicher Leiter von Robin Dutt

"Du bist mit dem Leben davongekommen. Jetzt gibst du etwas an Menschen mit einer Behinderung zurück."

1967 absolviert Bernhard Schetezka als 23-Jähriger seinen ersten Trainer-Lehrgang in München-Grünwald und übernimmt den VfL Mönchberg als Spielertrainer. Es folgen in selbiger Funktion der SV Frankonia Mechenhard und erneut die DJK Brasselburg, ehe er nach Schwaben umzieht und 1973 erstmals beim GSV Maichingen – zunächst wieder nur als Spieler – aufläuft. SpVgg Weil im Schönbuch , TSV Neuhengstedt, wiederum GSV Maichingen (zweite Mannschaft), TSV Malmsheim , TSV Dagersheim und TSV Schönaich sind seine nächsten Anlaufstellen als Trainer.

Dann erwirbt Bernhard Schetezka 1984 in München-Grünwald die Trainer-A-Lizenz und er übernimmt bis zum Ende des Jahrtausends weitere Vereine: FSV 08 Bissingen , erneut TSV Malmsheim, TSG Leonberg und die A-Junioren des TSF Ditzingen . Währenddessen wird er im Bezirk Enz/Murr auch noch DFB-Stützpunkttrainer in der Altersklasse U 12 bis U 15 und später C-Junioren-Bezirksauswahltrainer für den Württembergischen Fußballverband.

Ein Leben für den Fußball: Schon während seiner Trainertätigkeit erwirbt Bernhard Schetezka nach und nach die Vereinsmanager-Lizenzen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bis hin zum A-Schein und übernimmt weitere Aufgaben in Vereinen in der Region. 1999 wird er Jugendkoordinator beim damaligen Regionalligisten TSF Ditzingen (damals dritte Liga) und ein Jahr später zugleich Sportlicher Leiter des Klubs – Trainer in Ditzingen ist kein geringerer als Robin Dutt (heute VfL Bochum).

Nach drei Jahren in Ditzingen wandert Bernhard Schetezka weiter, wird Geschäftsführer beim Polizei-Sport-Verein Stuttgart und bleibt dort bis Ende vorigen Jahres im Amt. Außerdem fungiert er bis zum Jahr 2012 als Schriftführer bei der SpVgg Mönsheim , bei der er heute noch Mitglied ist.

Zwei Rote Karten in 25 Jahren

Als ob die Liste der verschiedenen, oft ehrenamtlichen Tätigkeiten in verschiedenen Vereinen in Unterfranken und im Schwabenland noch nicht lang genug wäre, ist da ja noch die Schiedsrichterei. Nachdem er bereits mit 23 Jahren seine Schiedsrichter-Prüfung ablegt, pfeift er bis zum Beginn seines Maschinenbaustudium in Schweinfurt aber nur unregelmäßig Spiele, weil er ja selbst noch aktiv kickt und danach eben Trainer ist. Inzwischen leitet Bernhard Schetezka aber seit 25 Jahren durchgängig Partien im Amateurfußball. "Das macht mir sehr viel Freude. Auch jetzt bin ich ständig im Einsatz, obwohl ja eigentlich Winterpause ist", verrät der Rentner.

Am kommenden Wochenende ist er in der Mönsheimer Halle dabei, pfeift bei Senioren wie Nachwuchskickern. "Ich komme mit den Spielern, egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, gut klar. In meiner gesamten Laufbahn, das müssen jetzt 700 bis 800 Spiele sein, habe ich erst zwei Rote Karten verteilt", verrät Bernhard Schetezka. Seine Art, keine Hektik auf dem Platz aufkommen zu lassen: "Ich spreche viel mit den Beteiligten und leite ein Spiel nicht von oben herab. Wie sagt man so schön: Wenn man den Schiedsrichter gar nicht bemerkt, dann hat er seine Sache gut gemacht. So sehe ich es auch, ich muss nicht im Mittelpunkt des Geschehens stehen."

Schon gar nicht dann, wenn die Fußballer nichts sehen können. Die Spiele in der Blindenfußball-Bundesliga seien auch für ihn als Schiedsrichter etwas Besonderes: "Da muss man auf eine ganz andere Art aufmerksam sein." Im Mai startet die Saison 2019, vorher geht es für die Unparteiischen wieder zu einem Lehrgang in Hannover. Bernhard Schetezka freut sich schon drauf – nur zu Hause rumsitzen, das ist für den bald 75-Jährigen nun wirklich nichts.

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Weiter