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Amateurstatistiken

Kultfiguren des Amateurfußballs, Teil 42 |29.05.2015|14:15

Murat Karakas: Fladenbrot und Fallrückzieher

Die Allzweckwaffe von Rot-Weiß Selimiyespor Lohberg in Dinslaken: Murat Karakas. [Foto: Zinsel]

Wenn sich jemand selbst "Mädchen für alles" nennt, dabei als Co-Trainer der ersten Mannschaft, Jugendbetreuer und obendrein Abteilungsleiter die Geschicke seines Klubs lenkt, dann ist schnell klar: Da hat jemand sein (Fußballer-)Herz am rechten Fleck. Murat Karakas ist so jemand: Der 36-Jährige ist das Urgestein beim Dinslakener Verein Rot-Weiß Selimiyespor Lohberg, jeden Tag in irgendeiner Funktion für den Klub am Niederrhein im Einsatz und hat sich in den mehr als 20 Jahren beim RWS als echte Allzweckwaffe entpuppt.

"Ich stehe am Elfmeterpunkt mit dem Rücken zum Tor und versuche irgendwie an den Ball zu kommen. Damals war ich jünger, beweglicher und ein paar Kilos leichter"

Apropos Allzweckwaffe: Die Frage nach dem schönsten Erlebnis als Amateurkicker beantwortet Murat Karakas mit leuchtenden Augen und seiner Lieblingsgeschichte: „Das war in meiner zweiten Saison als Seniorenspieler. Damals war ich 20 Jahre jung und hatte gerade mein erstes Spieljahr bei den Männern hinter mir, in dem ich als Jungspund Lehrgeld bezahlt hatte und mich mehr neben dem Platz in den Dienst der Mannschaft stellen konnte - Bälle einsammeln und Trikots sortieren inklusive“, schmunzelt der Dinslakener.

„Wir spielten damals in der Bezirksliga und standen mitten im Abstiegskampf. Bei einem Heimspiel war ich einer von zwei Ersatzspielern. Und weil unser Kumpel Bülent, der sich sonst um den Verkaufsstand gekümmert hat, krank war, hatte ich während der ersten Halbzeit den Verkauf unserer leckeren Fladenbrote übernommen. Natürlich in Trikot und Fußballschuhen - immer auf einen Einsatz lauernd.“

Dann kam, was kommen musste und sich kein Drehbuch-Autor spektakulärer ausdenken kann: „Wir spielten im direkten Abstiegsduell gegen den SV Rees und brauchten einen Sieg zur Rettung. Eine Viertelstunde vor Schluss stand es 1:1, als Stürmer Gökhan verletzt raus musste und Trainer 'Schuppi' mich einwechselte.“ Den Rest kann sich jeden Fußballfan denken; Murat Karakas schildert’s so: „Ecke für uns, Ball abgewehrt, dann Flanke von rechts. Ich stehe am Elfmeterpunkt mit dem Rücken zum Tor und versuche irgendwie an den Ball zu kommen. Damals war ich jünger, beweglicher und ein paar Kilos leichter - so wurde ein Fallrückzieher draus...“

Fan von Trabzonspor

So richtig bekam der Joker sein Glück gar nicht mit. „Ich hatte beim Schuss die Augen zu gemacht und danach nur noch Geschrei gehört. Ich dachte, die lachen sich über mich kaputt, aber meine Mitspieler kamen angerannt und haben mich hoch leben lassen. Der Ball war drin - 2:1 gewonnen.“

Beim nächsten Heimspiel stand der Siegtorschütze zwar wieder im Verkaufsstand, der Klassenerhalt aber war perfekt - auch dank des Fallrückzieher-Tores der RWS-Allzweckwaffe mit den Fladenbroten. Längst ist Murat Karakas bei den Rot-Weißen, die ihren Verein nach der Selimiye-Moschee (wie das Istanbuler Original heißt auch die Lohberger Moschee) benannt haben, überhaupt nicht mehr weg zu denken. „Seit der B-Jugend bin ich im Verein, hatte vorher als E-Jugendlicher bei unserem Lokalrivalen VfB Lohberg angefangen“, erinnert er sich: „Die größten Erfolge bei RWS waren unsere Bezirksliga-Aufstiege, und dreimal haben wir die Dinslakener Hallen-Stadtmeisterschaft gewonnen. 2001 war ich als Spieler dabei.“

