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Serie "Familienbande"|27.05.2015|10:00

George Boateng: Rapper statt Fußballprofi

Posieren auf Beton: Kevin-Prince, George und Jerome Boateng (von links) im Weddinger Fußballkäfig. [Foto: Nike]

Auf Beton war er bereits auf Augenhöhe mit seinen Brüdern. Nicht nur auf dem Gemälde an der Häuserwand im Berliner Wedding, sondern auch auf dem Betonboden im Fußballkäfig. Und jetzt will George Boateng auch noch so berühmt werden wie seine kleinen Brüder. Nicht mehr mit dem Ball am Fuß, nein, diese Chance hat er nicht genutzt. Aber mit dem Mikrofon in der Hand. Der älteste der drei Boateng-Brüder will als Rapper „BTNG“ erreichen, was er als Fußballer nicht schaffte. „Weddinger Heldengeschichten“ besingt er in seinem Debütsong „Gewachsen auf Beton“. Dabei war die Geschichte seines Lebens nicht durchweg eine heldenhafte.

Über mangelnde Unterstützung kann sich George Boateng nicht beklagen. Seine Brüder, Weltmeister und Bayern-Profi Jerome sowie der ghanaische Nationalspieler und Bundesligaprofi Kevin-Prince, machen fleißig Werbung für den Rapper. Sie verbreiten seine Musik im Netz, sie tragen seine Fanshirts, sie posieren mit ihm auf Fotos. Auch der italienische Fußballstar Mario Balotelli warb in den sozialen Netzwerken für Boatengs Musik, dazu die Rap-Branchengrößen Kool Savas, Azad und Kay One. Nicht schlecht für einen Newcomer im fortgeschrittenen Alter.

„Wir hatten keine Chance, doch wir haben sie genutzt“, rappt der 32 Jahre alte Boateng. Die Attitüde des Hip-Hoppers, stilecht mit Goldkette um den Hals, nimmt man ihm auf Anhieb ab. Den Underdog mit den Brüchen im Lebenslauf. Der im Fußballkäfig im Wedding der talentierteste der Boatengs gewesen sein soll. Der eine Karriere verschenkte, weil er sich nicht zusammenreißen konnte. Der im Gefängnis landete und Kampfhunde züchtete. Der kein Klischee ausließ. Und nun vielleicht endlich zu sich findet.

Mythos Fußballkäfig

"Ich war dort, um Aggressionen abzubauen"

George Boateng spielte wie einst seine Brüder in der Jugend von Hertha BSC . Vor allem aber kickte er mit ihnen in der Panke. Dem sagenumwobenen Fußballkäfig im Problembezirk Wedding, wo George und Kevin-Prince bei ihrer Mutter aufwuchsen. Jerome wurde im bürgerlichen Wilmersdorf groß, die drei Brüder haben denselben Vater. In der Panke dienen schiefe Holzrahmen als Tore, ein grünes Netz als Dach, Zäune drumherum halten den Ball gefangen, spätestens der raue Boden aus Beton macht den Fußballplatz zum Mythos. Hier kickten die Brüder stundenlang, hier nahm George die beiden jüngeren gegen die Mitspieler in Schutz, hier brachte er ihnen die Härte bei, die sie brauchten, um sich durchzukämpfen bis in die Weltspitze. Dabei blieb er selbst auf der Strecke. „Ich war dort, um Aggressionen abzubauen“, sagte George. „Steh auf, hier gibt es keinen Schiedsrichter“, habe der große Bruder ihn angeherrscht, als er bei seinem ersten Besuch in der Panke nach einer Flugeinlage zu Boden ging, erinnert sich Kevin-Prince: „Hier sind wir zu Männern geworden.“

Während seine Brüder neben Männern auch noch Profis wurden und Millionen verdienten, landete George hinter Gittern. „Talentiert reicht nicht, du musst auch diszipliniert sein, und das war ich sicher nicht. Ich war halt ein junger Bursche, der keine Regeln kannte“, blickt er mittlerweile ohne Verbitterung zurück. Für Türkiyemspor Berlin lief der Mittelstürmer in der Oberliga auf, später für Tasmania und den Nordberliner SC in der Berlin-Liga. Dann versandete seine einst verheißungsvolle Laufbahn. Geblieben ist das Wandbild eines Sportartikelherstellers im Wedding, das die drei Boatengs in Überlebensgröße zeigt. George in der Mitte. „Gewachsen auf Beton“ steht über ihren Köpfen. Jerome und Kevin-Prince haben den Spruch mit Leben gefüllt, George liefert jetzt den Soundtrack dazu.

Als Rapper will er nachholen, was ihm als Fußballer versagt blieb – eine Karriere. „Jetzt schließt sich der Kreis. Dass ich vielleicht das mache, für das ich schon immer bestimmt war", sagt der Familienvater, der seine Musik beim Major-Label Warner veröffentlicht. „Musik war schon immer ein Teil unseres Lebens." Genau wie der Fußball. Die Boatengs sind eine Fußballer-Familie – nicht erst seit Jerome und Kevin-Prince. Onkel Robert Kwabena Boateng spielte wie später Kevin-Prince für Ghanas Nationalteam, Georges Großvater mütterlicherseits war ein Cousin der deutschen 1954er-Legende Helmut Rahn. In George Boateng laufen beide Linien zusammen, die der Musik und die des Fußballs. Daraus könnte doch noch eine Weddinger Heldengeschichte werden – in der Verlängerung.

Alle Folgen der Serie:

Die Brüder Frings: Nur einer biss sich durch

Marcel Basler: Freistöße wie einst der Vater

Die Mustafis: Vier Fußballer, ein Weltmeister

Rudis Sohn: Es gibt nur einen Kevin Völler

Albtraum Kreisliga: Asamoah hat’s erwischt

Wörns, Ziege, Lehmann: Drei Söhne suchen ihren Weg

Florian Rudy: Großer Bruder sucht neue Heimat

Patrick Draxler: Aus Neid ist längst Stolz geworden

Schiri Marcel: Schalke hat doch einen Neuer

Köppel und Wohlers mischen die Kreisliga auf

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