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Kultfiguren des Amateurfußballs |22.05.2015|14:00

Robert Rosar: Feierbiest und Zahlengenie

Anfang der 80er Jahre: Torwart Robert Rosar (rechts) und Sepp Weyand, seinerzeit Betreuer der zweiten Mannschaft des RSV Steinbach-Dörsdorf. [Foto: Smandzich]

"Der Thomas hat am 13. Juni Geburtstag. Und nur elf Tage später feiert der Mujo, unser bester Torjäger, seinen 25. Geburtstag." Robert Rosar ist in seinem Element. Wenn es um die Geburtsdaten aktueller und ehemaliger Spieler des RSV Steinbach-Dörsdorf geht, macht dem 75-Jährigen so schnell keiner etwas vor. Er hat sie alle in seinem Kopf abgespeichert und damit längst Kultstatus erlangt.

"Eine nicht ordnungsgemäße Spielfeldherrichtung ist für mich ein Gräuel"

„Jeder Einzelne ist mir sehr ans Herz gewachsen“, sagt der lebensfrohe Rentner, ehe er für einen kurzen Moment nachdenklich, ja fast schon melancholisch wirkt. Denn auf die Frage, von wie vielen Spielern er nun tatsächlich deren jeweiliges Geburtsdatum kenne, will Robert Rosar heute partout keine Antwort finden. Es sei ihm verziehen. Sicher ist: Die gesuchte Zahl dürfte sich im unteren dreistelligen Bereich bewegen – mindestens. Schließlich ist Robert Rosar ein echtes Steinbacher Urgestein, das seit Jahrzehnten ein überaus enges Verhältnis zu jedem seiner „Buwen“, wie er die Spieler liebevoll nennt, pflegt.

Begonnen hatte alles vor rund 55 Jahren. Robert Rosar zog es damals aus seinem Heimatort Otzenhausen ins nur 25 Kilometer entfernte Steinbach, wo er beim FV Steinbach, einem Vorgängerverein des heutigen RSV Steinbach-Dörsdorf, auf der Torwartposition eine Ära prägen sollte. „Es war eine wunderbare Zeit, in der wir zusammen einige Meisterschaften gefeiert haben. Später kam ich dann noch in der Altherren-Mannschaft zum Einsatz und stand mit knapp 50 Jahren noch immer im Tor“, erinnert sich Robert Rosar gerne zurück. Nach seiner aktiven Laufbahn wurde er nahtlos ehrenamtlicher Betreuer in Steinbach. „Seit 1970 übe ich diese Funktion nun schon aus. Zunächst für fünf Jahre bei der zweiten Mannschaft, seither dann ohne Unterbrechung bei der ersten Mannschaft“, berichtet Robert Rosar und schwelgt in Erinnerungen. Die Nostalgie hat ihn mal wieder gepackt. Hastig kramt er aus seiner Ablage eine Mappe hervor und präsentiert sie voller Stolz: DIN A6, grün, Ringbuchmechanik, weiche Kanten, zahlreiche Gebrauchsspuren – kurzum: das „Heiligtum“ von Robert Rosar.

Die Mappe mit Charme

Keine Frage: Die Mappe hat ihren ganz eigenen Charme, und so verwundert es nicht, dass sich in Steinbach noch immer viele Geschichten um sie ranken. Einer, der die ganze Wahrheit kennt, ist Carlo Recktenwald. „In seiner Mappe tauchen die Namen aller Spieler auf, die in der Vergangenheit schon einmal für den Verein aufgelaufen sind“, klärt der Geschäftsführer des RSV Steinbach-Dörsdorf auf und ergänzt: „Von jedem dieser Akteure hat sich Robert das Geburtsdatum gemerkt – verlässlicher als jede Datenbank. Leider wurde er durch die Einführung des elektronischen Spielberichts von seiner bis dahin wichtigsten Aufgabe, dem handschriftlichen Ausfüllen des Spielberichtsbogens, entbunden. Er brauchte lediglich die Namen der Spieler, die Geburtsdaten hatte er schließlich alle im Kopf. Bei den Schiedsrichtern sorgte das oft für ungläubiges Staunen.“