Murat Karakas ist Deutscher und gebürtiger Dinslakener. Die türkischen Wurzeln prägen dennoch die Fußball-Leidenschaft. Sein Fan-Herz schlägt für Trabzonspor, den Schwarzmeer-Klub aus der Heimat seiner Eltern. „Aber ich bin auch ein Anhänger von Eintracht Frankfurt, seit der großen Zeit mit Okocha, Bein, Yeboah und Trainer Toppmöller“, verrät er.

Außer mit dem Fußball verbringt der Vater einer zehnjährigen Tochter, der beruflich als Gruppenleiter bei einem großen Versandhandel in Rheinberg tätig ist, seine Zeit gerne im Kino oder gemütlich mit Freunden. Schließlich muss auch ein „Mädchen für alles“ mal vom Fußball abschalten.

Unermüdliches Engagement

Was Murat Karakas aber oft ziemlich schwer fällt. Abteilungsleiter, Co-Trainer, Jugendbetreuer. Außerdem ist er natürlich Ansprechpartner für die zweite Mannschaft, Schiedsrichterbetreuer und derjenige, der die Spielberichte schreibt und fürs DFBnet online stellt.

Das größte Lob für sein unermüdliches Engagement für den Verein bekommt Murat Karakas, der inzwischen als Co-Trainer der Ersten an der Außenlinie agiert, vom Lohberger Chefcoach: „Unser Murat lebt den Verein RWS! Er ist mit so viel Herzblut dabei - er würde alles für seinen Klub tun und seine Privatangelegenheiten hinten an stellen. Ohne solche Leute wie Murat könnte der Amateurfußball einpacken“, weiß Mahmut Tas, der seinen Schützling auch schon bei den B-Junioren trainierte. Aktuell rangiert die erste Mannschaft auf Platz drei der Kreisliga A .

Drei Mannschaften schickt der RWS Lohberg, der neben der Fußball- auch eine Boxabteilung anbietet, derzeit ins Rennen. Neben den beiden Seniorenteams kickt eine E-Junioren-Mannschaft um Punkte. Betreuer der Jungs ist Murat Karakas. Bauchschmerzen verursachen ihm Vorkommnisse wie kürzlich, als es nach dem Lohberger Derby zu Zuschauerausschreitungen kam. „Solche Aktionen werfen uns, nachdem wir uns Schritt für Schritt hoch gearbeitet haben, wieder zurück. Wir tun alles, um positiv Einfluss auf unsere Zuschauer und Vereinsmitglieder zu nehmen“, verspricht er.

Sein Wunsch für die Zukunft seines RWS Lohberg ist klar: „Die Leute in unserer Stadt sollen sagen: Der RWS Lohberg hat sich in Dinslaken etabliert, weil er für schönen, anständigen und erfolgreichen Fußball steht."

Weitere Folgen unserer Serie:

Teil 41: Robert Rosar: Feierbiest und Zahlengenie

Teil 40: ”Bredi” Breitenberger: Fan, Freund, Phänomen

Teil 39: Westheims treue Waschfrau Waltraud Fimpel

Teil 38: Peter Thomas ist Duisburgs Multifunktionär

Teil 37: Olli Hähnke: Spiel mit Zico, Kampf um Neville

Teil 36: Sepp Pfluger: Der Mann, der die Löcher stopft

Teil 35: Hans-Peter Biallas: Denker, Lenker und Wühler

Teil 34: Frank Schmöller: Der Aufbrauser am Seitenrand

Teil 33: Kein Regionalliga-Tag ohne Bettina Kutscher

Teil 32: Verliebt in Berlin: Ex-Profi Peter Stark und der SC Union 06

Teil 31: Opa Egon: Der älteste Fußballer Hamburgs

Teil 30: Joe Spielhoff: Mehr Horst geht nicht

Teil 29: Traute Wohlers: Die Fußball-Oma aus dem Guinness-Buch

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