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Serie "Familienbande"|16.09.2015|12:20

Die Sams: Nur einer kam in die Nationalelf

Steve Sam (rechts) im Trikot des 1. FC Kaan-Marienborn, sein Bruder Sidney spielte fünfmal für Deutschland. [Foto: Getty Images / Nils Heimann]

Zunächst galt Steve als das größte Talent der Familie. Dann überholte ihn sein jüngerer Bruder. Während es Sidney Sam in die Bundesliga und die Nationalmannschaft schaffte, hat Steve den Traum vom Profifußball gerade erst aufgegeben. Neue Folge unserer Serie Familienbande.

Samstagmorgen in Mettenhof. Auf dem kleinen Bolzplatz im Kieler Westen wird schon gezockt. Steve und Sidney Sam sind mit ihren Kollegen früh auf den Beinen, noch geht es hier um den besten Trick am Ball und den nächsten Sieg im Kleinfeld-Spiel, aber in der Ferne wartet doch ein viel größeres Ziel: nämlich Profi zu werden.

"Mein Ziel war immer Profi zu werden, aber mit 25 Jahren kam die Erkenntnis: Du bist es immer noch nicht geworden und die Zeit rennt"

„Sidney und ich haben schon als Kinder immer Fußball gespielt, jeden Tag. Der Gummiplatz in Mettenhof war unsere zweite Heimat", erinnert sich Steve, der um ein Jahr und vier Monate ältere Bruder von Schalkes Bundesligaspieler Sidney. „Da haben wir mit Deutschen, Türken, Kurden, Russen und Albanern gespielt, das war eine bunte Truppe, in der sich jeder mit jedem verstand. Uns alle hat der Fußball verbunden. Wenn wir mal eine Pause machten, hatten wir nicht immer etwas zu trinken dabei, dann sind wir nebenan auf die Schultoilette und haben uns aus dem Kran Wasser geholt.“

Vater Phillips spielt in den 70er Jahren beim FC St. Pauli in der 2. Bundesliga. Er ist Nigerianer, seine Frau Deutsche. Die Sams wachsen in Kiel auf, sieben Kinder, vier Jungs und drei Mädchen. Steve und Sidney sind die einzigen ambitionierten Fußballer. Zunächst machen sie gemeinsam bei Holstein Kiel ihren Weg, ehe Sidney mit 15 ins Jugendinternat des Hamburger SV wechselt. „Das war ein komisches Gefühl, plötzlich gegen den eigenen Bruder auf dem Platz zu stehen, da wir immer ein sehr enges Verhältnis zueinander hatten und alles zusammen gemacht haben“, erinnert sich Steve, aber: „Während der 90 Minuten ist das vergessen.“

Sidney zunächst im Schatten

Während Sidney Sam vor allem wegen seiner Schnelligkeit auffällt, gilt Steve als der komplettere Fußballer. „Mir hat in Kiel jeder gesagt, dass ich einmal Profi werde, denn ich war technisch gut, torgefährlich und beidfüßig“, erklärt der heute 29-Jährige und bemerkt: „Sidney hat sich hingegen recht spät in der Jugend entwickelt.“

Trotzdem wird der eine Nationalspieler und der andere landet in der Westfalenliga. Sidney Sam kommt beim HSV, dem 1. FC Kaiserslautern, bei Bayer Leverkusen und Schalke 04 auf inzwischen 107 Bundesligaeinsätze (23 Tore), 59 in der 2. Liga (14 Treffer) und fünf A-Länderspiele. Steve hingegen entschließt sich nach Stationen beim SC Freiburg (U 23), SV Wehen-Wiesbaden (Regionalliga, mit Darmstadt-Torjäger Dominik Stroh-Engel im Team), VfB Oldenburg, Eintracht Nordhorn (beide Oberliga) und SV Wilhelmshaven (Regionalliga), den Traum vom Profifußball zu begraben. „Mein Ziel war immer Profi zu werden, aber mit 25 Jahren kam die Erkenntnis: Du bist es immer noch nicht geworden und die Zeit rennt“, sagt der Stürmer. „Und dann kam die Sache mit Kaan-Marienborn“.

„Der Siegerländer Weg“ heißt das Zauberwort beim Sechstligisten, mit dem der 1. FC Kaan-Marienborn ambitionierte Kicker nach Siegen lockt. Der Klub bietet den Spielern bei seinem Hauptsponsor eine Anstellung oder Ausbildung an, um etwa auch ehemaligen Regionalligaspielern den Einstieg in den Beruf zu ermöglichen. „Unser damaliger Trainer Peter Wongrowitz hat mich überzeugt, nach Kaan-Marienborn zu kommen. Ich habe zugesagt, nachdem ich mit meiner Familie und meiner Freundin gesprochen habe“, berichtet Steve Sam. „Natürlich war es schwer, aus Kiel wegzuziehen und so die Heimat hinter sich zu lassen, aber für mich war es eine neue Chance. Ganz wichtig war, dass meine Freundin voll dahinter stand.“

Ausbildung statt Profifußball

Während seine Lebenspartnerin in Siegen als Bürokauffrau arbeitet, steht Steve Sam vor der Abschlussprüfung als Industrie-Mechaniker. Wie im Beruf, läuft es auch auf dem Platz prächtig. Kaan-Marienborn führt mit fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen die Tabelle der Westfalenliga 2 an. Das nächste Ziel des Klubs ist die Oberliga, doch mit dem starken Sponsor im Rücken ist auch die Regionalliga mittelfristig kein Tabu. So ganz nebenbei würde der Vorortklub so den traditionsreichen früheren Zweitligisten Sportfreunde Siegen als Nummer eins in der 103.000-Einwohner Stadt ablösen.

Trainer in Kaan-Marienborn ist Thorsten Nehrbauer. Der frühere Bundesligaprofi (unter anderem Fortuna Düsseldorf) schwärmt von seiner Mannschaft - und von Torjäger Sam. „Für uns ist es wichtig, Spieler mit der nötigen Qualität für oben im Team zu haben. Steve bringt alles mit, er ist sehr ballsicher, technisch gut und ein Instinktfußballer“, verrät Nehrbauer. „Außerhalb des Platzes ist er ein ganz lieber Mensch, der charakterlich wie sportlich ein absoluter Gewinn für uns ist.“

Wann immer die Zeit es erlaubt, schaut sich der prominente Bruder die Partien der Käner an. „Ich freue mich jedes Mal, wenn Sidney mit seiner Familie vorbei kommt. Das ist dann noch einmal extra Motivation“, sagt Steve Sam.

Zuletzt in unserer Serie:

Simon Müller: Torjäger wie Bruder Thomas

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