Robert Rosar schlägt die Mappe wieder zu. Sein Blick wandert nach draußen, er fixiert den Anstoßkreis. „Eine nicht ordnungsgemäße Spielfeldherrichtung ist für mich ein Gräuel“, sagt der bekennende Fan des FC Bayern München mit knorrigem Unterton und verweist auf seine knapp 30-jährige Tätigkeit als Platzwart. „Diese Zeit hat mir unheimlich viel Freude bereitet. Leider habe ich zunehmend Probleme mit der Atmung, bei körperlicher Überanstrengung bekomme ich nur noch schlecht Luft. Deshalb musste ich den Posten im vergangenen Jahr schweren Herzens abgeben“, erzählt Robert Rosar weiter.

Seine überaus hilfsbereite und zuvorkommende Art wird von allen Seiten geschätzt, wie Carlo Recktenwald zu berichten weiß: „Es ist schwierig, seine Leistung für den Verein in wenigen Worten zu würdigen. Zu viele Taten müssten hierzu aufgeführt werden. Wann immer jemand gebraucht wird, steht er zur Verfügung und ist für den Klub da.“ So wie beispielsweise im Jahr 1986. Seinerzeit begab sich der Verein auf die verzweifelte Suche nach einem Betreiber für das Klubheim. Als sich auch nach Wochen niemand fand, sprang Robert Rosar kurzerhand ein und erweckte es zu neuem Leben.

Bis spät in die Nacht gefeiert

„Nach den Spielen erhob Robert im Klubheim regelmäßig die Stimme und schmetterte ein Fußballerlied nach dem anderen. Nicht selten wurde bis spät in die Nacht hinein gefeiert“, verrät Carlo Recktenwald. Robert Rosar nickt zustimmungsvoll. „Ja, eine echte Stimmungskanone war ich eigentlich schon immer. Heute muss ich meiner Gesundheit zuliebe jedoch ein bisschen langsamer machen und kann nicht mehr ganz so lange bleiben wie früher“, erklärt er. „Damals war das ja noch ganz anders. Wenn es etwas zu feiern gab, war ich immer als Erster vor Ort und bin dann als Letzter gegangen.“

Robert Rosar könnte ganze Abende mit solchen amüsanten Anekdoten füllen. Aus dem Vereinsleben des RSV Steinbach-Dörsdorf ist er längst nicht mehr wegzudenken. Dabei hätte er um ein Haar eine ganz andere Karriere eingeschlagen und wäre Musiker geworden. „Früher habe ich leidenschaftlich gerne Trompete und Mundharmonika gespielt. Das hat dann aber irgendwann zeitlich nicht mehr gepasst, sodass ich dieses Hobby beiseite gelegt und mich ganz auf den Fußball konzentriert habe“, erzählt Robert Rosar.

Bereut habe er diesen Schritt keine Sekunde, versichert er: „Ich habe immer für den Fußball gelebt, war bei allen Spielen dabei. Wenn man so will, bin ich ein richtiger Fußballfanatiker. Daran wird sich auch nichts mehr ändern.“

Weitere Folgen der Serie:

Teil 35: Hans-Peter Biallas: Denker, Lenker und Wühler

Teil 34: Frank Schmöller: Der Aufbrauser am Seitenrand

Teil 33: Kein Regionalliga-Tag ohne Bettina Kutscher

Teil 32: Verliebt in Berlin: Ex-Profi Peter Stark und der SC Union 06

Teil 31: Opa Egon: Der älteste Fußballer Hamburgs

Teil 30: Joe Spielhoff: Mehr Horst geht nicht

Teil 29: Traute Wohlers: Die Fußball-Oma aus dem Guinness-Buch

Teil 28: Metin Yildirim: Der Spiel-Macher des VfB Bottrop

Teil 27: Axel Ueckerseifer: Der harte Hund aus Berlin

Teil 26: Maximilian Ulverich: Der Alleskönner

Teil 25: Das Tier Szopinski: Rebellischer als Rehhagel

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