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Serie "Familienbande"|05.08.2015|12:48

Die Bittencourts: EM, Olympia, Kreisliga

Die Bittencourts: Leo und Gabriel einst mit ihrem Vater im Trikot von Energie Cottbus und heute am Familientisch. [Foto: Fotos imago, privat; Collage FUSSBALL.DE]

Der Neue stellte sich schlicht als Gabriel vor. Sein Nachname spielte keine Rolle, als er bei der DJK Novesia Neuss im Sommer 2014 erstmals mittrainierte. Als der Neue sich dann bei seinem Klub anmeldete, trug er den Namen Bittencourt ins Formular ein. Einige im Verein stutzten. Den Namen hatten sie doch schon mal gehört. Gabriel Bittencourt klärte sie später auf. Er verriet, dass er der ältere Bruder von Bundesliga-Profi und U 21-Nationalspieler Leonardo ist. Die beiden haben auch einen prominenten Vater: Franklin Bittencourt spielte für den VfB Leipzig und Energie Cottbus in der Bundesliga.

Gabriel Bittencourt hatte seine Verwandtschaft bewusst verschwiegen. „Ich wollte mich nicht damit profilieren. Die Leute sollen mich als Gabriel wahrnehmen und nicht nur als Sohn oder Bruder von einem berühmten Fußballer“, erzählt der 24-Jährige. Das bedeutet aber nicht, dass er ungern über seine Familie redet. Im Gegenteil. „Ich bin ein riesengroßer Fan von Leo Bittencourt und von den Mannschaften, für die er spielt“, sagt der Neusser. Bis zum Sommer drückte Gabriel Bittencourt noch Hannover 96 die Daumen, jetzt feuert er den 1. FC Köln an.

Dass der kleine Bruder ins Rheinland wechselte, war für ihn ein Glücksfall. Neuss liegt eine halbe Autostunde von Köln entfernt. Die beiden können sich spontan zum Mittagessen oder zum Stadtbummel treffen. Im Herbst sind die Bittencourts wieder ganz vereint: Dann ziehen Mutter Adriana und Vater Franklin nach Neuss. Die DJK Novesia bekommt dadurch einen prominenten Co-Trainer. Franklin Bittencourt hat dem A-Ligisten bereits seine Unterstützung angeboten. Wenn Leonardo Bittencourt Zeit hat, wird er sich auch Spiele in Neuss und Umgebung anschauen. Schon in der Vorsaison kam er zum Aschenplatz an der Jahnstraße und sah, wie die DJK den Klassenerhalt perfekt machte. „Es ist schon klasse, dass wir uns bald alle wieder häufiger sehen“, sagt Gabriel Bittencourt.

Jugendtorwart bei Energie Cottbus

"Da habe ich im Vorfeld den Mund ziemlich voll genommen"

Zuletzt lebte die Familie vor drei Jahren in Cottbus zusammen. Gabriel Bittencourt spielte in der Jugend auch für Energie. Sein Bruder war Stürmer, er stand im Tor. „Ich habe aber kein großes Talent besessen“, gibt Gabriel Bittencourt zu. Zwischendurch hörte er ganz mit dem Fußballspielen auf, konzentrierte sich auf den Beruf. Gabriel Bittencourt stieg ins Versicherungsgeschäft ein und spezialisierte sich bei seinen Klienten auf Fußballprofis wie seinen Bruder. Das Problem: Die meisten lebten weit weg von Cottbus, eine persönliche Beratung war kaum möglich. Um näher bei den Klienten zu sein, entschloss sich Gabriel Bittencourt zu einem Umzug. Mit seiner Freundin ging es nach Nordrhein-Westfalen.

Dort verspürte er wieder Lust auf Fußball. Da der Sportplatz von Novesia Neuss nur wenige hundert Meter von seiner Wohnung entfernt liegt, führte Gabriel Bittencourts Weg automatisch dorthin. Diesen bereut er bis heute nicht. „Hier passt es einfach für mich“, sagt er. Dieser Satz fällt auf Amateur-Sportplätzen häufig. Aus Gabriel Bittencourts Mund klingt er jedoch authentisch. Dass er sich an der Jahnstraße wohl fühlt, zeigt sein Engagement in der Jugendarbeit. Gabriel Bittencourt trainiert mittlerweile die Neusser D2-Junioren. „Er passt absolut in den Verein hinein“, sagt auch Fußball-Abteilungsleiter Erkan Kodas. Der frühere Torwart Bittencourt sorgt nun in der Offensive für wichtige Tore. Vor und nach den Spielen legt er als Kabinen-DJ auf.

Feiernde Portugiesen im Wohnzimmer

An einem Tag gab es kleine harmonische Störungen innerhalb des Teams. In der ersten Mannschaft spielen viele Portugiesen. Die lud Bittencourt zu sich nach Hause ein. Im Fernsehen lief das Halbfinale der U 21-Europameisterschaft. Deutschland traf mit Leonardo Bittencourt auf Portugal. „Da habe ich im Vorfeld den Mund ziemlich voll genommen und zu den Teamkollegen gesagt, dass mein Bruder es ihren Landsleuten zeigen wird“, sagte Gabriel Bittencourt. Es kam völlig anders. Portugal gewann 5:0. Der Großteil der Novesia-Mannschaft feierte in Gabriel Bittencourts Wohnzimmer. Zu allem Überfluss sah sein kleiner Bruder noch die Gelb-Rote Karte.

Die Schmach hat Gabriel Bittencourt längst verdaut. Schließlich hatte die Europameisterschaft auch etwas Positives. Deutschland qualifizierte sich für die Olympischen Sommerspiele. Leonardo Bittencourt hat gute Chancen, im kommenden Jahr im Kader zu stehen. „Das wäre der absolute Wahnsinn“, sagt der ältere Bruder. Er würde nämlich mit nach Rio de Janeiro reisen. Es ist Gabriel Bittencourts Geburtsstadt. Als Einjähriger verließ er mit Vater und Mutter die brasilianische Metropole in Richtung Deutschland. Leonardo kam kurz darauf in Leipzig zur Welt.

Die Familie der Bittencourts lebt weiter in Brasilien. Sie ist sehr groß, was im kommenden Jahr ein Problem bedeuten könnte. „Wenn Leo im Kader steht, braucht er für die deutschen Spiele bestimmt immer sechzig bis siebzig Karten. So viele Verwandte wollen ihn dann sehen“, sagt Gabriel Bittencourt.

Alle Folgen der Serie:

Marco Ordenewitz: Immer wieder „Mach et, Otze!“

Vollborn will es auch ohne Bayer schaffen

Kim Helmer: Schmuck statt Fußball

Ein Weidenfeller kehrt zurück ins Eisbachtal

Mutlu Özil: Bruder, Mitspieler, Berater

Die Gentner-Brüder: Einer muss absteigen

Der Gündogan, der für Gelsenkirchen trifft

60 Buden: Ein Knipser namens Toppmöller

George Boateng: Rapper statt Fußballprofi

Die Brüder Frings: Nur einer biss sich durch

Marcel Basler: Freistöße wie einst der Vater

Die Mustafis: Vier Fußballer, ein Weltmeister

Rudis Sohn: Es gibt nur einen Kevin Völler

Albtraum Kreisliga: Asamoah hat’s erwischt

Wörns, Ziege, Lehmann: Drei Söhne suchen ihren Weg

Florian Rudy: Großer Bruder sucht neue Heimat

Patrick Draxler: Aus Neid ist längst Stolz geworden

Schiri Marcel: Schalke hat doch einen Neuer

Köppel und Wohlers mischen die Kreisliga auf

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