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Kultfiguren des Amateurfußballs |17.04.2015|09:30

Sepp Pfluger: Der Mann, der die Löcher stopft

Das Mädchen für alles beim SC Pfullendorf: Sepp Pfluger (76). [Foto: Felix Stöldt; Collage: FUSSBALL.DE]

Als Josef Pfluger zum SC Pfullendorf kam, war in Deutschland noch einiges anders. Der Bundespräsident hieß Theodor Heuss, der junge Freddy Quinn sang sich an die Spitze der Hitparade und für die Fußball-Nationalmannschaft stürmten Uwe Seeler, Helmut Rahn sowie Hans Schäfer.

"Da sind mittlerweile schon einige Jahre ins Land gegangen", sagt der Pfullendorfer und lacht. Pfluger trat dem südbadischen Klub am 1. Juni 1959 bei. Seitdem ist er für den Sportclub da, wo er gebraucht wird. Ob als Spieler, der erst für alle drei Seniorenteams und später noch mit 55 Jahren für die Altherren seine Knochen hinhielt. Als Schiedsrichter, der auf den Sportplätzen für Ordnung sorgen. Oder als Betreuer, der die erste Mannschaft seit 1995 begleitet und unterstützt.

"Sollte es runter in Verbandsliga gehen, dann höre ich auf"

"Ich bin hier das Mädchen für alles", sagt der 76-Jährige, den in Pfullendorf alle nur Sepp nennen. Vor jedem Training läuft er die 600 Meter von seinem Haus zur Geberit-Arena. In den Katakomben lagern die Trikots, Hosen und Stutzen. Hier ist Pflugers Reich. Entdeckt der Rentner ein großes Loch im Trikot, dann flickt er es. Das Nähen und Stopfen geht ihm leicht von der Hand. Er hat es in seiner Zeit als Berufssoldat erlernt.

Auch kaputte Fußballschuhe landen bei Pfluger nicht einfach in der Tonne. "Die meisten kann man noch reparieren. Und oft ist es doch zu schade, die einfach wegzuwerfen", erklärt der Betreuer. Fehlt einem Spieler der Oberliga-Mannschaft mal ein Stollen, besorgt Pfluger Ersatz. "Nur die Schuhe putzen, das müssen sie schon selber", sagt der Pfullendorfer.

Ratschläge für die Profis

Wer aber Ratschläge im Sachen Fußball haben will, bekommt sie von ihm. Stefan Buck, der später für den Karlsruher SC und 1860 München in der Zweiten Liga spielte, saß nach den Spielen oft mit Pfluger zusammen. Den langjährigen SCP-Kapitän Marco Konrad bezeichnet der Betreuer als guten Freund.

Für seinen Einsatz erhält Pfluger kein Geld, dafür aber jede Menge Anerkennung. Im November verlieh ihm der DFB den Ehrenamtspreis. Als Belohnung für seine Arbeit sieht er auch die ganzen Auswärtstouren, die er mit den Pfullendorfern unternommen hat. "Da waren echt unvergessliche Fahrten dabei", erzählt Pfluger.

Sein schönstes Auswärtsspiel erlebte er im Juni 2000 bei Union Berlin. Pfullendorf hatte seine große Zeit und wurde Vizemeister in der damals drittklassigen Regionalliga Süd. Pflugers Verein durfte deshalb an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teilnehmen. In Pfullendorf gab es zunächst ein 1:1 gegen LR Ahlen. "Da haben wir kurz vor Schluss den Ausgleich kassiert. Durch das Unentschieden mussten wir schon unter der Woche unser Spiel bei Union bestreiten. Das war ein großer Nachteil", erzählt Pfluger.

Mit dem Bus zu Union Berlin

Die Pfullendorfer fuhren die 750 Kilometer nach Berlin mit dem Bus - quer durch die Republik. "Die Fahrt hat uns richtig geschlaucht", erzählt Pfluger. Sein Team verlor mit 1:3, Pfullendorfs Zweitligatraum zerplatzte in der Alten Försterei. Trotzdem hat Pfluger dieses Spiel genossen, zumal er von der Trainerbank aus beste Sicht aufs Spielfeld hatte.

Auch über ein Auswärtsspiel bei Carl Zeiss Jena spricht er heute noch gerne. Die Pfullendorfer standen zur Abreise bereit, als ein Funktionär des Gegners zu ihnen kam. "Der wollte mich Jenas Bürgermeister vorstellen", erzählt Pfluger. Er ging mit, schüttelte dem Politiker die Hand und erhielt ein Lob vom Verein. "Der Mann hat dafür gesorgt, dass die Gästekabine zum ersten Mal nicht verdreckt hinterlassen wurde", erklärten die Jenaer ihrem Bürgermeister und machten Pfluger ganz verlegen. "Für mich war das doch selbstverständlich. Wir waren da zu Gast. Und als Gast hinterlässt man keine Sauerei", erzählt der Betreuer.

Mittlerweile sorgt Pfluger nicht mehr für Sauberkeit in Gästekabinen. Seit Pfullendorf nur noch in der Oberliga Baden-Württemberg spielt, verzichtet er auf Aufwärtsfahrten. Bei Heimspielen hält er seinem Verein weiter die Treue - allerdings setzt Pfluger die Spieler unter Druck. "Sollte es runter in Verbandsliga gehen, dann höre ich auf", droht er.

Aktuell steckt der Sportclub im unteren Tabellendrittel, also in Abstiegsgefahr. Für die Spieler gibt es eine zusätzliche Motivation, die Klasse zu halten. Pfluger würde mit seinem Abgang schließlich ein riesiges Loch hinterlassen. Und das könnte in Pfullendorf niemand so schnell stopfen.

Weitere Folgen der Serie:

Teil 25: Maximilian Ulverich: Der Alleskönner

Teil 24: Das Tier Szopinski: Rebellischer als Rehhagel

Teil 23: Die rastlose Roswitha: Es kribbelt immer noch

Teil 22: Super-Martha: Die Attacke aus dem Schwarzwald

Teil 21: Jonas Azam: Jung, dynamisch, ehrenamtlich

Teil 20: Konrad Kirschberger: Love, Peace und Dachau ‘65

Hier geht’s zu allen weiteren Folgen der Kultfiguren -Serie.

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